Noch vor den Sommerferien soll im alten Welschensteinacher Rathaus der Dorfladen wiedereröffnen. Foto: Reinhard (Archivfoto)

Schon im Sommer soll der Dorfladen in Welschensteinach öffnen. Hintergrund ist die Anpassung des Landesladenöffnungsgesetzs im Sinne der Initiatoren.

In Welchensteinach soll es noch im Sommer wieder eine Nahversorgung mit Lebensmitteln geben. Wie Vorstandsvorsitzender Manuel Hummel informiert, hat die Neueröffnung des im Jahr 2022 geschlossenen Dorfladens einen „wichtigen Meilenstein“ erreicht: Die künftigen Betreiber haben sich zur Gründungsversammlung getroffen und die Genossenschaft damit auf den Weg gebracht.

 

Ursprünglich war als Eröffnung grob bereits der Februar vorgesehen. Dass man diesen Termin nicht einhalten konnte, erklärt Hummel, habe mit politischen Entscheidungen zu tun gehabt. Konkret ging das Landesladenöffnungsgesetz. Ein neuer Entwurf hätte hierbei „weitgehende Einschränkungen mit sich gebracht“, so Hummel. Dabei ging es unter anderem um Forderungen der Kirchen, während der Hauptgottesdienstzeiten am Sonntag keine Öffnung der vollautomatischen „Smart Stores“, wie es in Welschensteinach geplant ist, zuzulassen. Die Entwicklungen habe man abwarten wollen.

Nur an vier Tagen im Jahr nicht geöffnet

Geeinigt hat man sich schließlich auf einen Kompromiss: Es gibt vier Schließtage im Jahr – Karfreitag, Ostersonntag, Pfingstsonntag und der erste Weihnachtsfeiertag –, ansonsten dürfen die Läden theoretisch rund um die Uhr öffnen. „Wir hätten natürlich gerne 365 Tage auf gehabt“, sagt Hummel. Mit dieser nun gefunden Lösung könne er aber gut leben. „Diese neuen Rahmenbedingungen schaffen insbesondere im ländlichen Raum die notwendige Planungs- und Investitionssicherheit für innovative Nahversorgungskonzepte.“

So haben 18 Gründungsmitglieder in den künftigen Räumlichkeiten im alten Rathaus des Steinacher Ortsteils nun offiziell den Startschuss für die Genossenschaft gegeben. Sechs Mitglieder wurden in den Aufsichtsrat gewählt, drei Vorstandsmitglieder bestimmt, die die Geschicke der Genossenschaft leiten und die weiteren Schritte vorantreiben sollen. Diese bestehen, so Vorstandsvorsitzender Hummel, nun vor allem daraus, den offiziellen Gründungsantrag beim Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband einzureichen. Dieser wiederum erstellt anhand des Konzepts der Betreiber ein Prüfungsgutachten, was die Grundvoraussetzung für die Eintragung der Genossenschaft ist. „Die rechtlichen Schritte sind sehr aufwendig“, fasst es Hummel zusammen.

Mitglied werden ist online möglich

Der nun anvisierte Termin für die Neueröffnung sei noch vor den Sommerferien, versichert der Vorstandsvorsitzende. Bis dahin gebe es noch einige Dinge zu regeln. Zu aller erst will die Genossenschaft weitere Mitglieder gewinnen. Dies gehe ab sofort, ein Anteil könne ab 200 Euro gezeichnet werden. Die Aufnahme in die Genossenschaft sei digital unter www.dorfladen-welschensteinach.de möglich. Wer bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet hat, werde per E-Mail benachrichtigt. „Jeder Beitrag zählt, um den Dorfladen als zentralen Treffpunkt und wichtigen Nahversorger im Ort zu realisieren“, sagt Hummel.

Im Laden gibt es noch einiges zu tun

Im Laden selbst gebe es auch noch einiges zu tun: Dei digitalen Systeme für den Einlass, die Videoüberwachung und die Temperaturüberwachung gelte es noch zu installieren. Dazu müsse, so Hummel weiter, noch das Gewerbe angemeldet werden, finale Verträge mit den Lieferanten seien noch auszuarbeiten.

Der neue Dorfladen Welschensteinach soll als moderner Selbstbedienungsladen fungieren. Der Einlass erfolge über eine Kunden- EC- oder Kreditkarte, anschließend können die Kunden in den Regalen wie in einem klassischen Supermarkt stöbern. Es soll waren des täglichen Bedarfs sowie frische Back-, Fleisch- und Wurstwaren geben. Die Kunden sollen dann ihre Waren an der Kasse selbst scannen und bezahlen. Kurzum: „Wir wissen, wie alles aussehen soll“, zeigt sich Hummel optimistisch für einen guten Start.

Geschichte des Dorfladens

2017 wurde der Dorfladen unter dem damaligen Betreiber Günter Thiem eröffnet. Ein Verein engagierte sich im Dorf und rund um das Geschäft. 2022 erklärte Thiem seinen Rückzug, der auf fünf Jahre befristete Pachtvertrag wurde nicht verlängert. Der Laden schloss. 2024 wurde bei einer Ratssitzung bekannt gegeben, dass Gespräche geführt würden, die darauf abzielten, das Geschäft mit einer Genossenschaft weiterzuführen.