Zum siebten Mal in Folge hat die Stadt Trossingen den 224 Seiten umfassenden Band mit zahlreichen Beiträgen rund um die Geschichte herausgegeben.
„Das Jahrbuch 2025 ist wieder etwas Großartiges“, freute sich Bürgermeisterin Susanne Irion bei der offiziellen Übergabe im kleinen Sitzungssaal des Trossinger Rathauses, traditionell am Mittwoch vor Ostern.
Ihr Dank galt vor allem Martin Häffner, der zum 29. Mal „die Oberhand über das Jahrbuch hatte und die Kontakte pflegt zu den vielen Autoren“.
Erstmals seitens der Stadtverwaltung liefen die Fäden für das Jahrbuch 2025 bei Hauptamtsleiterin Daniela Klimmt zusammen. Sie konnte erfreulicherweise mitteilen, dass das von der Lienhard GbR hergestellte Trossinger Jahrbuch 50 Cent billiger sei als im Vorjahr und somit 17,50 Euro kostet.
Wie im Jahr 2024 umfasst es 224 Seiten mit 332 Abbildungen und über 60 Beiträgen von 31 Autoren, so viele wie noch nie. „Darunter ist eine Bürgermeisterin, ein Ortsvorsteher und vier Stadträte“, freute sich Martin Häffner, „die Mischung machts“. Sein Dank galt der „tollen Kommunikation und Hilfe der Stadt Trossingen“, vor allem mit Blick zu Pressesprecherin Sabine Felker-Henn, die für das sehr umfangreiche Korrekturlesen zuständig war.
Für Geschichtsinteressierte ein Muss
„Ein toller etablierter Selbstläufer mit Dingen, die die Öffentlichkeit sonst nie erfahren würde“, fasste Daniela Klimmt zusammen. Und Martin Häffner ergänzte, „wer sich für Trossingen und die Geschichte interessiert, für den ist das Jahrbuch Trossingen gewissermaßen ein Muss“.
Die Autoren Auch wenn inzwischen einige langjährige Stammautoren aufgrund ihres Alters oder sogar Todes weggebrochen seien, kann Häffner auf einige „altgediente“ Autoren setzen. So sei Thomas Fink seit 2001 am längsten dabei und habe in diesem Jahr in der mageren Rubrik Publikationen die Neuauflage des Hersteller-Lexikons „Hohner, Seydel, Köstler, Koch und die vielen and’ren noch“ beleuchtet. Auch Pfarrer Torsten Kramer hat wie seit dem Jahr 2002 wieder einen Rückblick über die evangelische Kirchengemeinde verfasst.
Als Gastautor konnte Häffner Arno Specht, Pressesprecher der Stadt Tuttlingen, gewinnen mit seinem Beitrag „‘Für Demokratie gegen Extremismus‘ – Vorstellung und Diskussion eines Buchprojektes“. Eine Gruppe Schüler aus Brandeburg hatte sich mit dem Thema befasst, ein Buch geschrieben und im Oktober 2025 Schülern aus Trossingen, Aldingen und Tuttlingen vorgestellt. Der Gastautor ist in Trossingen kein Unbekannter, war er doch in den 1990er-Jahren als Redakteur in Trossingen tätig und hat bereits für das erste Trossinger Jahrbuch 1997 eine Glosse über das alte Hohner-Areal geschrieben.
Siebtklässer erzählt von Reise nach Trier
Als jüngster Autor präsentiert sich im neuen Jahrbuch Phineas Baumgarten, Siebtklässler des Gymnasiums Trossingen, mit seinem Erlebnisbericht „Auf den Spuren der Römer: Unsere Zeitreise nach Trier“. Dies weckt in Martin Häffner die Hoffnung, dass es auch in Zukunft nicht an jüngeren Autoren mangeln wird.
Rückblicke Den Jahresrückblick von Trossingen hat Sabine Felker-Henn mit Unterstützung von Larissa Schütz auf elf bebilderten Seiten verfasst, während Ortsvorsteher Wolfgang Schoch auf neun Seiten auf die Geschehnisse im Ortsteil Schura zurückblickt.
Bilderbogen mit einer bunten Vielfalt aus dem Alltagsleben
Ein weiterer spannender Bericht von Wolfgang Schoch beschreibt die Nachkriegszeit „Schura um 1948/49 – am Wendepunkt in eine neue Zeit“. Auf 13 Seiten finden die Leser den Bilderbogen mit einer bunten Vielfalt aus dem Trossinger Alltagsleben im Jahr 2025.
Die Entwicklung des Tabakshops Spehn und seine spannende Vorgeschichte, gewürzt mit Anekdoten und Besonderheiten, beleuchtet Martin Häffner. Am 1. Mai 2025 endete die Ära Spehn, Familie Haas hat den Tabak-Shop übernommen.
Die Nazizeit Ein sehr „heikles Thema“, wie er betont, hat Häffner auch aufgegriffen mit dem Bericht „Die Firma und das Dritte Reich“ mit vielen Fotos, wie die heutige Cluser Straße, die beflaggt entlang der Hohnerfabrik die Paradestraße der NS-Zeit gewesen ist und von 1933 bis 1945 Fritz-Kiehn-Straße hießt. Im Interview mit Martin Häffner berichtet die heute über 90-jährige Lia Hoffman, geborene Steuer, als Zeitzeugnis unter dem Thema „Bomben auf Trossingen“, wie sie damals als Zwölfjährige die Kriegszeit in Trossingen erlebte.
Walter Haas schrieb über den Bau der Theresienkirche in schwierigem politischem Umfeld in den 1930er-Jahren, während Sabine Felker-Henn vom Erfolgsprojekt „Birk-Areal“ und dem Quartierspicknick im Mai 2025 ein positives Thema aufgreift. „Das Quartierspicknick macht greifbar, wie gelungene Stadtentwicklung aussehen kann – gemeinschaftlich, offen, lebendig. Und es zeigt, was Städtebauförderung bewirken kann, wenn viele gemeinsam daran arbeiten.“
Jubiläen Nicht zu kurz kommt die Rubrik Jubiläen: Zehn Jahre HSG Baar, eine Erfolgsstory; 50 Jahre Schützenverein Trossingen, 50 Jahre Jugendfeuerwehr Trossingen, 50 Jahre Grundschule Rosenschule, 50 Jahre Foto-, Film- und Videoclub, 75 Jahre Zweckverband Baarwasserversorgung. Auch Jubiläen, die nicht gefeiert wurden oder nicht gefeiert werden konnten, sind festgehalten, beispielsweise 100 Jahre Kino, 125 Jahre Krankenpflegeverein Trossingen oder 125 Jahre „Wäsch-Bilger“, auch der Kinderschutzbund, der seit 2019 nicht mehr existiert, wäre 50 Jahre alt geworden.
Ansichtskarten Auch das legendäre Trossinger Fachgeschäft, der „Gschirr-Jockel“, hätte 2025 seinen 100. Geburtstag feiern können. Doch es wurde bereits im Jahr 2008 geschlossen. Martin Häffner hat auf drei Seiten die Geschichte vom „Gschirr-Jockel“ aufgeschrieben. Sein absoluter Favorit sind aber die Trossinger Ansichtskarten, die aus der Kartensammlung von Horst Kapp präsentiert werden.
„Zwischen Salatkopf und Schulunterricht“
So manchen zum Schmunzeln bringen werden die „Geschichten aus dem Rathaus aus den 1970er Jahren“, die in einem Beitrag von Ursel Gula zu finden sind. In einem weiteren Beitrag mit dem Titel „Zwischen Salatkopf und Schulunterricht“ schreibt sie über die Kooperation der Solwegschule mit der Firma Kapp Gartenbau und Floristik. Viele weitere Beiträge – von historisch bis aktuell, von nachdenklich stimmend bis heiter und lustig bereichern das Jahrbuch 2025.
Das Rätsel Auch Rätselfans kommen wieder auf ihre Kosten beim heimatkundlichen Bilderrätsel, bei dem es 15 attraktive „Trossinger Preise“ sowie für alle weiteren richtigen Einsendungen Trostpreise aus dem Souvenirshop der Stadt zu gewinnen gibt. Nicht ganz einfach, doch wer das Jahrbuch sorgfältig liest, kann das Rätsel leicht lösen.
Das Buch
Bezugsquellen
Das Trossinger Jahrbuch 2025 ist in einer Auflage von 650 Stück erschienen und kann im Bürgerbüro, bei Tabak Haas, der Hofbuchhandlung Morys, der Volksbank und der Kreissparkasse für 17,50 Euro erworben werden.