Beim „Start-up BW Young Talents“- Workshop stellten Schüler der Kaufmännischen Schule Nagold ihre eigene Geschäftsidee einer Jury vor. Foto: Manuel Virág

Bei „Start-up BW Young Talents“ durften die Schüler der Kaufmännischen Schule Nagold ihre eigene Geschäftsidee einer Jury vorstellen. Welche Idee konnte am meisten überzeugen?

Sich einmal mit einem eigenen Unternehmen selbstständig zu machen und seine eigene Idee auf den Markt zu bringen, davon träumen viele. Doch was muss bei einem „Start-up“ beachtet werden, und wie präsentiert man seine Idee eigentlich möglichen Investoren? Das konnten die Schüler der Kaufmännischen SchuleNagold nun praxisnah erfahren.

 

Das Projekt des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg mit dem Namen „Start-up BW Young Talents“ veranstaltet regelmäßig Workshops, bei denen Schüler ihre eigene Geschäftsidee entwickeln und einer Jury „pitchen“ können.

Mögliche Teilnahme am Landeswettbewerb

Wer der Jury das innovativste und umsetzbarste Geschäftsmodell präsentiert, habe die Möglichkeit sich für den Landeswettbewerb in Stuttgart zu bewerben, bei welchem es ein Preisgeld von 500 Euro zu gewinnen gibt, erklärt Projektmanagerin Ekaterina Hartung.

Ein Teilnehmer des Workshops sei sogar schonmal so weit gekommen, dass er seine Geschäftsidee tatsächlich gegründet habe, berichtet sie.

Nun hatten die Schüler der Einstiegsklassen der Kaufmännischen Schule Nagold die Chance, ihre Ideen zu präsentieren und von der geschäftlich bereits erfahrenen Jury bewertet zu werden.

Den gesamten Vormittag tüftelten die Schüler an ihren Geschäftsideen. Foto: Manuel Virág

Darin saßen Häfele-Talentmanagerin Barbara Haupt, Mobex-Personalmanagerin Loreen Zuchowski, Fischer-Ausbildungsleiter Benjamin Strohäker und der Leiter der Nagolder IHK-Geschäftsstelle Patrick Walz.

Von Solarschirmen bis zu Hitze-Pillen

Den ganzen Vormittag über konnten die insgesamt 50 teilnehmenden Schüler in Gruppen ihre Ideen ausarbeiten. Um ihre Ideen anschaulich vorstellen zu können, fertigten einige Gruppen auch Logos und Plakate für ihre Geschäftsmodelle an.

Eine Gruppe fertigte sogar ein Lego-Modell der Idee an. An Kreativität fehlte es den Schülern keineswegs: Unter den Ideen war von einem mobilen Solarschirm mit eingebautem Getränkekühlschrank, über einen Erlebnis-Wald mit Kinderbetreuung, bis hin zu Pillen, die mithilfe der Aktivierung bestimmter Proteine die menschliche Hitzeresistenz erhöhen, alles dabei.

In der Höhle des Löwen

Nun ging des in die metaphorische Höhle des Löwen. Innerhalb von drei Minuten mussten die Schüler ihre Idee präsentieren, Umsetzungsvorschläge bringen und erklären, inwiefern sich ihr Geschäft von der Konkurrenz abhebt. Ein richtiger „pitch“ eben.

Die Jury rund um Loreen Zuchowski (von rechts), Barbara Haupt, Benjamin Strohäker und Patrick Walz nahmen die Ideen der Jugendlichen genaustens unter die Lupe. Foto: Manuel Virág

Dann war die Jury an der Reihe Fragen zu stellen. Tapfer rangen die Schüler mit den kritischen Fragen der Profis, um ihre Idee zu verteidigen. Dann zog sich die Jury zur Beratung zurück.

Sie bewertete, welche Idee am realistischsten umsetzbar ist, am besten präsentiert wurde und den kritischen Fragen am besten Stand gehalten hatte. Nach einer Stunde stand der Gewinner fest; alle neun Gruppen schauten gespannt nach vorne zur Tafel.

Shuttlebusse speziell für Fans der Fußball-Bundesliga

Am Ende war es ein knappes Rennen: Den ersten Platz und damit die Chance auf den Landeswettbewerb konnte die Gruppe „BuliBus“ für sich entscheiden. Sie hatte die Idee für ein Stadion-Shuttlebus-Unternehmen speziell für Fans der Fußball-Bundesliga.

Die Geschäftsidee „BuliBus“ sicherte sich den ersten Preis. Foto: Manuel Virág

Mit einem Jubeln sprangen die Schüler von ihren Plätzen und holten sich ihre Siegerurkunden ab. Projekte wie „Start-up BW Young Talents“ seien eine gute Möglichkeit, den Unternehmergeist der Jugendlichen zu stärken, findet Jurymitglied Walz. „Sowas lernt man selten an einem normalen Schultag“, meint er.