Im Sommer hat Luca Roth aus Meßstetten mehrfach geglänzt, beim Skispringen in Courchevel stand er auf dem Treppchen. Jetzt fährt er den Lohn ein.
Die starken Leistungen im Sommer-Grand-Prix haben sich für Luca Roth ausgezahlt: Der Skispringer aus Meßstetten (Zollernalbkreis) rückt für die Heim-Springen in Klingenthal am Wochenende ins deutsche Weltcupteam.
Bundestrainer Stefan Horngacher sorgte für einen Knall und warf den formschwachen Karl Geiger aus der Mannschaft. Der mehrfache Teamweltmeister Geiger war zuletzt in Wisla zweimal in der Quali gescheitert und soll „die Tage nutzen, um zusammen mit Trainer Max Mechler seine Sprungtechnik zu optimieren“, wie es Horngacher ausdrückt.
Das klingt ganz danach, als habe er die Hoffnung noch nicht verloren, dass es Geiger wieder schaffen kann, konkurrenzfähige Sprünge zu zeigen.
Der Druck ist da
Das erhöht den Druck auf Luca Roth, in Klingenthal seine besten Leistungen abzurufen. Der Junioren-Teamweltmeister von 2019 peilt in der Vogtland-Arena die ersten Weltcup-Punkte seit der Saison 2019/2020 (insgesamt 8) an.
Die meisten seiner Weltcup-Auftritte hatte er im Rahmen der Vierschanzentournee mit der nationalen Gruppe, dazu kamen die mit Punkte gekrönten Auftritte in Val die Fiemme – allerdings auch schon im Jahr 2020.
Mehr Nachsicht als mit Geiger übte Horngacher mit dem ebenfalls schwächelnden Andreas Wellinger, obwohl der auch beinahe in der zweiten Wisla-Qualifikation sein Waterloo erlebt hätte. „Andreas Wellinger, der nicht so weit weg ist, wie die Ergebnisse vermuten lassen, hat die letzten Tage noch einmal Trainingseinheiten in der Ramsau mit Trainer Andreas Mitter absolviert“, ließ der Bundestrainer wissen, „Andi freut sich auf die Schanze in Klingenthal, auf der er schon tolle Sprünge zeigen konnte.“ Das ist allerdings eben schon eine Weile her.
Für den auch schon mit den neuen Anzugregeln in (schlechte) Berührung gekommenen Luca Roth ist die Nominierung zum jetzigen Zeitpunkt eine Überraschung. „Für mich geht es mit dem ersten COC im finnischen Ruka los Mitte Dezember“, hatte er im Gespräch mit unserer Redaktion gesagt: „Mein Ziel ist es, dass ich an meine Sommerleistung anknüpfen kann und meine guten Sprünge auch im Wettkampf zeigen kann.“ Das kann er jetzt schon früher – und eine Etage höher, nämlich im Weltcup.
Los geht es am Freitag (19.30 Uhr) mit der Qualifikation. Es folgen die Springen auf der Großschanze am Samstag (15.45 Uhr/ARD und Eurosport) und Sonntag (14.30 Uhr Qualifikation/16.00 Uhr Springen/ARD und Eurosport).