Mit rund 600 Gästen vollbesetzt ist die Stadthalle am Samstagabend beim Zunftball in Hüfingen. Foto: Roland Sigwart

Die Hüfinger Narrenzunft hat jetzt eine Narrenrätin. Beim Zunftball feiern rund 600 Gäste in der Stadthalle. Die Show bringt das Publikum in Fahrt.

Was für ein Hüfinger Zunftball 2026! Unter dem Motto „Fasnet a d’Südseeba(a)r“ brannte die Narrenzunft in der mit rund 600 Gästen voll besetzten Stadthalle ein knallbuntes, exotisches Programmfeuerwerk ab und die anwesenden Narren feierten die tolle, ausgelassene Stimmung in vollen Zügen.

 

Wie es sich für den Zunftball gehört, wurde von den Akteuren natürlich auch das vergangene Lokalgeschehen im Hüfinger Städtle durch den närrischen Kakao gezogen. Viele „leicht verdauliche“ Tanz- und Musikauftritte kamen allesamt bestens beim Publikum an und etliche Zugaben gab es obenauf.

Beim offiziellen Teil gleich zu Beginn des rund dreieinhalbstündigen Balls gab es einige interessante Neuigkeiten, denn nicht nur vier Narrenräte wurden neu verpflichtet. Eigentliche Sensation war die Vereidigung einer Frau – nämlich Roxana Scherzinger – zur ersten weiblichen Hüfinger Narrenrätin. Das stellt eine Premiere dar und gibt es erstmals überhaupt in der langen und traditionellen Geschichte der Zunft.

Spektakuläre Narrenrats-Neuverpflichtung: Als erste Frau überhaupt in der Geschichte der Hüfinger Narren wird von Zunftmeister Christoph Köhler Roxana Scherzinger offiziell vereidigt und geräuchert. Foto: Roland Sigwart

Nicht zuletzt wurde auch Hüfingens Bürgermeister Patrick Haas mehrere Male auf die Bühne gebeten und dabei nicht nur vom „Mobilen Ärztekommando“ auf Herz und Nieren untersucht.

Hüfingens Bürgermeister Patrick Haas wird vom „Mobilen Ärztekommando“ medizinisch gecheckt. Foto: Roland Sigwart

Gefeiert wurden beim exotischen Hüfinger Südsee-Zunftball gleich auch noch zwei runde Geburtstage: Die Berghexen feierten ihr 50-jähriges Bestehen und die Bärcheappeli begingen ihren 60. Geburtstag. Beeindruckend, wie jedes Jahr beim Zunftball, gestaltete sich der Auftakt des Abends, als alle Hüfinger Fasnetfiguren mit „Narri-Narro“-Rufen und unter den Klängen des Narrenmarsches kunterbunt wuselnd in die Halle einmarschierten.

Drei neue Hanselhäser wurden während des offiziellen Teils vorgestellt: Gabriel Feist hat auf seinem Hansel, der von Alexander „Dede“ Hegenauer gestaltet wurde als Rückenbild ein Scheeremanne-Portrait. Beim neuen Hansel von Markus Wambach, der von Udo Wambach gemalt wurde, sind es gleich drei Portraits, die das Rückenbild zieren. Der Hansel von Rüdiger Münzer, gestaltet von Yvonne Schafbuch, zeigt eine alte Stadtansicht des Mühlenkanals.

Gleich vier neue Narrenräte verpflichtet

Mit Roxana Scherzinger, Daniel Bucher, Maik Wolf und Marc Maier verpflichtete Zunftmeister Christoph Köhler gleich vier neue Narrenräte, sodass es nun insgesamt wieder zehn Hüfinger Narrenräte gibt. „Bei Baptistles Bart“ musste das Neulings-Quartett schwören, „Weib (bzw. Mann), Haus und Hof zu verlassen, wenn immer die Narrenzunft ruft“. Ebenso zum Zeremoniell gehörte, dass die vier kräftig geräuchert wurden und mehrere Klapse mit der Narrenpritsche auf den Allerwertesten ertragen mussten – ehe sie von Köhler die Dreispitz-Narrenratskappe überreicht bekamen und sich im Lederbuch verewigen durften.

Gleich vier neue Narrenräte werden am Samstagabend beim Hüfinger Zunftball neu verpflichtet (von links): Maik Wolf, Roxana Scherzinger, Daniel Bucher und Marc Maier. Foto: Roland Sigwart

Auch Hüfingens Stadtoberhaupt Patrick Haas blieb es nicht erspart, „geräuchert“ zu werden. Als Zeichen, dass nun auch er bei den Narren fest aufgenommen ist, erhielt Haas von Köhler die Narrenkappe mit dem Fuchsschwanz. Als „Mobiles Hüfinger Ärztekommando“ führte das Moderatorinnen-Duo Susi Freitag und Nicole Mühling glänzend durch das abwechslungsreiche Zunftball-Programm. „Ski Fahrn“ mit Apres-Ski an der Südseeba(a)r mit blau-schwarzem Edel-Glitzer-Outfit war bei den „Närrischen Tanzwiibern“ angesagt. Michael Bolli und Gerald Schafbuch hingegen agierten zusammen mit Bar-Keeperin Heidi Mayer-Löhr als letzte verbliebene „durchzechte“ Kolpingball-Besucher und beleuchteten das Hüfinger Stadtgeschehen auf ihre ganz eigene, närrische Weise. „Eis, Eis Baby“ war bei den Tänzerinnen der Behlaer Showgruppe „Gallinas Locas“ angesagt. Mit einem rot-weißen Gardetanz-Akzent bereicherte der Auftritt der Brigachtaler „La Gardia“-Zunftmädchen das Hüfinger Südsee-Programm.

Tosender Applaus für das Musiker-Duo

Tosenden Applaus erntete das Musiker-Duo „Inge und Borg“ Frantz Meckes und Tobias Hauschel aus Hausen vor Wald, das mit selbstgetexteten Liedern alltägliche Lebenssituationen pointiert auf ihre ganz eigene Weise betrachtete und dafür vom Publikum frenetisch gefeiert wurde. Einen quicklebendigen jungen „College-Sports“-Tanz brachten die Mädels des TuS-Hüfingen zur Aufführung. Doris Schafbuch lief mit Gittarre, den beiden Geburtstagskindern Bärche-Appeli und Berghexen und einem Aufgebot von reichen Kiesabbau-Scheichs an der Riedsee-Ba(a)r auf. Und zur Feier des (Geburts-)Tages ließen es sich die Berghexen nicht nehmen, einen „Jubiläumstanz“ zu inszenieren.

Die jungen Turnerinnen des TuS Hüfingen begeistern das Zunftballpublikum mit einem fetzigen „College-Sports-Tanz“. Foto: Roland Sigwart

Dass die Stadtmusik auch als „Senioren-Orchester“ für allerbeste Stimmungsmusik gut ist, bewies sie mit ihrem viel beklatschten Auftritt als „Südseemusik a de Bar“. Krönender Schlusspunkt des Zunftballs in optischer wie in tänzerischer Hinsicht war schließlich der Auftritt des Zunftballetts. Als hawaiianische Maori-Tänzerinnen zauberte das Ballett einen beeindruckenden rituellen Tanz auf die Stadthallen-Bühne.