Für Tribergs Noch-Bürgermeister Gallus Strobel wird der 31. Januar der letzte Tag im Amt sein. Nach drei Perioden im Chefsessel des Rathauses kann er eine positive Bilanz ziehen.
Gallus Strobel hat zur jüngsten Bürgermeisterwahl in der Wasserfallstadt seinen Hut erst gar nicht mehr in den Ring geworfen. „Da habe ich gar keine Diskussion aufkommen lassen, sondern einfach meine Entscheidung mitgeteilt“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.
2001 wurde der gebürtige Rangendinger, Doktor der Juristerei, einst Landesbeamter im Regierungspräsidium Freiburg, Gemeinderat in Schonach und Mitglied der CDU zum ersten Mal ins Amt gewählt. Zwei weitere Male sprachen ihm die Triberger ihr Vertrauen aus. Jetzt, im Alter von 71 Jahren, will der rührige Stadtchef seinen Ruhestand antreten. Gefragt, warum erst so spät, sagt er mit einem Achselzucken: „Warum nicht?“
Die Gemeinderatssitzungen machten am meisten Spaß
Was ihm am meisten Spaß gemacht habe, so plaudert er aus dem Nähkästchen, seien immer die Gemeinderatssitzungen gewesen. Seine Ratsmitglieder aus den Fraktionen CDU, Freie Wähler und der SPD lobt er in den höchsten Tönen. „Wir waren immer ein Team, haben konstruktiv und lebhaft diskutiert, die Parteipolitik aber außen vor gelassen und immer geschaut, was das Beste für die Stadt Triberg ist.“
Sein Versprechen aus dem allerersten Wahlkampf, die Stadt Triberg frei von Windrädern zu halten, hat er eingehalten.
Bis heute dreht sich keine einzige Windmühle an den Hängen der Schwarzwaldstadt. Und darauf ist er stolz. Es hätte nicht in die Landschaft gepasst und die Windschatten und Geräusche der sich drehenden Flügel seien den Tribergern so erspart geblieben.
Eine Kommune, die nicht jammert
Stolz war und ist Strobel auf die florierende Industrie und den großen Wirtschaftsfaktor Tourismus. Der sorge für eine gute Auslastung der Gastronomie in der beliebten Wasserfallstadt. Wenn es um die kommunalen Finanzen geht, so ist Strobel in der komfortablen Situation sagen zu können: „Wir jammern nicht“.
Nach drei Mal acht Jahren im höchsten Amt der Stadt, hat Gallus Strobel Triberg entscheidend geprägt. Das größte und wichtigste Projekt aus seiner Sicht waren die drei Abschnitte des Boulevards, die nacheinander in drei Phasen verwirklicht wurden und der Stadt schließlich eine Flaniermeile gaben. Strobel machte sich dafür stark, dass Busse und Parkplätze aus der Stadtmitte verschwanden, dass ein Busparkplatz angelegt und ein Parkhaus gebaut wurde. Erst danach habe er dann einmal von einem Besucher gehört: „It’s a beautiful town.“
Marketing-Gag beschert Werberummel zum Nulltarif
Auch für den bislang größten PR-Coup der Stadt zeichnet Strobel verantwortlich. Er erfand die Männerparkplätze im Parkhaus. Die und der freche Spruch von den „steilen Bergen und feuchten Tälern“, brachte 27 Fernsehsender, auch aus dem Ausland, in die Schwarzwaldstadt und sorgte 2012 für ein Riesen-Aufsehen. Allein RTL berichtete 20 Minuten zur besten Sendezeit. „Das war ein Wahnsinns-Marketing-Gag zum Nulltarif“, sagt Strobel augenzwinkernd.
Außer seinem Humor, das sagen Triberger über ihn, habe den Stadtchef auch seine Bürgernähe ausgezeichnet. Er sei immer einer gewesen, der außerhalb des Rathauses das Gespräch gesucht und mit Bürgern in engem Gedankenaustausch geblieben sei.
Jetzt freut sich der Vater von vier Kindern und Großvater von fünf Enkeln nach 24 Dienstjahren als Rathauschef auf den Ruhestand. „Das schönste ist, keinen Termindruck mehr zu haben“, gibt er unumwunden zu. „An der Entwicklung der Stadt Triberg werde ich aber weiter interessiert sein und den Draht heiß halten“, verspricht er.
Gallus Strobels Nachfolger ist Sven Ketterer. Der setzte sich am Wahltag, dem 9. November 2025, gegen seinen Mitbewerber Tomasz Stuka durch und wird ab dem 1. Februar die Amtsgeschäfte führen. Das Personalkarussell wird sich in der Wasserfallstadt aber weiter drehen, denn da Ketterer zuvor Tribergs Bauamtsleiter war gilt es nun, für diesen Posten einen Nachfolger zu finden.