Das Jugendblasorchester eröffnete das Muttertagskonzert traditionell. Foto: Wagner

Die Stadtkapelle Oberndorf und ihr musikalischer Nachwuchs begeisterten in der Klosterkirche mit einer musikalischen Weltreise.

Zu einer musikalischen Reise entlang der Küsten Amerikas, voller Legenden, großer Gefühle, beeindruckender Landschaften und mitreißender Klangwelten luden Dirigent Wolfgang Borho und seine Musiker am Samstagabend beim traditionellen Muttertagskonzert in der Klosterkirche ihre Gäste ein. Der Vorsitzende Michael Westinger begrüßte die Besucher, darunter auch die Erste Beigeordnete Dilek Akdinez, forderte sie auf den Alltag vor der Tür zu lassen und versprach einen besonderen Abend zum Zuhören, Genießen und zum Wegträumen.

 

Karibische Klänge

Dem Jugendblasorchester mit seinen musikalischen Leitern Wolfgang Borho und Rafael Stenger war es auch dieses Jahr vorbehalten, das Konzert am Vorabend des Muttertags zu eröffnen. Die jungen Musiker taten dies mit Bravour und stiegen zusammen mit dem Publikum auf der Insel Antigua in der östlichen Karibik in eine wunderbare Reise ein.

Die Ränge sind voll. Foto: Wagner

Mit „Antigua Bay“ von Ed Huckeby präsentierten sie karibische Klänge mit melodischen Synkopen, Taktwechseln und harmonischen Verläufen. „Caribbean Summer“ von Luigi die Ghisallo und der „Fluch der Karibik“ in einem Arrangement von Michael Brown folgten. Und mit der Zugabe „Mambo No. Five“ stellte man nochmals eindrucksvoll unter Beweis, dass die hervorragende Nachwuchsarbeit der Stadtkapelle Früchte trägt.

Von Klassik bis Musical

Michael Westinger zeigte sich als perfekter Reiseleiter für den zweiten Teil des Konzerts den die Stadtkapelle mit der „SeaGate Ouvertüre“ kraftvoll eröffnete und das Tor zu weiteren musikalischen Stationen weit aufstieß.

Auch das berüchtigte Bermuda Dreieck zwischen Florida, Puerto Rico und den Bermuda Inseln ließen die Protagonisten auf der Bühne nicht aus. Unterstützt von Michael Link am Klavier präsentierten sie in dem symphonischen Gedicht von José Alberto Pina 20 Minuten lang eine Reise durch Sturm, Geheimnis, Gefahr aber auch die faszinierende Schönheit der Bermudainseln.

Die Stadtkapelle und Dirigent Wolfgang Borho genießen den Applaus. Foto: Wagner

Die Reise war aber noch lange nicht zu Ende. Sie führte nun ins pulsierende New York wo man mit der „West Side Story“ von Leonard Bernstein die moderne Adaption von Shakespeares „Romeo und Julia“ miterleben durfte. Die von Michael Westinger angekündigte Verbindung aus klassischer Musik, Jazz, lateinamerikanischen Rhythmen und mitreißender Musicaltradition begeisterte die Menschen in der Klosterkirche und bescherte dem Orchester langanhaltenden Beifall.

Ein tiefblauer Kratersee, entstanden durch den Einsturz des Vulkans Mount Mazama inspirierte Jay Chattaway zur gleichnamigen Komposition, mit der die Musiker der Stadtkapelle ihre Gäste an die Pazifikküste in die bis heute nahezu unberührte Wildnis entführten.

Die „Queen of Soul“

Mit markanten rhythmischen Strukturen und eindrucksvollen Schlagwerkpassagen zog das Ensemble die Besucher in seinen Bann. Kaum eine Stimme stehe für den Klang Amerikas wie die von der „Queen of Soul“ Aretha Franklin erklärte der Reiseleiter bevor die Stadtkapelle ihre bekanntesten Titel „Respekt“, „Natural Woman“ und „Son of an Preacher Man“ gekonnt intonierte.

Mit tosendem Applaus bedankte sich das Publikum beim Orchester, das sich mit „Think“ von Aretha Franklin revanchierte und dem Konzert nach weiteren Beifallsstürmen mit dem Marsch der US Marines die Krone aufsetzte.

Die Zuhörer hatten an diesem Abend eine wunderbare Reise, begleitet von zwei hervorragenden Musikformationen erlebt. Die genossen den lang anhaltenden und hoch verdienten Beifall am Ende eines bemerkenswerten Konzerts.