Der Eigenbetrieb Heime im Kreis Lörrach macht erfolgversprechende Versuche mit KI-gestützter Dokumentation, wie beim Jahrespressegespräch dieser Tage zu erfahren war.
Der Eigenbetrieb Heime im Landkreis hat erste gute Erfahrungen mit der KI-gestützten Pflegedokumentations-App „Dexter Health“ gemacht. Darüber, sowie über die Neukonzeption für die Markus-Pflüger-Zentren in Schopfheim-Wiechs, informierte Leiterin Heike Roese-Koerner dieser Tage beim Jahrespressegespräch des Landkreises Lörrach.
Die neue Pflege-App wurde von Anfang November bis Anfang Dezember im Pflegeheim „Haus an der Wiese“ in Hausen getestet. Derzeit läuft eine zweite vierwöchige Pilotphase im Pflegeheim „Schloss Rheinweiler“ in Bad Bellingen. Roese-Koerner lobte die einfache Handhabung auch für technisch wenig versiertes Personal. Im Bereich der Dokumentation konnte ihr zufolge durch die App eine deutliche Zeitersparnis festgestellt werden, die letztlich der Pflege und Betreuung zugutekomme.
Die Spracherkennung mit Smartphones habe gut funktioniert und sei sogar in der Lage gewesen, Alemannisch zu verstehen. „Das klappt immer besser“, freute sich die Leiterin der Eigenbetriebe Heime. Neben der Erfassung von Informationen via Spracheingabe, wie beispielsweise dem Blutdruck oder auch Fotos von Wunden, können mit der App Klientengespräche aufgezeichnet und ausgewertet werden. Bei der Aufnahme von Klienten sprach Roese-Koerner von einer durchschnittlichen Zeitersparnis von 50 Prozent. Darüber hinaus könnten erfolgte Maßnahmen über das System schnell und zeitnah quittiert werden.
Neues Haus Entegast
Das „Neue Haus Entegast“ als Teil der Markus-Pflüger-Zentren Wiechs wird sich nach einem Kreistagsbeschluss vom Juli 2025 nun nicht mehr der Pflege, sondern der Eingliederungshilfe widmen. 75 Personen mit psychischen, sucht- oder gerontopsychiatrischen Erkrankungen sollen dort später einmal betreut werden, 48 von ihnen stationär.
Die Neukonzeption, die auch 100 Tagesplätze vorsieht, setzt auf pädagogische Expertise und eine zwischen den einzelnen Bereichen durchlässige Architektur. Ziele seien eine größtmögliche Teilhabe für die Bewohner sowie die Vorbereitung auf ein selbstbestimmtes Leben. Bei der Ausgestaltung der Neukonzeption wurde viel Wert auf die Erfahrung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelegt, wie Roese-Koerner weiter ausführte. Die Bewohner sollen von einer „echten Kontinuität“ bei den Bezugspersonen sowie der Förderung einer individuellen Entwicklung beziehungsweise Stabilisierung profitieren.
Wirtschaftlich nicht tragbar
Das Raumprogramm wurde gemeinsam mit bestehenden Teams erarbeitet und den Architekten zur Überarbeitung der Neubauplanung übergeben. Der Wettbewerbsentwurf aus dem Jahr 2023, als noch ein Fachpflegeheim geplant war, hat sich als wirtschaftlich nicht tragbar erwiesen, wie es heißt. Maßgeblich für das neue Konzept ist nun das Neunte Sozialgesetzbuch mit Vorschriften zur Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Deutschland. Roese-Koerner rechnet mit einem Baubeschluss im kommenden Sommer.