Die neue Photovoltaik-Anlage der Gemeinde ist auf dem Anbau von Rathaus und Kindergarten installiert. Foto: Gemeinde Jungingen

Auch wenn eine große PV-Anlage auf dem Dach der Junginger Gemeindeverwaltung wohl noch dauern wird, sind nun bereits einige kleinere Paneele im Einsatz. Zudem steht der Infotermin zur Bürgerbeteiligung an der großen Anlage auf dem Feuerwehrhaus fest.

In der Gemeinde tut sich was in Sachen Sonnenenergie: Nachdem bereits das Dach des Feuerwehrhauses vor einigen Wochen mit Photovoltaik (PV)-Paneelen ausgestattet wurde, ist nun auch der Sitz der Gemeindeverwaltung am Zug – wenn auch zuerst mit einer kleineren Anlage. Wie Bürgermeister Oliver Simmendinger auf Rückfrage bestätigt, wurde auf dem Anbau des gemeinsamen Rathaus- und Kindergartengebäudes in Richtung Süden ein Balkonkraftwerk installiert. Es befindet sich auf dem dortigen Flachdach und liefert bereits Strom, der über eine herkömmliche Steckdose eingespeist wird.

 

Auch wenn die Einspeisung aufgrund der Gesetzeslage derzeit nur auf 800 Watt pro Anschluss limitiert sei, dürfe die Leistung der PV-Module bei 2000 KWp (Kilowattpeak) liegen, so der Bürgermeister: Dadurch fließe der zu viel produzierte Strom in zwei Stromspeicher mit einer Kapazität von jeweils 4,8 Kilowattstunden, welche außerhalb der Sonnenstunden „Kleinverbraucher“ wie etwa laufende Computer und das Aquarium im Kindergarten mit Energie versorgen.

Laut Simmendinger produzieren die Anlagen bei Sonnenschein jeweils circa 1600 Watt – 800 davon gehen in den Eigenverbrauch und 800 in die Akkus für die Abend- und Nachtstunden.

Große Anlage kommt nicht vor Gebäudesanierung

Das Balkonkraftwerk mache durchaus Sinn, da im Rathaus und Kindergarten tagsüber der meiste Strom verbraucht werde – auch wenn die Leistung bei weitem nicht ausreiche, um den vollen Bedarf zu decken. Das Gemeindeoberhaupt geht aber davon aus, dass sich die Investition von je 3500 Euro für jedes der zwei Gebäude schnell amortisieren wird. Die Beschaffung der kleinen Anlage fand laut einer Mitteilung der Gemeindeverwaltung bereits vergangenes Jahr statt.

Auch auf die weiterhin angestrebte Installation einer größeren PV-Anlage am Rathaus ging der Bürgermeister ein: Die Pläne mussten laut Simmendinger aufgrund der aufwendigen Umrüstkosten – etwa für Sicherungskasten und Zählerschränke – auf eine spätere Sanierung des Rathauses verschoben werden. Auf Rückfrage erklärt er, dass die große Photovoltaik-Anlage damit von einer Gebäudesanierung abhänge: Die endgültige Entscheidung für diese müsse noch gefällt werden – auch wegen der Kosten. Doch der Bürgermeister fügt hinzu, dass das Rathaus im Sanierungsgebiet Ortsmitte II liegt und die Sanierung damit von einer Förderung profitieren würde.

Infos zur Bürgerbeteiligung gibt es am 6. März

Das Gemeindeoberhaupt freut sich über die nun installierte kleinere Anlage: „Als Kommune haben wir in jedem Falle eine Vorbildfunktion. Auch wenn wir Diese aufgrund der Umstände noch nicht durchweg erfüllen können, so sind wir doch auf einem guten Weg. Mir war es wichtig, nach der neuen Regelung für Balkonkraftwerke zeitnah zu handeln und nicht erst die mögliche Sanierung abzuwarten“. Im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten erklärt er, dass er die Anlage persönlich super finde: Sie sei ein gutes Zubrot – sowohl für das Klima als auch den Geldbeutel der Gemeinde.

Neuigkeiten gibt es von Simmendinger auch zum Thema Bürgerbeteiligung bei der PV-Anlage auf dem Feuerwehrhaus: Am Donnerstag, 6. März, wird die Energie-Agentur Neckar-Alb ab 18 Uhr die Bürger im Gemeindesaal des Rathaus über die finanzielle Beteiligungsmöglichkeit informieren.