Nachhaltiger Holzbau, grüne Stahlkonstruktion und ein großer Garten machen Platz für 80 Kinder mehr. Ein Baustellenbesuch.
Der Aufbruch in die Kita-Moderne riecht nach Holz, Metall und Betonstaub. Musik plärrt aus einem tragbaren Radio, draußen rumpelt ein Bagger. Im Inneren des Gebäudes knirscht der Boden unter den Füßen, Folien rascheln, Staub tanzt in den Sonnenstrahlen.
In der Panoramastraße in Rosenfeld entsteht etwas Neues: der Erweiterungsbau der Eilers-Kita, ein Zwischenraum zwischen Baustelle und fertiger Vision. „Wir kommen gut voran“, sagt Architekt Thomas Arndt. Zu Beginn des neuen Kita-Jahres sollen die Räume bezugsfertig sein.
Platz für mehr Kinder
Auf zwei Ebenen und knapp 750 Quadratmetern entstehen neue Gruppenräume: Platz für 80 Kinder mehr als bisher. Platz, der dringend gebraucht wird. Der Bedarf steigt seit Jahren, die Einrichtung ist am Limit angekommen. Der Gemeinderat hat daher den Weg für den Anbau geebnet. Bürgermeister Thomas Miller: „Es läuft gut, Materialengpässe gab es keine.“ Auch die Kosten liegen im geplanten Rahmen von knapp 2,5 Millionen Euro. Bisher habe es keine unvorhergesehenen Ausgaben gegeben, so der Rathauschef.
An diesem Vormittag im März führen die beiden durch den Trockenbau. Die bodentiefen Fenster sind bereits eingebaut, die Eingangstür im Gartengeschoss fehlt noch. Der Umkleideraum ist größer als der im Bestandsbau: „Damit auch mehrere Kinderwägen Platz haben.“ Zwischen Gerüststangen und aufgestapeltem Baumaterial werkeln Handwerker in beiden Geschossen und auf dem Dach. Der Innenausbau läuft auf Hochtouren.
Moderner Holzbau mit Holz aus der Region
Angrenzend an den Bestandsbau aus den 1980er-Jahren mit seinen markanten sechseckigen Grundrissen entsteht ein moderner Holzbau mit Holz aus der Region. Das habe gleich zwei Vorteile, so Arndt. „Zum einen ist der Holzbau relativ schnell aufgebaut, zum anderen ist es nachhaltig.“
Holz als Baustoff verleiht den neuen Räumen nicht nur ein warmes, freundliches Ambiente, sondern sorgt auch für ein angenehmes Raumklima. Unter dem Holzbau liegt ein stabiles Betonfundament, das für dauerhafte Stabilität sorgt. „Ganz ohne Beton geht es nicht. Holz ist kein Allheil-Wundermittel“, bemerkt der Fachmann. Ergänzt wird die Konstruktion durch sogenannten „grünen Stahl“ – recyceltes, energieeffizient hergestelltes Material, das besonders langlebig ist und sich gut mit Holz kombinieren lässt.
Vorteil des Baus zeigt sich in der Akustik
Ein weiterer Vorteil des Baus zeigt sich in der Akustik: Spezielle Deckenpaneele fangen Schallwellen auf, die sich im Raum sonst ausbreiten würden. „Der Schall verfängt sich quasi in der Decke“, erklärt der Architekt. Geräusche werden gedämpft, Echos minimiert – ein wichtiger Faktor in Kita-Räumen, in denen viele Kinder gleichzeitig spielen und lernen.
Im Gartengeschoss finden zwei neue Krippengruppen für jeweils zehn Kinder von null bis drei Jahren sowie eine weitere Gruppe für bis zu zwölf Zwei- bis Dreijährige ihren Platz. Die Räume sind so angelegt, dass die Kleinsten direkten Zugang zum Garten haben. Die Schlafräume für die Kinder liegen auf der ruhigeren Seite des Gebäudes: „Das haben wir im Voraus so geplant, es gibt quasi eine lautere und eine leisere Seite“, sagt der Architekt aus Geislingen. Im Erdgeschoss des Kindergartens schaffen die neuen Räume Platz für zwei weitere Gruppen für Ü-3-Kinder, zusätzlich zu den bestehenden.
Bestand sinnvoll nutzen
Im Gartengeschoss und im ersten Obergeschoss des Anbaus entstehen Sanitäranlagen, die den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden, und zusätzlich ein Büro für das Kita-Team. Der Betrieb der Einrichtung wird dabei kaum beeinträchtigt – ein Grund, weshalb sich Architekt Thomas Arndt laut Rathauschef erfolgreich gegen andere Bewerber durchgesetzt hat. „Es ist eine Synergie zwischen dem bestehenden Bau und dem Erweiterungsbau“, erklärt Arndt. Auf diese Weise lassen sich Ressourcen schonen und der Bestand sinnvoll nutzen.
Ergänzt werden die Räume durch eine Anlieferungsküche sowie einen kleinen Lastenaufzug, die den Alltag in der Kita zusätzlich erleichtern. In den bodentiefen Fenstern in Richtung Osten spiegelt sich das morgendliche Sonnenlicht. Die Außenspielfläche wird künftig doppelt so groß sein wie bisher. Damit alle Flächen auf einer Ebene liegen, haben die Bauarbeiter zunächst den Hang aufgeschüttet. „Es wird dann ein großer Außenbereich.“
Flexible Nutzung der Räume
Wichtig sei eine flexible Nutzung der Räume, betont der Bürgermeister. „Auch Kita-Konzepte verändern sich. Aktuell haben wir das teiloffene Konzept, das kann aber in einigen Jahren wieder anders sein.“
Den letzten Schliff erhalten die Räume derzeit noch durch die Fassadenarbeiten, die Inneninstallationen sowie den Estrich, sagt Arndt.
Auch die Begrünung des Daches mit Lüftung und PV-Anlage steht noch aus und soll die Kita künftig zusätzlich in ein nachhaltiges, naturnahes Umfeld einbetten. Schritt für Schritt nimmt der Erweiterungsbau Gestalt an – von den tragenden Strukturen aus Holz und grünem Stahl bis hin zu den Details, die den Alltag der Kinder künftig komfortabel und sicher gestalten.