Abgesehen von den Tieringern müssen alle Meßstetter mit Durchgangsverkehr mitten im Ort leben. Was lässt sich gegen die ständige Belastung tun?
Der Kernort Meßstetten und die sechs Stadtteile sind über die drei Landesstraßen 196, 433 und 440 sowie mehrere Kreis- und Gemeindeverbindungsstraßen miteinander verbunden; der Verkehr fließt, außer in Tieringen, das von der Landesstraße 440 je nach Fahrtrichtung links oder rechts liegen gelassen, mitten durch die Ortskerne. Lärm und Schadstoffausstoß sind die Folge; hinzu kommen die Gefährdung der Fußgänger und Radfahrer durch den motorisierten Verkehr und die Beeinträchtigung der Aufenthaltsqualität. Für die Zukunft ist mit noch mehr Verkehr zu rechnen; den wird das – hoffentlich – prosperierende Gewerbe im Interkommunalen Industrie- und Gewerbepark Zollernalb (IIGP Zollernalb) auf dem Geißbühl unweigerlich mit sich bringen.
Angesichts der bestehenden und der zu erwartenden Probleme hat der Gemeinderat vor einem Jahr die Planungsgruppe SSW aus Ludwigsburg mit der Erstellung eines Integrierten Verkehrsentwicklungskonzepts für die Gesamtstadt beauftragt. Für die Ortsdurchfahrt des Kernorts Meßstetten wird überdies ein Lärmaktionsplan der Stufe 3 erarbeitet, der einen Katalog von Maßnahmen zur Lärmminderung enthält. SSW hat bereits im vergangenen Jahr die aktuellen Verkehrszahlen längs der Hauptverkehrsstraßen in den Ortsteilen erhoben.
Großer Maßnahmenkatalog
Des weiteren nimmt das Büro Fuß- und Radverkehrsrelationen im Zusammenhang mit den Wegen zu Schulen, Kindertages-, Sport- und Freizeiteinrichtungen unter die Lupe, und es überlegt sich, wie sich Lärm und Schadstoffe verringern, die Verkehrssicherheit an Ortsein- und -ausgängen erhöhen, Fuß- und Radinfrastruktur von Barrieren und Hindernissen befreien und die Parksituation in den Ortsdurchfahrten – zumal in der Meßstetter – verbessern lässt. Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden dann auf ihre verkehrliche Wirkung untersucht, und es wird überprüft, welche Verkehrsverlagerungen sie zur Folge haben könnten.
Infomarathon mit sieben Stationen
Mittlerweile ist die Erhebung der relevanten Daten abgeschlossen; die Ergebnisse sollen nun den Meßstettern vorgestellt werden, damit diese die Probleme ihrerseits aus ihrer Sicht schildern und Anregungen geben können. Sieben Informations- und Diskussionsveranstaltungen sind geplant; die erste geht am Mittwoch, 22. Februar, in der Turn- und Festhalle Meßstetten über die Bühne, die zweite am Freitag, 3. März, in der Turn- und Festhalle Hartheim, die dritte am Montag, 6. März, in der Turn- und Festhalle Unterdigisheim, die vierte am Dienstag, 7. März, im Feuerwehrgerätehaus Hossingen. Am Donnerstag, 9. März, folgt der fünfte Infoabend in der Turn- und Festhalle Heinstetten, am Freitag, 10. März, der sechste im Naturerlebniszentrum Oberdigisheim und am Dienstag, 14. März, der siebte und letzte in der Tieringer Turn- und Festhalle. Zuerst werden Fachvorträge gehalten, danach diskutiert; moderiert wird die Debatte von den Ortsvorstehern sowie Vertretern von SSW und dem Stadtbauamt.