Am Mittwoch, 12. Januar, feiert Horst Herr seinen 80. Geburtstag. Foto: privat

Viele Generationen kennen Horst Herr als Lehrer und Rektor in Triberg, Auch als Sportler hat sich der Schonacher einen Namen gemacht. Jetzt feiert er seinen 80. Geburtstag.

Schonach - Nach seiner Verabschiedung aus dem Schuldienst am 28. Juli 2006 ist es zwar leiser um den ehemaligen Schulleiter der Realschule Triberg geworden. Dennoch ist er nach wie vor, sofern es die Corona-Lage zulässt, bei verschiedenen Veranstaltungen zu sehen: Heute, Mittwoch, feiert Horst Herr aus Schonach seinen 80. Geburtstag.

Die ersten zwölf Lebensjahre in der Triberger Oberstadt verbracht

Der Jubilar wurde am 12. Januar 1942 in Villingen geboren. Seine ersten zwölf ­Lebensjahre war er ein Bub der Triberger Oberstadt, mit allem, was dazu gehörte: Sportplatz, Bergsee, Indianerfelsen, Fasnet und Wallfahrtskirche. 1954 zog er mit seinen Eltern Josef und Martha Herr nach Schonach. Vater Josef, geboren und aufgewachsen am Ölberg in Schonach, war damals Ratsschreiber, 1959 Amtsverweser und ab 1960 Bürgermeister seiner Heimatgemeinde.

1966 heiratete Horst Herr die Schonacherin Li Brunnenkant, zunächst Chefbuchhalterin der Firma Wiha, ab 1976 katholische Religionslehrerin an verschiedenen Grund- und Hauptschulen. Zwei Kinder, ­Mathias und Theresia, wurden dem Paar geschenkt, inzwischen bereichern zwei Schwieger- und vier Enkelkinder die Familie.

Stationen als Lehrer in Mühlheim und Tuttlingen

Nach dem Abitur in Triberg und dem Studium an der Pädagogischen Hochschule (PH) in Freiburg wurde Herr 1964 Lehrer an der Volksschule Triberg. Nach Beförderungen zum Ober- und zum Hauptlehrer wechselte er 1970 an die Realschule, wurde 1972, nach einem Ergänzungsstudium an der PH Karlsruhe, zum Realschul­lehrer ernannt und unterrichtete die Fächer Mathematik, Geschichte, Gemeinschaftskunde und katholische Religion. 1983 wurde er Konrektor der Realschule Mühlheim im Donautal. 1985 wurde er Rektor einer Tuttlinger Realschule. 1990 kam er zurück in die Heimat und übernahm für mehr als 16 Jahre das Rektorat der Realschule Triberg.

Herr war mit Leib und Seele Lehrer. "Leistung in einem humanen Umfeld" war sein pädagogischer Leitgedanke und bald auch der von ihm geleiteten Schulen. Gute Noten mussten erarbeitet werden, drohten sie "verschenkt" zu werden, schritt er ein, ebenso bei schlechten Noten, "die nur der Disziplinierung des Schülers dienen sollten".

Ende Juli 2006 nach über 42 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet

Für ein humanes Umfeld sorgte er bei Schulproblemen vor allem durch Gespräche nach Feierabend im Rektorat mit betroffenen Schülern, deren Eltern und der Lehrkraft. Zum Wohle der Schüler wirkte sich aus, dass er als Bürger der Raumschaft Triberg deren familiäre Verhältnisse oftmals schon über mehrere Generationen kannte. Mit seiner besonderen Art hat er über die Jahre so manchem das Bauchweh vor Klassenarbeiten genommen und sorgenvollen Eltern den Schlaf zurückgegeben. Er hat sich mit viel Engagement um viele Dinge gekümmert, in Zeiten, in denen es kaum Schulsozialarbeiter gab. Ende Juli 2006 wurde Herr nach über 42 Dienstjahren in Anwesenheit von Alt-Ministerpräsident Erwin Teufel und weiteren Ehrengästen unter Mitwirkung der Schönwälder Dorfmusikanten im Triberger Kurhaus in den Ruhestand verabschiedet.

In seiner Freizeit hatte sich Herr dem Sport verschrieben. Zunächst waren es Leichtathletik und Tischtennis, danach beim FC Teutonia 09 Schonach (seit 1959 Mitglied), zunächst als Spielmacher der ersten Mannschaft mit der Rückennummer 10 wie sein Idol Fritz Walter, später in der AH und als Chronist von drei Festschriften. In der Saison 1975/76 hat er beim FC Triberg als Trainer ausgeholfen und den Verein vor dem Abstieg gerettet. Im Bereich Ski-Alpin hat er sich bis zum Übungsleiter fortgebildet, seine Schul-Ski-Ausfahrten an den Sonnenkopf mit bis zu sieben Bussen sind legendär. Doch das ist Geschichte, das Alter fordert seinen Tribut.

Herr pflegt nur noch passiv einige Mitgliedschaften, so etwa seit 40 Jahren im CDU-Ortsverband und freut sich, dass er in Dankbarkeit und Zufriedenheit mit seiner Frau noch jeden Sonntag zur Kirche gehen kann. Gefeiert werden soll der runde Geburtstag auch Corona-bedingt vorerst nur im engsten Familienkreis. Einer späteren Feier in größerem Rahmen steht der Jubilar offen gegenüber, denn gefeiert hat er schon immer gerne.

Einer späteren Feier in größerem Rahmen steht der Jubilar offen gegenüber