Bei einem Rundgang anlässlich des Tags der Städtebauförderung erhielten Besucher von Frank Wilhelm vom Bauamt Einblicke in die laufende Sanierung der Sternenberghalle in Friesenheim. Besonders die Zahlen zur neuen Lüftungsanlage sorgten für Staunen.
Zum Tag der Städtebauförderung trafen sich die Teilnehmer an der Sternenberghalle, die – entworfen von Architekt Carl Langenbach – auch nach 45 Jahren noch Bewunderung erfährt.
Vorgestellt wurde der aktuelle Stand der Sanierung der Lüftungsanlage und die komplexe Technik, die damit einhergeht. Für den reibungslosen Ablauf der Sanierungsarbeiten und die Koordination sämtlicher Gewerke zeichnet sich Frank Wilhelm vom Bauamt verantwortlich.
Am Samstagmittag stand er den Gästen für ihre Fragen zur Verfügung und führte sie durch die Großbaustelle Sternenberghalle.
Kosten lassen Besucher sprachlos zurück
Zum Herzstück der umfangreichen Sanierungsarbeiten zählt vor allem der Neubau eines 300 Quadratmeter großen Betongebäudes auf der Südseite der Sternenberghalle, das sich direkt an die Halle fügt. Die Lüftungszentrale wurde komplett erneuert und im neuen Gebäude eingerichtet. Sie entspricht dem neuesten Stand der Technik. Allein die Lüftung habe einen Auftragswert von 1,15 Millionen Euro. Hinzu kommen Erd- Mauer und Betonarbeiten in Höhe von 0,7 Millionen Euro. Darin enthalten ist auch die Bewegung und Entfernung von 5000 Tonnen Baugrubenaushub.
Die Pflasterung auf den Wegen unmittelbar vor dem Lüftungsgebäude zeigte sich beschädigt. Hier rechnet Wilhelm mit weiteren Ausgaben in Höhe von 100 000 Euro. Auf dem Dach für die Lüftungsanlage werde ein Freisitz errichtet, der sowohl Sport- als auch Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel erlaube. Allein die Planungskosten übernehmen 0,9 Millionen Euro im Gesamtumfang der Sanierungskosten in Höhe von 4,5 Millionen Euro, was die Besucher teilweise sprachlos zurückließ. Umso mehr entfaltete sich bei einzelnen Anwesenden auch die Erkenntnis: „So gesehen wundern einen die hohen Sanierungskosten nicht.“
Arbeiten sollen im September fertig sein
Auch die beste Lüftungstechnik funktioniert jedoch nicht ohne moderne Gebäudeautomation, die mit 240 000 Euro zu Buche schlägt, Elektroarbeiten kosten 230 000 Euro und die Brandmeldeanlage weitere 106 000 Euro. Die Sanitärarbeiten kosten 113 000 Euro. Vergleichsweise günstig erscheint dabei die Aufzugsanlage mit einem Volumen von 70 000 Euro oder die Dachabdichtungsarbeiten in Höhe von 92 000 Euro. Insgesamt wurden für die Baumaßnahme 22 verschiedene Gewerke ausgeschrieben. Davon ist lediglich das Gewerk „Außenanlagen“ noch nicht vergeben. Für Frank Wilhelm hat dies einen einfachen Grund: „Ich musste erst einmal schauen, wie viel der Pflasterarbeiten und der Außenanlage von den Sattelschleppern in Mitleidenschaft gezogen worden sind.“
In der Sternenberghalle steht aktuell ein riesiges Gerüst, auf dem sich eine Zwischendecke befindet für die Lüftungs- und Kabelarbeiten an der Decke. Der Parkettboden ist mit Filzdecken gesichert. Frank Wilhelm rechnet damit, dass die Kostenkalkulation in Höhe von 4,5 Millionen Euro für die Sanierung der Lüftungsanlage eingehalten wird. Knapp 4 Millionen Euro seien bereits vergeben. Sollte es keine unvorhergesehene Ausfälle geben, dürften die Mittel auch komplett ausreichen. Allerdings lässt er heute schon durchblicken: „Es werden weitere Sanierungsmaßnahmen in den kommenden Jahren anstehen. Im September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und die Nova der Werbegemeinschaft Friesenheim darf stattfinden.
Mittelpunkt der Gemeinde
Die Kosten für die Sternenberghalle stehen im Haushalt der Gemeinde Friesenheim mit 4,5 Millionen Euro. Für die Sanierung erhielt die Gemeinde 1,4 Millionen Euro Förderung vom Bund und 0,5 Millionen Euro aus der Förderung „Entwicklung Ländlicher Raum“ (ELR). Die Sternenberghalle wurde im Jahr 1981 errichtet und stellt den kulturellen Mittelpunkt der Großgemeinde Friesenheim dar. Im Jahr 1981 kostete die Sternenberghalle 7,7 Millionen Deutsche Mark. Auf lange Sicht wird der Erhalt der Sternenberghalle die Gemeinde weitere Millionen kosten.