Die Enttäuschung nach der Potsdam-Pleite war den HBW-Akteuren Mex Raguse (links) und Benedek Nagy ins Gesicht geschrieben. In Dresden sollen wieder Punkte her. Foto: Eibner-Pressefoto/Andreas Ulmer

In der zweiten Handball-Bundesliga gibt der HBW Balingen-Weilstetten am Samstag (18 Uhr) seine Visitenkarte beim Tabellenzweiten HC Elbflorenz in Dresden ab.

Das hat man sich im Lager des Handball-Zweitligisten HBW Balingen-Weilstetten ganz anders vorgestellt. Zum Rückrunden-Auftakt verloren die „Gallier“ nach rund 15 Monaten mal wieder ein Heimspiel und das ausgerechnet gegen den Mitaufstiegskonkurrenten vom 1. VfL Potsdam.

 

Nach einer intensiven Vorbereitung mit drei erfolgreichen Tests gegen den TVB Stuttgart, den HC Oppenweiler/Backnang und die Kadetten Schaffhausen starteten die „Gallier“ voller Zuversicht ins Duell mit Erstligaabsteiger Potsdam. In der nahezu ausverkauften Mey-Generalbau-Arena war alles für einen gelungenen Auftakt ins Handballjahr 2026 angerichtet – und für die Revanche für die Niederlage zum Hinrundenstart.

Doch wie erwartet entwickelte sich ein hart umkämpftes Verfolgerduell, in dem beide Teams konsequent zur Sache gingen. Die Mannschaft von Trainer Matthias „Matti“ Flohr kam jedoch nie so richtig in ihren Rhythmus. Der VfL Potsdam stand stabil, zog sich schnell zurück und unterband so das Tempospiel der Gastgeber. Schnelle, einfache Treffer blieben dadurch Mangelware – und die „Gallier“ mussten sich jeden Abschluss mühsam erarbeiten, was am Ende nicht entscheidend oft gelang.

Potsdam-Niederlage schmerzt

Der Balinger Kommandogeber Matti Flohr war nach Pleite zum Re-Start natürlich bedient: „Wir haben einfach nicht gezeigt, dass wir besser sind als Potsdam. Es war zwar ein Spiel auf Augenhöhe, aber wir haben es nicht geschafft, eine Dominanz in Abwehr und Angriff herzustellen. Ergänzend kam hinzu, dass wir nicht in unser Tempospiel gekommen sind, wie wir uns das eigentlich vorgenommen hatten. Das werden wir aufarbeiten müssen.“

Durch die Niederlage fiel der HBW auf Rang fünf zurück. Am Abstand zur Spitze änderte sich jedoch nichts: Weiterhin trennen die Gallier nur zwei Punkte von Platz zwei und den Aufstiegsrängen. Dass der Rückstand stabil blieb, lag auch am Patzer von Wintermeister Elbflorenz. Die Sachsen verloren das Spitzenspiel bei der SG BBM Bietigheim mit 27:31 und gaben damit die Tabellenführung wieder ab.

Dabei war Elbflorenz über weite Strecken auf Augenhöhe. Nach einem Drei-Tore-Rückstand kämpften sich die Gäste zurück und gingen in der 38. Minute sogar mit 21:20 in Führung. In der entscheidenden Phase fehlte jedoch die Durchschlagskraft: Mehrfach scheiterten die Sachsen am starken Bietigheimer Keeper oder an eigenen Fehlern. Die Hausherren nutzten ihre Chancen konsequent und stürmten mit dem 31:27-Erfolg zurück an die Tabellenspitze.

Grüner und Bauer fraglich

Personell steht beim HBW vor dem Spiel in Dresden hinter den Einsätzen von Außenspieler Tim Grüner (Leistenprobleme) und Kreisläufer Stefan Bauer (Knieprobleme) weiterhin ein Fragezeichen. „Wir steigern die Intensität von Tag zu Tag. Ob es gegen Dresden dann schon reicht, wird sich zeigen“, sagte der großgewachsene Kreisläufer beim vergangenen Heimspiel etwas wehmütig am Spielfeldrand. „Natürlich will man den Jungs helfen, da ist es natürlich doppelt schwer, wenn man draußen sitzt und dies nicht möglich ist, so Bauer weiter.