Der langjährige Gemeinderat Hermann Zorbach (rechts) bei der Ehrung mit Bürgermeister Markus Keller. Foto: Hans Herrmann

Über 80 Jahre alt, aber kein bisschen müde: Hermann Zorbach erhält das Ehrenzeichen in Gold und sieht die Auszeichnung als Ansporn für weiteres Wirken in Blumberg.

Große Ehre für den langjährigen Gemeinderat Hermann Zorbach. In der jüngsten Sitzung des Blumberger Gremiums wurde er von Bürgermeister Markus Keller mit dem Ehrenzeichen in Gold mit zwei Brillanten für seine hohen Verdienste im Gemeinderat ausgezeichnet.

 

Für den über 80-jährigen Kommunalpolitiker war es eine verdiente Wertschätzung seines jahrzehntelangen Einsatzes. Immer bürgernah, aber auch streitbar, wurde damit sein unermüdliches Engagement für die Stadt Blumberg und seine Einwohner gewürdigt.

Bürgermeister Markus Keller hob in seiner Laudatio sein Engagement zum Wohle der Stadt Blumberg hervor. „Dank großem Sachverstand, das Herz immer am richtigen Fleck und seinem direkten Draht zur Bevölkerung hat er sich diese kommunale Ehrung mehr als verdient“, so der Bürgermeister.

„Wenn es ihm wichtig war, hat er stets seine Stimme mit klarer Kante erhoben“, sagte Keller weiter. Mit zweimaliger Unterbrechung war Hermann Zorbach seit 1980 insgesamt 35 Jahre im Gemeinderat vertreten.

Abwechslungsreiche politische Laufbahn

In seinen Dankesworten hob Hermann Zorbach vor allem den Rückhalt seiner Familie hervor. „Das Ehrenamt war mir immer lieb und teuer, und ich habe so gut wie keine Sitzung ausgelassen“, sagte er beim Rückblick.

Wenn man die Vita von Hermann Zorbach betrachtet, stellt man eine abwechslungsreiche politische Laufbahn mit vielen Höhen, aber auch schwierigeren Zeiten fest. Im Juni 1980 wurde er erstmals unter der Liste der SPD in den Gemeinderat gewählt.

Als Mitglied im Fremdenverkehrs-, Verwaltungs- und Technischen Ausschuss war er noch unter Bürgermeister Werner Gerber in einigen Gremien tätig und hatte auch die Rolle des Bürgermeisterstellvertreters inne. Nach erfolgloser Bewerbung als Bürgermeister verabschiedete er sich 1989 aus dem Rat.

Einzelkämpfer und Stimmenkönig

Nach seiner Wiederwahl 1994 war er dort bis 2004 in mehreren Ausschüssen oder Städtepartnerschaften bis zur Vereinsjugendförderung tätig und erneut Bürgermeisterstellvertreter. Nach seinem abermaligen Ausscheiden wurde er seit 2009 ununterbrochen in den Rat gewählt. 2024 erreichte er als Einzelkämpfer mit weit über dreitausend Stimmen die zweithöchste Zustimmung aller Kandidaten. Hier sah er sich für seinen fast täglichen persönlichen Kontakt mit dem Bürger auf der Straße bestätigt.

Mit weiteren Ehrenämtern stellte er sich mit dem Vorsitz des Heimat- und Geschichtsvereins Wurzelsucher zusätzlicher Verantwortung. Eine Abordnung aus der Vorstandschaft gehörte dieser nostalgischen Interessengemeinschaft am Abend der Ehrung zu den Gratulanten.

Anerkennung als Antrieb

In einer persönlichen Erklärung sieht er sein politisches Wirken unter insgesamt vier Bürgermeistern mit unterschiedlichen Perspektiven. „Mir ist nicht fremd, was es heißt, freiwillig auf eine sichere Wiederwahl zu verzichten oder im neuerlichen Anlauf nur ein Ausgleichsmandat zu erhalten“, so Zorbach. Seine Ratsperiode als Bürgermeisterstellvertreter wie auch der seiner Meinung nach geprellte Fraktionsvorsitz gehören ebenfalls zu seinem Erfahrungsschatz. Als stärksten Motivationsschub sieht Zorbach für sich auch im hohen Alter als Einzelbewerber die wachsende Unterstützung und Anerkennung aus der Bevölkerung als Antrieb an.

Zorbachs Projekte

Herrmann Zorbach (80)
Der Blick von Hermann Zorbach ist nach vorne gerichtet. Die Lösung der Ortsumfahrt Randen/Zollhaus sowie den Ausbau des Steppacher Weges als Rad- und Wanderweg und Gemeindeverbindung sind für ihn von Bedeutung, wie er sagt. Das Bildungswesen, die Jugendarbeit, die Lösung von Hallenproblemen in den Ortsteilen, die Erzeugung von alternativen Energien bis zu wirksamen Verkehrskontrollen liegen ihm als lokale Bedeutung besonders auf dem Herzen. Von ihm stammte auch die Idee, mit einer Straße an den badischen Staatspräsidenten Leo Wohleb zu erinnern. Ein eigenes Museum für seinen Verein „Wurzelsucher“ möchte er bis 2029 zu verwirklichen.