Das neu angekündigte „Bang Festival“ in Rottweil sorgt für Zweifel und Kritik. Veranstalter Karl Henssler meldet sich zu Wort- doch können seine Erklärungen die Bedenken aus dem Weg räumen?
Das „Bang Festival“ in Rottweil sorgt weiterhin für Aufsehen und Diskussionen in der Metal-Szene. Veranstalter Karl Henssler hat sich nun an unsere Redaktion gewandt, um seine Perspektive darzulegen und auf die Kritik zu reagieren.
„Das BANG! Festival ist ein Rockfestival, das Progressive, Black Metal sowie Alternative Rock einschließt“, erklärt Henssler. Es soll vom 10. bis 12. Juli auf dem Flugplatz Rottweil/Zepfenhan stattfinden. An den drei Tagen sollen insgesamt 28 Bands auftreten, von denen laut Henssler die meisten bereits vertraglich gebunden sind. Diese „können aber teilweise aus verschiedenen Gründen noch nicht veröffentlicht werden“, fügt er hinzu.
Ambitionierte Pläne
Henssler plane mit rund 20 000 Besuchern für die erste Ausgabe des Festivals, auch wenn das Gelände seiner Aussage nach Platz für bis zu 40 000 Gäste bietet. „So viel Platz gibt das Gelände her. Wie viele am Ende kommen, weiß vorher niemand“, betont er. Er erläutert zudem, dass es vier Preisstufen für die Tickets geben werde – von „Black Friday“ über „Early Bird“ bis hin zu regulären Tickets.
Organisation mit offenen Fragen
Trotz der ambitionierten Pläne gibt es kuriose Umstände rund um die Organisation des Festivals. Die Polizei scheint bislang nicht über die Veranstaltung informiert zu sein. Henssler räumt ein: „Dazu können wir nichts sagen. Möglicherweise liegt es daran, dass das Sicherheitskonzept noch nicht erstellt wurde, da erst der Lageplan genehmigt werden muss.“ Dies ist jedoch eine Grundvoraussetzung für Großveranstaltungen dieser Größenordnung. Auch der Stadtbrandmeister von Rottweil, Frank Müller, hat auf Nachfrage bestätigt, dass ihm bisher keine Informationen zu dem Festival vorliegen.
Keine Konkurrenz
Auf die Frage, ob das „Bang Festival“ eine Konkurrenzveranstaltung zum „RV-Bang Open Air“ in Balingen darstelle, entgegnet Henssler: „Nein, das ist ein komplett anderes Konzept. Das eine ist ein Verein, der vorher in Kneipen Konzerte mit 100, 200, 300 Gästen veranstaltet hat, ohne jegliche Vernetzung in die Szene und offenbar ohne viel Marketing-Erfahrung. Wir hingegen sind alle seit Jahrzehnten in der Metal-Szene verwurzelt.“
Henssler betont zudem, dass das „Bang Festival“ eigenständig sei, auch wenn es an das ursprüngliche „Bang Your Head!!!“-Festival angelehnt sei. „Da wir die damalige Planung von Horst Franz weitergeführt haben“, erklärt er. Allerdings hatte sich das „Bang Your Head“-Team klar von Hensslers Veranstaltung distanziert.
Wer ist „wir“?
Henssler spricht häufig von „wir“, nennt jedoch keine weiteren Personen oder Organisationen, die hinter dem Festival stehen. Die Veranstaltung läuft über seine Eventagentur „Magus Events“, an der er in Portugal zu 49 Prozent beteiligt ist. Auffällig ist die Verwirrung um seinen Namen: In Deutschland tritt er im Impressum als „Karl Henssler“ auf, in Portugal nutzt er den Namen „Kalle“, wobei beide Firmen dieselbe Steuer-Identifikationsnummer verwenden.
Reaktion auf die Kritik
Auf Kritik, warum im Impressum von „Magus Events“ nicht sein richtiger Name stehe, entgegnet Henssler: „Das ist Unsinn. Ganz schlecht recherchiert. Noch nicht einmal der Firmenname ist richtig.“
Auf die Frage, was ihn dazu bewogen habe, in Portugal Coverbands am Strand spielen zu lassen und nun ein Metal-Festival im Neckarvorland zu veranstalten, antwortet er nüchtern: „Weil ich es kann.“
Flugtaxi zum Festival
Das Festival soll auf dem Flugplatz in Rottweil stattfinden, der laut Henssler nicht nur Platz für die Besucher bietet, sondern auch die Anreise per Flugzeug ermöglicht. „Das ist richtig. Es ist ja ein Flugplatz“, so Henssler.
„Es gibt vier unabhängige Zu- und Abwege, mit denen die Logistik leicht gehandhabt werden kann“, erklärt er auf die Frage, wie infrastrukturelle Herausforderungen wie Zufahrtswege gelöst werden sollen. Doch wie Bühnen, Campingflächen und andere Bereiche auf dem Gelände organisiert werden sollen, bleibt weiterhin unklar.
Jahrelange Vorerfahrung
Henssler beschreibt sich selbst als erfahrenen Eventmanager mit 20 Jahren Berufserfahrung. Er gibt an, als Dienstleister bei Festivals wie dem Southside Festival, Rock im Park und dem Summer Breeze mitgewirkt zu haben.