498 Geflüchtete werden vom Integrationsmanagement in Horb betreut. Gut ein Drittel dürften Ukrainer sein. Oberbürgermeister Peter Rosenberger sagt: „Wir sind zuversichtlich, dass wir das schaffen!“
Die Flaggen zum Gedenken an ein Jahr Krieg in der Ukraine hängen schon am Marktplatz. Derzeit gibt es 730 Geflüchtete in Horb – davon etwa 340 aus der Ukraine.
Integrationsbeauftragte Barbara Gunkel: „Ab Ende März bis etwa Juli 2022 war der Zuzug sehr stark über private Wohnraumangebote.“ Ulrike Sommer, Regionalleitung Caritas: „Vermieter stehen die Geflüchteten bei Alltagsfragen zur Seite.“
Michael Vogelmann: „Mit dem Ukraine-Krieg gab es eine Verdreifachung der Kunden im Tafelladen Horb. Gott sei Dank hat die Zivilgesellschaft mit Geld-, Lebensmittel- und Zeitspenden unterstützt. Auch Lebensmittelmärkte haben ihre Spenden nach oben gefahren!“
Positiver Nebeneffekt: Einige von denen, die durch die Krise ins Ehrenamt sind, bleiben. Integrationsbeauftragte Gunkel: „Inzwischen haben wir gut 200 Ehrenamtliche. 30 sind sehr engagiert, die anderen können wir anrufen, wenn kurz was zu helfen ist.“
Vogelmann: „Das Ukraine Café ist inzwischen zum Willkommens-Café für alle Flüchtlinge geworden. Zeigt auch, dass der Ukraine-Krieg das Integrations-Ehrenamt beflügelt!“
OB Peter Rosenberger: „Die Hilfsbereitschaft – wie am Anfang des Ukraine-Krieges – ist geblieben. Obwohl die Bürger trotz Inflation mehr belastet sind. Das zeigen zuletzt die spontanen Spenden für Erdbebenopfer in der Türkei!“
Viele Ehrenamtliche – Segen für die Profis. Ulrike Sommer: „Von Anfang an war klar, Hauptamtliche und Ehrenamtliche schaffen das nur gemeinsam. .“
OB Rosenberger: „Wir haben inzwischen vier Mitarbeiter für die Integration. Zwei neue Stellen im Ausländeramt. Dazu Mehrbelastung in der Verwaltung.“ Gunkel: „Ohne Ehrenamtliche wäre das nicht zu stemmen!“
Unterbringung unklar
Das Containerdorf in der Florianstraße war ursprünglich für ukrainische Flüchtlinge gedacht. Jetzt ist unklar, wer hier untergebracht werden wird. Ist Ukraine-Integration vorbei?
Gunkel: „Integrationsarbeit ist ein Prozess, mit dem man sich dauerhaft beschäftigen muss. Er ist nicht mit dem Spracherwerb zu Ende – vor allem auch mit Blick auf die aufnehmende Gesellschaft. Sprache oder Arbeit machen noch keine Willkommensgesellschaft aus“.
Bürgermeister Ralph Zimmermann: „Wir haben es geschafft, in Horb inzwischen 215 Personen in privaten Wohnungen unterzubringen. Natürlich gab es Vermieter, die ausschließlich ukrainische Geflüchtete unterbringen wollten, was auch legitim ist. Ein Teil ist bereit, diese Wohnungen auch anderen Geflüchteten zur Verfügung zu stellen!“
Ukrainische Flüchtlinge. Jetzt drängen andere nach. Kann Horb das alleine tragen?
OB Rosenberger: „Wie hoch die Kosten sein werden, wissen wir nicht. Allein das Containerdorf geht in die Millionen. Der von uns angemietete Wohnraum in die Hundertausende. Wir versuchen jetzt, das in eine Kostenstelle zu packen. Die Kostenerstattungen, die Land und Bund zugesagt haben, motivieren uns, zu sagen: Wir schaffen das!“
Neue Kita-Plätze
Der OB: „In Kitas ist Integration nicht so einfach. Ukrainische Flüchtlinge haben denselben Rechtsanspruch wie deutsche Eltern. Wir haben nicht so viele Plätze. Deshalb schaffen wir 50 neue Kita-Plätze in Dettingen und weitere 50 in Bildechingen. Weil wir nicht wissen, für wie viele Kinder wir planen müssen, wird das eine Riesen-Herausforderung in diesem Jahr!“