Das Gewerbegebiet INKOM Südwest ist enorm gefragt. Die Hälfte der geplanten Erweiterungsfläche ist bereits reserviert.
Der Aktionskreis der Freien Wähler Rottweil besuchte das Gewerbegebiet INKOM Südwest. Bürgermeisterin Carmen Merz führte mit dem scheidenden Wirtschaftsförderer Heiko Gutekunst über das Gelände und erläuterte die Entstehung des 1999 mit der Stadt Rottweil entwickelten Gewerbegebiets.
Die ursprünglich im ersten Bebauungsplan ausgewiesenen 55 Hektar Bauland wurden anfangs nur zögerlich angenommen und langsam bebaut, so dass auch die Erschließung nur in Abschnitten vorgenommen wurde.
Vollständig belegt
Der Bebauungsplan hat mehrere Änderungen erfahren, um auf die Bedürfnisse der Firmen einzugehen. So wurden neben den anfänglich sehr großen Grundstücken auch kleinteilige Flächen ausgewiesen, um auch Handwerkern und kleineren Betrieben ein Platzangebot machen zu können. Heute ist das Gebiet vollständig belegt, und es sind 58 Firmen mit zusammen rund 1400 Beschäftigten dort ansässig.
Aufgrund der hohen Nachfrage war eine Gebietserweiterung notwendig. Diese erwies sich als schwierig, da das Gelände direkt an den Steinbruch der Firma Bauunion grenzt, deren Sprengungen möglicherweise Schäden an Gebäuden oder Geräten verursachen könnten, weshalb ein Mindestabstand eingehalten werden muss.
Hälfte neuer Flächen auch schon reserviert
Bereits die Hälfte der geplanten 25 Hektar großen Erweiterungsfläche ist durch ansässige Firmen reserviert. Eine weitere Erweiterungsfläche kann erst erschlossen werden, wenn die Firma Bauunion ihre Abbauarbeiten an diesem Standort abgeschlossen hat.
Heiko Gutekunst erläuterte die für dieses Jahr anstehende Erneuerung der Regenrückhalteversickerung am westlichen Rand des Gewerbegebiets, da die Einleitungsgenehmigung ausläuft und sich die gesetzlichen Bestimmungen entsprechend verändert haben. Die erforderlichen Maßnahmen belaufen sich auf rund 600 000 Euro.
Getrenntes Abwassersystem
Die Besonderheit in diesem Gewerbegebiet ist das getrennte Abwassersystem. Das Niederschlagswasser wird nicht in das normale Abwassersystem eingeleitet, sondern wird nach dessen Behandlung auf dem Gelände versickert.
Der Rundgang endete bei der Firma Bucher Stahl, wo Geschäftsführer Helmut Haag die Gruppe durch das neu errichtete Firmengebäude führte. Auf dem „Buchertower“ konnten die Besucher einen herrlichen Rundblick genießen.
Haag führte durch das Bürogebäude, die Lagerhallen und erklärte auch die Notwendigkeit des derzeit im Bau befindlichen neuen Lager- und Logistikzentrums. Nach dem Rundgang versammelten sich die Teilnehmer und diskutierten die zukünftige Entwicklung des Gewerbegebietes.
Versorgungssicherheit ist wichtig
Geschäftsführer Hünecke von der ENRW berichtete vom neu erstellten Umspannwerk. Er zeigte sich überzeugt davon, dass die Versorgungssicherheit eines so großen Gewerbegebiets sehr wichtig sei. Die ENRW habe an diesem Standort rund acht Millionen Euro in die Stromversorgung investiert.
Carmen Merz stellte noch Rebecca Jauch vor, die von der Verbandsversammlung neu gewählt wurde. Sie ist die künftige Wirtschaftsförderin.
Stadtrat Hermann Breucha sprach das Thema Wasserstoff als zukunftsträchtigen Energieträger an. Für eine entsprechende Anlage gäbe es einen möglichen Standort im Gewerbegebiet, wenn genügend Interessenten gefunden werden könnten.