Keine Parklücke ist ihr zu eng: Die 29-jährige Saskia Marechal aus Friesenheim liebt ihren Beruf. Foto: Bohnert-Seidel

Von Barcelona, Südfrankreich oder aus dem Elsass sind die Fahrer der Riesengefährte für drei Tage nach Friesenheim gekommen. Darunter auch Saskia Marechal. Die 29-jährige Mutter von vier Kindern kann sich keinen besseren Job vorstellen.

Viele Kilometer legen die Lastwagenfahrer jahrein, jahraus zurück. Auf der Landstraße winkt man sich zu. Begegnungen finden an den Haltestopps, auf Rastplätzen oder an der Autobahn statt. Oft seien diese Begegnungen nur von kurzer Dauer. Umso wichtiger sei ein Fest, das viele Truckfahrer zusammenbringt. „Wir sind alle eine große Gemeinschaft“, sagt Claudia Peil, die gemeinsam mit Dirk und Nicole Moßmann sowie Bruno Vallelonga das dreitägige Trucker-Treffen im Industriegebiet in Friesenheim organisiert hat. 140 Trucker bildeten am Wochenende eine einmalige Sicht auf das Leben eines Lkw-Fahrers.

 

Es ist das achte Trucker-Treffen, das in Friesenheim veranstaltet wird, aber das erste Treffen unter dem neuen Namen „Trucker-Nation“. Viele Menschen aus Friesenheim und Umgebung sind zum Großereignis im Industriegebiet gekommen. Dort konnten sie sich die großen Gefährte einmal von nächster Nähe ansehen und sich auch mit den Fahrern unterhalten und so Einblicke in diesen Beruf gewinnen.

Erhöhtes Verkehrsaufkommen und mehr Zeitdruck

Zwar sei das Leben eines Lkw-Fahrers mittlerweile jenseits der Romantik angesiedelt, die es vielleicht vor Jahrzehnten noch hatte. Peil zählt auf: „Baustellen, erhöhtes Verkehrsaufkommen und vor allem Zeitdruck.“ Von all den negativen Komponenten will sich jedoch Saskia Marechal nicht beeinflussen lassen. Mit einem Lächeln erklärt die 29-Jährige: „Ich habe meinen Traumberuf gefunden.“ An drei Tagen in der Woche ist sie auch nachts weg. Als vierfache Mutter sei das nicht immer einfach, aber mit Tagesmutter sei es dennoch machbar. Außerdem stimme nicht nur das Gehalt, sondern auch die Arbeitsgemeinschaft von Arbeitgeber und Kollegen. „Für mich passt es wunderbar“, erklärt Marechal im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Liebe zu den Lastwagen sei ihr vom Vater in die Wiege gelegt worden. Ihr Beruf fülle sie aus. „Nein, Angst einen 40-Tonner zu fahren, hatte sie noch nie.“ Keine Parklücke sei ihr zu eng. Eine Leichtigkeit beim Fahren ihres Brummis genieße die 29-Jährige dennoch: „Es ist herrlich mit Automatikgetriebe zu fahren.“

Gelände im Industriegebiet ist idealer Ort für Treffen

Bisher wurde zu den „Truck-Days“ eingeladen. Leider haben die Organisatoren nie daran gedacht, dass andere Kollegen den Namen für sich übernehmen und schützen lassen. So musste umgehend nach einem neuen Namen gefunden werden. Eher klein hat das Truckertreffen in Friesenheim vor mehr als zehn Jahren begonnen. Im ersten Jahr zeigten sich die Lkw-Fahrer auf dem alten Festplatz in der Palmengasse. Danach sind sie auf den zweitägigen Hock der Feuerwehr-Abteilung Oberweier umgezogen. Bald stellte sich heraus, dass die Fläche in der Weiherstraße nicht mehr ausgereicht habe. Im Industriegebiet in Friesenheim haben die Lkw-Fahrer einen großen Fürsprecher für sich und ihre Anliegen gefunden. Auf dem Gelände von Spedition ELS mit Johannes Hartleib lässt sich ausgiebig mit Zelt und Bewirtung feiern. Außerdem finden dort nicht nur 140 Lkws ihren Platz. Auf dem Gelände von Firma HTO finden auch Besucher einen Parkplatz.

Aus dem Ärmel schütteln, lasse sich eine Veranstaltung wie diese nicht, betont Dirk Moßmann gegenüber der Lahrer Zeitung. Vielmehr brauche es gut ein Jahr der Planungsphase.

Nächstes Treffen

Das nächste Treffen der Trucker-Nation wird es im kommenden Jahr wieder im Juni geben, erklären die Organisatoren gegenüber unserer Zeitung. Der genaue Zeitpunkt, ob drittes oder viertes Juniwochenende, stehe allerdings noch nicht fest.