Achim Buckenmaier, Geistlicher aus Hechingen, hat im Jahr 2019 Papst Franziskus in Rom persönlich getroffen. Foto: © Vatican Media/Divisione Produzione Fotografica

Er wurde 1959 in Hechingen geboren, wurde Priester und sein Weg führte ihn für viele Jahre nach Rom. Achim Buckenmaier ist Papst Franziskus direkt begegnet, und er hat tiefe Einblicke in die Arbeit des Vatikans.

985 zum Priester geweiht, durchlief Achim Buckenmaier als Theologe eine steile Karriere, die ihn von 2009 an für zehn Jahre auf einen Lehrstuhl an einer päpstlichen Universität in Rom führte. 2011 wurde er noch unter Papst Benedikt Konsultor, also ein Berater des Vatikans. Papst Franziskus hat ihn 2017 und 2022 in diesem Amt bestätigt. Auch wenn er heute wieder in Hechingen lebt, ist er über dieses Amt noch immer mit der Arbeit des Vatikans verbunden.

 

Die Pracht ist den Festgottesdiensten vorbehalten

„Das ist ein Amt im Auftrag des Papstes, aber natürlich arbeitet man da nicht direkt mit dem Papst zusammen“, schränkt er ein. Konsultoren würden einem Kardinal zuarbeiten, der mit dem Papst in Kontakt sei. Die tägliche Arbeit im Vatikan sei übrigens keineswegs pompös. „Auch die Kardinäle kommen da frühmorgens mit ihrer Aktentasche im schlichten Gewandt und arbeiten tapfer unglaublich lange und viel.“ Die Pracht sei den Festgottesdiensten vorbehalten, der Alltag sei viel schlichter.

Papst hört zu und wägt ab

Und ein guter Teil dieser Arbeit bestehe aus dem sehr komplexen Schriftwechsel, über den die Kirche ihre tiefgreifenden Fragen oft über Jahre hinweg überlege und aushandele. Der Papst sei Teil davon, lasse sich von Fachleuten Fragen beantworten, erteile Aufträge, höre zu, wäge ab, „und am Ende hat er als Papst auch das letzte Wort, da sind wir uns alle einig“, so Achim Buckenmaier. Aber es sei eben immer so, dass alle Entscheidungen zuvor in unglaubliche viele Richtungen abgewogen und diskutiert würden. Deshalb regiere ein Papst „nicht wie ein absoluter Monarch“, betont Buckenmaier.

Deutsche sind nicht der „Nabel der Welt“

Er stehe ohnehin seinen eigenen Überzeugungen ohnehin sehr demütig gegenüber, betont Buckenmaier. „Wir Deutsche machen nur 1,5 Prozent der Katholiken weltweit aus, die Kirche steht für ein über Jahrhunderte entwickeltes Wissen, es arbeiten so viele hochkompetente Leute hier zusammen“, führt er aus. „Wir Deutsche und schon gar nicht ich selbst sind der Nabel der Welt, das muss uns bewusst sein.“

Diese Demut hat er durchaus gelebt. Mit Joseph Ratzinger, dem späteren „deutschen“ Papst Benedikt, hatte er eine persönliche Verbindung. Dessen Nachfolger Papst Franziskus setzte dann ganz eigene Prioritäten. Fand er das schwierig? Nein, auch das sei jemand gewesen, „den ich hoch geachtet habe“, betont er, ergänzt allerdings: „Man muss kein absoluter Fan eines Papstes sein“, ein Sich-Auseinandersetzen mit Positionen sei immer möglich.

Beten für eine gute Wahl während des Konklaves

Er sei unglaublich froh, dass die Päpste in der jüngeren Geschichte „alles sehr gute Leute für dieses Amt waren“. Er bete natürlich täglich, dass während des Konklaves erneut eine gute Wahl glücke. Es sei ja nicht Gott, der hier die Wahl treffe, betont er, „denn Gott handelt in diese Welt hinein immer nur über die Menschen“.

Und der Papst sei zwar wichtig, sagt Achim Buckenmaier, aber eines müsse jedem Christen bewusst sein: „Wenn jemand hier in seinem eigenen Alltag intensiv für seine Familie, für seine Mitmenschen, für die Armen und Schwachen da ist, dann leistet er in den Augen Gottes eine genau so bedeutende Arbeit wie ein Papst.“