Dass ein Song der Rockband Karat beim Bürgerempfang in Rottweil zitiert wird, kommt auch nicht alle Tage vor. Rottweil baut und saniert sieben Brücken – eher sogar mehr.
Die Hängebrücke ist natürlich in aller Munde – und seit der Pylon steht und tatsächlich die ersten Seile hängen, ist die „Neckarline“ schon jetzt eine kleine Attraktion. Wie umfassend das Brückenthema aber wirklich ist, darauf ging Oberbürgermeister Christian Ruf beim Bürgerempfang in der Stadthalle ausführlich ein.
Zum einen beim Thema Finanzen und Aufgabenlast der Kommunen – und der Landesgartenschau als „finanziellem Hauptgewinn“. Die Sanierung von Brücken sei nicht nur auf Bundes- und Landesebene ein Thema, sondern auch in Rottweil. Und es seien derart viele Sanierungsmaßnahmen erforderlich, „dass Sperrungen aus Sicherheitsgründen unumgänglich wären, wenn wir als Landesgartenschau-Stadt nicht bis zu 50 Prozent und mehr Zuschuss für deren Erneuerung erhalten würden“, betonte Ruf.
Es wird jedoch nicht nur saniert, sondern auch neu gebaut. Zum Venedig-Vergleich reiche es zwar noch nicht, aber Ruf berichtete in Anlehnung an den bekannten Songtext von Karat, er habe durchgezählt und sei auf „sieben Brücken“ gekommen, über die man dann irgendwann gehen werden.
Rufs Liste ist wie folgt: „Wir bauen oder erneuern gerade zwei Neckar-Brücken, eine beim ehemaligen ENRW-Gebäude und eine unterhalb der Primmündung. Neben der Schindelbrücke entsteht ein neues Brückenbauwerk, die Duttenhofer-Brücke wird neu gebaut, die Bogenbrücke bei der Neckarburg und die Boltenbrücke werden saniert. Mit der Fußgänger-Hängebrücke komme ich auf sieben Brücken.“
Diese Brücke wird besonders vermisst
Besonders großes Augenmerk in der Bevölkerung dürfte da aktuell auf der Duttenhofer-Brücke im Neckartal liegen. Die Verbindung zwischen dem Kreisverkehr am Kriegsdamm und dem Berner Feld ist seit September 2024 gesperrt. Das Neckartal ist damit seither nur von der Innenstadt her erreichbar.
Im Oktober 2024 wurde die alte Brücke, die direkt über die Bahngleise führt, abgerissen, seither wird das neue Bauwerk errichtet. Und auch wenn der Brückenschlag inzwischen geschafft ist: Die Bauarbeiten werden noch dauern. Von vorneherein war von einer Bauzeit von zwei Jahren gesprochen worden. Inklusive der weiteren Rad- und Fußwegverbindung wird von einer Fertigstellung der Maßnahme „Anfang 2027“ ausgegangen.
Die Verbindung im Neckartal wird zusätzliche Bedeutung erhalten, wenn der neue Zentrale Umsteigepunkt (ZUP) am Kriegsdamm gebaut und dann der Friedrichsplatz komplett gesperrt wird.
Brücke führt zum Landesgartenschaugelände
Mit Belag versehen ist inzwischen bereits die neue Brücke, die neben der alten Schindelbrücke in der Au entsteht. Sie wird künftig das Landesgartenschau-Gelände in der Neckaraue erschließen. Die Stadt rechnet damit, dass die Brücke im Zeitraum zwischen April und Mai 2026 in Betrieb gehen kann. Die Schindelbrücke daneben ist dann Radfahrern und Fußgängern vorbehalten.
Drei Seile an der Hängebrücke
Schnee und Frost bremsen etliche Arbeiten derzeit zwar aus – an der prominentesten Brücke waren am Montag aber dennoch einige Arbeiter zu sehen: An der Hängebrücke sind inzwischen drei dicke Seile über das Neckartal gespannt. Einweihung ist Ende April, man will auch im Winter Gas geben, sagte Projektleiter Roland Haag jüngst.
Brücken, Brücken, Brücken: Angesichts der vielen Bauwerke, wird die nimmt unser Abteilung Touristik und Stadtmarketing das Thema Brücken in verschiedene Aktionen umzusetzen, wie OB Ruf bekanntgab. Allzu viel ist aber noch nicht bekannt„ Lassen Sie sich überraschen, was sich hinter dem „Jahr der Brücken“ so alles verbirgt“, meinte Ruf.
Höhepunkt im April
Ein Blick aufs „Jahr der Türme“ 2017 weckt jedenfalls große Erwartungen. Damals war anlässlich des Testturms-Baus jede Menge geboten, gekrönt wurde das Ganze von einem großen Turmfest im Oktober mit Riesenrad und Erlebnismeile mitten in der Stadt. Das Brückenjahr 2026 dürfte aber wohl schon Ende April den Höhepunkt feiern, wenn die lang ersehnte Hängebrücke eingeweiht wird.