Noch ist es herbstlich, doch bald schon soll es weihnachtlich rund um die Kirche St. Bonifatius werden. Foto: Gabriele Hauger

Lörrach bekommt dieses Jahr gleich zwei Weihnachtsmärkte. Erstmals einen um die Kirche St.Bonifatius. Es wird einiges geboten.

Harald Kellermann liebt Weihnachten über alles. Wichtig ist dem Mesner dabei aber auch die Besinnung auf den christlichen Ursprung des Festes. „Wir möchten Jung und Alt zu uns in und um die Kirche bringen und jenseits des bloßen Kommerz’ zum Ursprung des Weihnachtsfestes zurück“, erklärt der 37-jährige Familienvater gegenüber unserer Redaktion.

 

Bereits im Sommer war bekannt geworden, dass neben den traditionellen Ständen auf dem Alten Markt auch rund um St. Bonifatius ein weihnachtliches Angebot geplant ist. Die Idee war in einer lockeren Runde nach dem Fronleichnamsgottesdienst entstanden – und nimmt nun Gestalt an.

Nägel mit Köpfen

Das Organisationsteam hat bereits Nägel mit Köpfen gemacht, der Plan des Weihnachtsdorfes steht, neun Hütten werden auf dem Kirchplatz aufgebaut. Die ersten Buden sollen demnächst im Garten der Gemeinde aufgestellt werden, erzählt Kellermann auf Nachfrage „Wir schaffen weg, was möglich ist“, lacht er. Denn die Organisation sei neben der normalen Arbeit ein ziemlicher Kraftakt.

Vom 11. bis 21. Dezember

Das Weihnachtsdorf in Hof, Garten und Gemeindehaus dauert zehn Tage, vom 11. bis 21. Dezember. An drei Tagen überschneide es sich also mit dem anderen Markt. Die Organisatoren wollen sich indes keinesfalls als Konkurrenz zum traditionellen Weihnachtsmarkt verstehen, zumal ihr Angebot doch anders ausgerichtet sei, betont Harald Kellermann.

Mesner und Organisator Harald Kellermann Foto: Adam Matysik

Zentral sei hier nämlich die Kirche. Dort finden verschiedene Andachten statt, darunter eine, die sich „Die unendliche Geschichte“ zum Thema nimmt, eine morgens um sechs Uhr oder eine „Krümelkirche“ für die Kleinen mit Diakon Ralf Ochs.

Es gibt mehrere Konzerte mit der Stadtmusik (Jugend und Aktivorchester), HTG-Schüler treten auf, und auch Peter Reimtgut hat am 20. Dezember einen Auftritt. Zudem spielen die Turmbläser zur Eröffnung am 11. Dezember, die um 17.50 Uhr beginnt, auf der Dachterrasse. Musik soll es drinnen und draußen geben, alles werde schön geschmückt, ein Lichtertor soll die Besucher ins Weihnachtsdorf einladen.

„Segen to go“

An den vielen Ständen gibt es von Gemeindemitgliedern Selbstgebasteltes und -genähtes, Blumen und Gestecke, Weihnachtsdeko und vor Ort gemalte Karten, listet Kellermann auf. Unicef sei ebenso mit einem Stand vertreten wie andere Gruppierungen. Die evangelische Kirche sei mit im Boot, in einem aufgebauten kleinen Gewächshaus bietet sie „Segen to go“.

Essensstände gibt es natürlich auch. So sorgt die Narrengilde, die auch beim Aufbau mit engagiert ist, für Flammwaie, Schupfnudeln und Glühwein, ein Barbetrieb wird bis 22 Uhr angeboten. „Alleine könnten wir das alles gar nicht stemmen.“

Auch Schlittschuhlaufen

Wichtig ist ihm, dass auch für Kinder einiges geboten wird. Sie können mit der Bäckerei Paul Plätzchen backen. Und dürften sich über eine Eisbahn samt Schlittschuhverleih freuen – Erwachsene natürlich auch.

Die Innenstadt beleben

Wichtig ist dem Mesner zu betonen, dass der Weihnachtsmarkt in keiner Weise den traditionellen Markt kritisieren will. „Wir haben vor der Bekanntgabe auch mit Oberbürgermeister Jörg Lutz gesprochen. Der fand die Idee gut: Alles, was die Innenstadt belebe, sei positiv zu sehen, sagte er uns“, erklärt Kellermann.

Eine mit KI erstellte Animation, wie das Weihnachtsdorf aussehen könnte. Foto: KI-Animation

Mit dem Angebot wolle man zeigen: „Kirche ist nicht verstaubt, wir bieten für alle etwas an. Wir möchten die Menschen ansprechen, die sonst vielleicht nicht zu unserer Kirche kommen. Wir öffnen uns für alle.“ Die Resonanz nach Bekanntgabe der Pläne sei im Übrigen äußerst positiv gewesen.

Stets kirchlich engagiert

Seit acht Jahren arbeitet der gebürtige Lörracher als hauptberuflicher Mesner, bereits zuvor war er von Jugend auf ehrenamtlich in der Gemeinde engagiert. Die Vorweihnachtszeit dürfte für ihn mit der Weihnachtsmarkt-Premiere noch trubeliger werden als sonst. Er selbst stammt aus einer Großfamilie mit sechs Geschwistern. „Am Weihnachtsabend selbst möchte ich es aber etwas ruhiger angehen – mit meiner Frau und den Kindern“, lacht er.

Verläuft der Weihnachtsmarkt erfolgreich, werde an eine Fortsetzung gedacht.