Die Hechinger Parkhäuser sind kein gutes Geschäft für die Stadtwerke. Den Ausgaben stehen kaum Einnahmen gegenüber. Foto: Stopper

Die Stadt Hechingen besteht nicht nur aus Amtsstuben, über ihre Eigenbetriebe betreibt sich auch Kläranlage, Wasserversorgung und Stromnetz. Nun wurden die Finanzen offengelegt.

In der Gemeinderatssitzung am Dienstag legte Markus Friesenbichler als Stadtwerke-Chef die Haushaltspläne der drei Eigenbetriebe vor. Und da geht es um viel Geld. Über 26 Millionen Umsatz und 50 Millionen Schulden stehen in diesen Zahlenwerken. Der Gewinn liegt bei knapp 300 000 Euro.

 

Stadtwerke

Mit 17 Millionen Euro Haushaltsvolumen und fast 40 Beschäftigten sind die Stadtwerke die größte Einheit unter den Hechinger Eigenbetrieben. Ihr Aufgabengebiet ist enorm. Unter anderem versorgen sie die Hechinger mit Gas, Frischwasser und Strom, betreiben Parkhäuser und bald ein Wärmenetz im Baugebiet Killberg IV. Dabei werden enorme Umsätze getätigt.

Gasversorgung

So kaufen die Stadtwerke dieses Jahr wohl 72,6 Millionen Kilowattstunden Gas für über fünf Millionen Euro, um es an ihre Kunden weitergeben zu können.

Wasserversorgung

Wasser wird im Umfang von 1,6 Millionen Kubikmeter gekauft. Die Rechnung dafür dürfte bei 926 000 Euro liegen. Dabei können die Stadtwerke auf drei Wasserlieferanten zurückgreifen. Aus den eigenen städtischen Quellen sollen etwa 500   Kubikmeter Wasser in das Leitungsnetz fließen, also etwa ein Drittel des Gesamtbezugs. Etwa 300 000 Kubikmeter soll die Bodensee-Wasserversorgung nach Hechingen pumpen, und der größte Anteil stammt von Quellen auf der Alb oberhalb von Burladingen, die der Zweckverband Wasserversorgung Hohenzollern anzapft.

Parken

Kein gutes Geschäft sind die Parkhäuser und Tiefgaragen für die Stadtwerke. Hier rechnen sie mit einem Verlust von 146 000 Euro, was wenig überrascht angesichts der Tatsache, dass die meisten Kunden hier kostenfrei parken können.

Stromversorgung

Interessant ist die Strommenge, die die Stadtwerke über ihr Netz an ihre Kunden weiterleiten wird. Hier sorgt der Eigenbetrieb buchstäblich für Spannung. Gerechnet wird mit einer Energiemenge von über 15 Millionen Kilowattstunden. Nicht einmal ein Viertel der Energie, die in Form von Erdgas nach Hechingen fließt. Wenn Hechingen wirklich einmal ohne CO₂ auskommen will, müssen hier noch viele Gasheizungen gegen Wärmepumpen ausgetauscht werden.

Gas- und Stromnetz

Neben der Lieferung von Energie und Wasser sind die Stadtwerke auch noch direkt oder indirekt für das Strom- und Gasnetz zuständig. All diese Anlagen, und besonders in den nächsten Jahren die Fertigstellung der Anlagen für das Wärmenetz am Killberg IV, erfordern enorme Investitionen. In den nächsten drei Jahren sind dafür über zwölf Millionen Euro vorgesehen. Um das bezahlen zu können, müssen etwa fünf Millionen Euro an Schulden aufgenommen werden. Zu bedenken ist hier aber, dass diesen Schulden auch tatsächliche Vermögenswerte gegenüberstehen, die sich im Lauf der Zeit amortisieren werden.

Eigenbetrieb Entsorgung

Ein weiterer städtischer Eigenbetrieb ist für die Ableitung der Hechinger Abwässer über das Kanalnetz und die Reinigung in der Kläranlage zuständig. Bezahlt wird das überwiegend über Beiträge der Nutzer. Insgesamt werden 5,9 Millionen Euro eingenommen. Für Schmutzwasser werden 2,62 Euro pro Kubikmeter fällig, für Regenwasser 0,39 Euro.

Zu bewältigen hat der Eigenbetrieb Entsorgung eine Schmutzwassermenge von über einer Million Kubikmeter, dazu kommt Oberflächenwasser, das über eine versiegelte Fläche von insgesamt fast 1,7 Millionen Quadratmetern in die Gullys fließt.

Um dieses System weiter auszubauen, müssen im aktuellen Jahr 1,2 Millionen Euro an neuen Schulden aufgenommen werden.

Betriebshof

Der Betriebshof als weiterer Eigenbetrieb der Stadt hat im laufenden Jahr ein Budget von etwa 3,3 Millionen Euro. Dafür werden die städtischen Straßen, Sportanlagen, weitere Freizeiteinrichtungen und Anlagen gepflegt, die Straßenbeleuchtung ebenso sichergestellt wie die Stadtreinigung und der Winterdienst.