Verteidiger-Talent Colin Schlenker blickt auf seinen Wechsel und die vergangenen anderthalb Jahre zurück. Die U20-WM im Dezember ist das nächste große Ziel.
Etwas Pech hatte der gebürtige Schwenninger Colin Schlenker zuletzt. Kurz vor der Länderspielpause zog er sich im Spiel des EHC Freiburg gegen Bad Nauheim (DEL2) eine Unterkörperverletzung zu. Der Verteidiger konnte deshalb nicht am einwöchigen Lehrgang der deutschen U20 Nationalmannschaft in Füssen – mit den drei Länderspielen gegen Finnland – teilnehmen.
Sein großes Ziel bleibt: Erstmals bei der U20-WM, die ab Ende Dezember in Minneapolis/St. Paul (USA) stattfindet, dabei zu sein. Darum kämpft Colin Schlenker jetzt auch aktuell in der Reha, um schnell wieder auf das Eis zurückkehren zu können.
Vor anderthalb Jahren entschied sich der Sohn einer großen Eishockey-Familie in Schwenningen, das U20-Team der Wild Wings Future in Richtung Mannheim zu verlassen. „Es ging für mich um den nächsten Schritt. Ich wollte mich einfach weiterentwickeln. Natürlich war es nicht einfach, das gewohnte Umfeld, die Freunde, hier zu verlassen.“
Optimales erstes Jahr
Sein erstes Jahr bei den Jungadlern hätte nicht besser laufen können: Mit dem DNL-Team wurde er deutscher Meister. Außerdem verzeichnete er Einsätze beim Oberligisten Stuttgart, der mit den Adlern zusammenarbeitet und hatte vier internationale Einsätze mit dem deutschen U19-Team. „Es war eine perfekte Saison für mich“, blickt Colin Schlenker zurück. Die Belohnung: Im Sommer konnte der Neckarstädter einen Profi-Vertrag bei den Adlern unterschreiben.
Die Saisonvorbereitung mit dem runderneuerten DEL-Kader der Mannheimer machte Schlenker im Sommer komplett mit. Der Höhepunkt war das Trainingslager in Kitzbühl, bei diesem die Mannschaft auch durch Team-Wettkämpfe und Unternehmungen abseits der Eisfläche noch mehr zusammenwuchs.
Angetan von Dallas Eakins
Von diesem neuen Teamspirit in Mannheim ist auch der 19-Jährige begeistert. „Es sind alles großartige Charaktere im Kader. Wir jungen Spieler werden sehr unterstützt. Dieser tolle Spirit hat sich ja auch in dem erfolgreichen ersten Saisondrittel in der DEL widergespiegelt. Unser Chefcoach Dallas Eakins fördert diesen Zusammenhalt sehr.“
Von der Art und Weise, wie Eakins besonders auch mit ihm und den anderen nachrückenden Talenten umgeht, schwärmt Colin Schlenker: „Die Gespräche sind sehr ausführlich und intensiv. Dallas Eakins war genau darüber informiert, wie bei mir die Leistungen waren, als ich die fünf Spiele im Herbst für Stuttgart mit der Förderlizenz gemacht habe.“ Bisher in dieser Saison kam der Schwenninger auf drei Einsätze im DEL-Team und spielte auch noch acht Mal für die Mannheimer U20.
„Ein Höhepunkt war für mich dann natürlich auch mein erstes DEL-Spiel gegen Straubing.“
Das Engagement in Freiburg
Vor drei Wochen erfolgte, um weiter viel Spielpraxis zu sammeln, für ihn der vorübergehende Wechsel zum EHC Freiburg. Dazu ist zu wissen, dass die Kooperationsmodelle nicht mehr so starr in der DEL/DEL2 verankert sind wie früher. „Dort, wo es passt, wirst du als junger Spieler dann weiter gefördert“, so Colin Schlenker.
Die ersten vier Spiele liefen für ihn mit den Freiburger Wölfen – persönlich – erfreulich. „Ich habe viel Eiszeit bekommen. Aber natürlich hätten wir uns in dieser Zeit mehr Punkte gewünscht.“ Noch steht der EHC Freiburg auf dem letzten Platz in der DEL2.
Für das Verteidiger-Talent ist es nun wichtig, schnell wieder fit zu werden und seine Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben. Seine Entwicklung in den vergangenen anderthalb Jahren war positiv. „Auch wenn mir der Wechsel von Schwenningen nach Mannheim nicht leichtfiel, aber er war wichtig für meinen persönlichen Prozess“, blickt der Schwenninger Junge zurück.