Cäcilia Häfele, geboren im Jahr 1926, wuchs in einfachen Verhältnissen auf und lernte früh, Verantwortung zu übernehmen – sowohl in der Landwirtschaft als auch in Vereinen.
Cäcilia Häfele, geborene Roth, wurde am 19. Februar 1926 als erstes Kind der Eheleute Karl und Anna Roth in Ottenhöfen geboren. In einer kinderreichen Familie wuchs sie mit weiteren sieben Geschwistern wohlbehütet auf einem Bauernhof im Simmersbach auf. Von ihren Geschwistern leben heute noch fünf, alle im Alter zwischen 89 und 99 Jahren.
Das Elternhaus gehörte zu einem der abgelegensten Bauernhöfe. Trotz einfacher Lebensumstände – weder Strom noch fließendes Wasser – war ihre Kindheit geprägt von einem guten Zusammenhalt. Der tägliche Schulweg stellte eine große Herausforderung dar: Über eine Stunde führte er zu Fuß durch Wald und Wiesen. Gemeinsam mit anderen Kindern, die sich unterwegs anschlossen, musste sie diesen Weg bei jedem Wetter meistern. Auf dem Heimweg wurden häufig noch Besorgungen für die Familie erledigt – Pflichten, die schon früh Verantwortungsbewusstsein und Selbstständigkeit prägten, so lauten ihre heutigen Kindheitserinnerungen.
Nach der Schulzeit fand sie eine Anstellung im Haushalt des ortsansässigen Hausarztes, wo sie auch während der Kriegsjahre im Einsatz war und sehr gefordert wurde. Bei einem Besuch ihrer Cousine in Grafenhausen kam es erstmals zu einem Treffen mit ihrem späteren Ehemann Alfred Häfele. „Die Entfernung war damals das größte Problem – und ein Telefon hatte man auch noch nicht“, erinnert sich die Jubilarin. So schrieb man sich abwechselnd Briefe und kam sich auf diese Weise näher. Al-fred besuchte sie hin und wieder, bis er ihr schließlich einen Heiratsantrag machte. Im Jahr 1949 wurde in Grafenhausen geheiratet, und das junge Ehepaar zog in das Elternhaus des Ehemannes.
Sie engagiert sich für Senioren, Frauen und Hilfsbedürftige in Afrika
Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, im Jahr 1999 konnte die Goldene Hochzeit gefeiert werden. Ihre Lebensaufgabe fand Häfele in der Erziehung der Kinder sowie in der Landwirtschaft mit Viehzucht und einer großen Obstanlage, die nebenbei betrieben wurde. Zudem unterstützte sie ihren Ehemann bei Bedarf bei dessen beruflichen Tätigkeiten als Gemeinderechner. Für die damalige Zeit noch eher unvorstellbar, machte sie bereits im Jahr 1963 ihren Führerschein, was ihr bei der täglichen Arbeit in der Landwirtschaft eine große Hilfe war.
Als Gründungsmitglied der katholischen Frauengemeinschaft und des Altenwerks war sie jahrzehntelang als Rechnerin tätig und engagierte sich bei Seniorentreffen. Außerdem ist sie Mitglied der Hilfsorganisation „Entwicklung durch Teilung“ (siehe Infokasten). Ein besonderes Herzensanliegen ist ihr die Unterstützung der Menschen in Benin. So lernte sie bereits früh Pfarrer Houndekon, den heutigen Bischof von Benin, sowie seine Nachfolger kennen, die bis heute den Kontakt zu ihr pflegen und sie fast jährlich besuchen, wenn sie nach Grafenhausen kommen. Der christliche Glaube hat sie durch ihr Leben getragen. Noch heute verfolgt sie täglich die Heilige Messe im Fernsehen.
Stricken zählt zu ihren Leidenschaften
Nach der Erziehung der eigenen Kinder war sie auch als liebevolle und fürsorgliche Oma stets für ihre Enkelkinder da. Ihr Ehemann Alfred starb im Jahr 2003 im Alter von 83 Jahren. Danach versorgte sie Haus und Hof, soweit es ihr möglich war, weiterhin alleine.
Zu ihren besonderen Hobbys zählen das Stricken und das Anfertigen aufwendiger Stickereien. Unzählige Tischdecken, Pullover, Socken, Schals, Mützen und Handschuhe fanden als Geschenke und bei Basaren der Hilfsorganisation großen Anklang.
Ihren 100. Geburtstag konnte Häfele nun bei relativer Gesundheit im engen Kreis ihrer Familie feiern. Ihr gratulierten vier Kindern und deren Ehepartner, acht Enkelkinder und sechs Urenkel.