Eine gute Frage Foto: Melanie Geitlinger

Wie kann die Stadt die Lahrer Einzelhändler unterstützen? Taten sagen mehr als Worte, meint unser Autor.

Die Schilder an den Stadteinfahrten kündigen es schon seit zwei Wochen an, jetzt endlich ist es so weit: Die Lichter hängen hoch in der Marktstraße, in der ganzen Innenstadt werden die Tannenbäume geschmückt und auf dem Schloßplatz duftet es nach Crêpes und Glühwein. Kurzum: Es ist wieder Weihnachtszeit in Lahr.

 

Dass schon Ende November Feststimmung aufkommt, ist zu großen Teilen der Werbegemeinschaft zu verdanken. Adventstreff, Weihnachtsmarkt, lebendige Krippe – die Einzelhändler sorgen in den kommenden Wochen dafür, dass im Zentrum Trubel herrscht. Klar, für sie ist die Vorweihnachtszeit die umsatzstärkste Zeit des Jahres und sie stehen als Lieferant fürs Christkind in Konkurrenz mit Amazon, Etsy und Co. Ein Profiteur ist die Stadt Lahr, die sich buchstäblich mit der Weihnachtsatmosphäre schmückt – und deshalb ihren (finanziellen) Beitrag leistet. So weit, so gut. Oder?

Bei der Hauptversammlung der Werbegemeinschaft wurde deutlich, dass der Einzelhandel nicht vollumfänglich zufrieden ist mit der Arbeit im Rathaus. Da halfen auch wohlwollende Worte des OB nichts. Diskutiert wurde über versprochene Parkplätze auf dem Rathausplatz, die lange auf sich warten ließen, und über E-Scooter-Verbotsschilder in der Innenstadt, die selbst Akademiker nur schwer verstehen würden.

Und noch ein Detail stößt sauer auf: Haben Sie sich, liebe Leser, die eingangs erwähnten Schilder einmal genau angeschaut? Von der Werbegemeinschaft ist dort nichts zu lesen. Und wer organisiert Weihnachten in Lahr nochmal? „Der Veranstalter sollte schon drauf stehen“, monierte Werbegemeinschaft-Chef Michael Schmiederer.

Die Stadt verweist darauf, dass man sich mit den Einzelhändlern geeinigt habe, lediglich die Titelsponsoren und die Stadt „als maßgebliche finanzielle Säulen des gesamten Weihnachtsbudgets“ auf die Banner zu packen. Zumindest bei Werbeanzeigen zu Weihnachten in Lahr wurde die Werbegemeinschaft mittlerweile ergänzt. Die Händler lassen sich das Geschäft freilich ohnehin nicht vermiesen. Will man seine Wertschätzung ausdrücken, gilt aber gerade in der Weihnachtszeit: Taten sagen mehr als Worte.