Kinder, die sich sehnsüchtig nach dem passenden Gegenstück für ihre Memory-Karte umblicken: Solche Szenen gab es am Montag vielfach im Friedrich-Maurer-Park zu sehen. Foto: Baublies

Das Angebot im Friedrich-Maurer-Park ist in Lahr ein beliebter Klassiker am Ostermontag. Neu war in diesem Jahr eine ähnliche Aktion bereits am Sonntag im römischen Streifenhaus im Bürgerpark.

Gegen 14 Uhr am Sonntag nieselte es ungemütlich. Daher hatte der Osterhase lediglich im Streifenhaus Eier versteckt, nicht aber im archäobotanischen Garten hinter dem Gebäude. Die Aktion – Ostereiersuche für Kinder und Jugendliche – passte dabei durchaus zum Ort. Denn den Brauch, Eier zu bemalen, gab es bereits zu Zeiten der Römer, wie vor Ort zu erfahren war.

 

Vera Bregler vom Team des Stadtmuseums, Doris Volk und Maja Sandhaas trugen passend die römische Toga. Eine halbe Stunde, bevor die ersten Besucher erwartet wurden, versteckte das Trio zunächst zehn Nester in dem Teil des dunklen Gebäudes, der der typischen Wohnung der Gallo-Römer vor 1800 Jahren nachempfunden ist. Denn das Streifenhaus hat keine Fenster, Licht kommt nur durch die Türen. Im Verkaufsraum, der heller ist, wäre die Suche wohl zu einfach gewesen.

In jedem Nest wurde eine Memorykarte platziert, die teilnehmenden Kinder bekamen das Gegenstück ausgehändigt. Bregler, Volk und Sandhaas erklärten dann, bevor die Suche gegen 14 Uhr losging, dass im Wohnbereich nicht gerannt werden soll. Das beherzigten alle, auch aufgrund der nur sehr schummrigen Beleuchtung. Im Inneren des Streifenhauses ist eine spartanische Einrichtung aufgebaut, die viele gute Verstecke bot. Der Osterhase hatte optimistisch zehn Nester versteckt und es waren zum Auftakt dann fünf Kinder unterwegs, Eltern als Hilfe (mit der Taschenlampe am Handy) waren zugelassen.

Die Eltern helfen mit der Handy-Taschenlampe

Es dauerte etwa 15 Minuten, bis die Kinder die passenden Nester zu ihrer Karte gefunden hatten. Als am Ende ein Kind noch auf der Suche nach seinem Nest unter sechs verschiedenen Möglichkeiten war, halfen die drei vom Museum mit. Der Tipp, dass die – stilisierte – Feuerstelle „heiß“ sei, war Gold wert. Bleibt zu hoffen, dass sich diese Ostereiersuche, die es in diesem Jahr das erste Mal gab, unter den Osterangeboten in Lahr etablieren kann.

Am Montagmorgen im Friedrich-Maurer-Park war das Wetter im nicht viel besser. Richard Sottru, Vorsitzender der Stadtparkfreunde, und Sino Boeckmann, Vorsitzender des Gesamtelternbeirats der Lahrer Kitas, die diese Suche seit Jahren stemmen, waren aber optimistisch, dass der Regen nachlassen würde. Sie sollten recht behalten. Dem Klassiker der Ostereiersuche in Lahr tat das Nieseln kurz vor dem Auftakt keinen Abbruch, die Schlange an der Kasse war zu Beginn lang wie eh und je. Die, die schon öfter mit ihrem Nachwuchs hierhergekommen waren, kannten die Regeln und hatten entsprechend Zeit mitgebracht.

Im Prinzip ähneln sich der Klassiker am Montag im Park und das neue Angebot im Streifenhaus am Sonntag. Einen Unterschied gab es nur in der Zahl der Nester. Im Streifenhaus hatte das Trio, das dort ehrenamtlich tätig war, etwa 50 Nester vorbereitet. Das wäre im Friedrich-Maurer-Park nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen. Dort gab es 400 Karten, zu denen ebenso viele Nester gehörten.

Neu in diesem Jahr war, dass es auf der Suche nur Karten samt der Dublette zu finden gab. Die Kinder, die beide Karten hatten, bekamen das Nest bei der Anmeldung ausgehändigt. Das hatte seinen Grund, denn die Diskrepanz zwischen ausgegebenen Karten und versteckten Nestern im Park war in den vergangenen Jahren nach dem Beginn der Suche immer größer geworden.