Der Name des Stücks sagt schon das, was das Melchinger Theater Lindenhof den Besuchern bieten möchten: „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare wird an sieben Augustabenden im Römischen Freilichtmuseum aufgeführt.
„Wir wollen mit unserem Theater auf die Gassen strömen und es bewusst in die freie Landschaft setzen“, sagt Intendant Stefan Hallmayer und erläutert die Pläne des Melchinger Theater Lindenhofs: Vom 5. bis 12. August bringen die Schauspieler „Ein Sommernachtstraum“ des wohl berühmtesten englischen Dichters William Shakespeare auf die Bühne. Das besondere ist aber wo die Bühne steht – denn befindet sich vom 5. bis 12. August im Römischen Freilichtmuseum in Stein, eingebettet in römische Geschichte und – so hoffen die Veranstalter – warme Sommernächte.
Das Stück bietet eine große Portion Humor
Bei diesem Vorhaben gehen das Theater und der Förderverein Römisches Freilichtmuseum Hand in Hand. Jedes Jahr spielt das Theater Lindenhof in der Zollerstadt. Die Idee, das Spektakel unter freiem Himmel stattfinden zu lassen, ist laut Hallmayer bereits vor einem Jahr entstanden, als Corona und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen noch eher ein Thema waren als heute. Man erinnert sich: Im Freien gilt die Ansteckungsgefahr als geringer. Doch nun profitiert der „Sommernachtstraum“ von dem erhabenen Ambiente der antiken Gemäuer im Museum.
Zuverlässig in eine zauberhafte Welt entführen
Dass landauf landab gerade vermehrt „Ein Sommernachtstraum“ aufgeführt wird, sieht Dramaturg Georg Kistner keineswegs als Nachteil für die Melchinger, sondern vielmehr als Bestätigung: Der Sommernachtstraum garantiere als eines der wenigen Stücke, „zuverlässig in eine zauberhafte Welt entführt“ zu werden. Die Sehnsucht danach, „sich einfach mal auszuklinken“, sei wohl da, hält auch Bernd Brunner fest, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Römisches Freilichtmuseum.
Das Theater Lindenhof hat seine ganz eigene Übersetzung des Stückes, die im Hier und Jetzt spielt. Normalerweise sieht Shakespeare auch zwölf Schauspieler vor, in Stein werden es acht sein. Daher werde auch auf die ganze Rahmenhandlung in Athen verzichtet. Die Fassung wird etwas anders ablaufen als gewohnt, doch dafür kommt noch eine gehörige Ladung Humor dazu. „Den wir in so angespannten Zeiten auch so dringend brauchen, ergänzte Kistner.
Ein Ambiente, in der sich die Verwand
Für Claudia Rüll Calame-Rosset, die für Bühnenbild und Kostüme zuständig ist, ist es eine Herausforderung das Stück in eine passende Szenerie einzubetten, in der sowohl viel offen bleibt, aber dennoch viel möglich ist. Assoziative Dinge anbietet und Verwandlungen möglich macht.“ Doch ihr ist es gelungen, ein leichtes und doch verführerisches, gar zauberhaftes Ambiente zu erstellen, in der sich die Verwandlung entwickeln kann. Thomas Unruh unterstreicht diese Atmosphäre mit entsprechendem Sound.
Am 28. Juli auf der Gartenschau in Balingen
Dass der Aufführungszeitraum in die Sommerferien fällt, sei keineswegs eine Notlösung, sondern eine bewusste Entscheidung: „Nicht alle Menschen sind im Urlaub“, stellt Hallmayer klar. „Wir wollen denen, die dageblieben sind wie auch den Urlaubern in der Region etwas bieten.“ Gespielt werde übrigens auch wenn es regnet. Nur wenn es Katzen und Hunde hagelt werde umdisponiert.
Zum Beginn der Urlaubszeit führt das Theater Lindenhof sozusagen eine Generalprobe in Balingen durch: Auf dem Gelände der Gartenschau, in den Erlebnisauen, ganz am nördlichen Ende, wird „Ein Sommernachtstraum“ am Freitag, 28. Juli, ab 21 Uhr aufgeführt.
Beginn der Vorstellungen im Römischen Freilichtmuseum beginnen jeweils um 20.30 Uhr. Das Gelände wird um 19 Uhr geöffnet und kann mit dem Theaterticket besichtigt werden. Es wird bewirtet. Karten im Vorverkauf gibt es online unter www.theater-lindenhof.de oder im Service- und Kartenbüro Theater Lindenhof, Telefon 07126/92 93 94, oder E-Mail an karten@theater-lindenhof.de.
Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare
Die Handlung
König Theseus will Hippolyta heiraten. Sie will nicht, hat aber keine andere Wahl. Hermia, die Lysander liebt, wird von ihrem Vater vor den König geschleppt, damit dieser die vom Vater angeordnete Heirat mit Demetrius durchsetzt. Hermia und Lysander fliehen. Der verlassene Demetrius geht den beiden hinterher und wird wiederum von Helena verfolgt, die in ihn verliebt ist. Ein Paar Handwerker proben an abgelegenem Ort ein Theaterstück, das sie zur Hochzeit des Königs aufführen wollen. Und der Waldkönig Oberon liegt im Zwist mit seiner Titania. Aus Rache sendet er seinen Diener Puck aus, damit dieser den Nektar einer Zauberblume Titania einträufelt. Sie verliebt sich beim Erwachen in den Handwerker Zettel, der nichts sehnlicher will, als auf die Bühne zu kommen, von Puck aber in einen Esel verzaubert wurde. Liebeskummer wird zur Raserei, der Zufluchtsort zum Albtraumdickicht.
Das Ensemble
Regie: Christoph Biermeier, Bühne und Kostüme: Claudia Rüll Calame-Rosset, Musik: Thomas Unruh, Dramaturgie: Georg Kistner; Regiehospitanz: Lilia Unger