Ohne Ehrenamtliche funktioniert der Bevölkerungsschutz nicht, doch auch Betriebe müssen mitspielen. Arbeitgeber wurden am Freitag in der Rottenburger Festhalle geehrt.
Der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl zeichnete 47 „ehrenamtsfreundliche Arbeitgeber im Bevölkerungsschutz“ aus. Diese Auszeichnung verleiht das Land Baden-Württemberg jährlich an Unternehmen, die den Beschäftigten ein Ehrenamt unter anderem bei der Feuerwehr, beim DRK oder bei den Technischen Hilfswerken (THW) ermöglichen.
Die neu gewählte Rottenburger Bürgermeisterin Manuela Beck begrüßte die eingeladenen Gäste – Firmenvertreter, ehrenamtlich Engagierte in deren Unternehmen und Bürgermeisterkollegen. In der Gesamtstadt Rottenburg gebe es 18 Feuerwehren, THW, DRK und Malteser, sagte sie. Deren Mitglieder müssten auch während der Arbeitszeit einsatzfähig sein. Dazu brauche es seitens der Arbeitgeber die erforderliche Bereitschaft und Flexibilität.
„Wir sind im Bevölkerungsschutz stark unterwegs“, stellte Regierungspräsident Klaus Tappeser fest. So freute er sich, dass der Innenminister die Auszeichnung m Regierungsbezirk Tübingen an die Firmen verleihe. Ohne das Mitwirken der Arbeitgeber könne das Ehrenamt in der Blaulichtfamilie nicht aufrecht erhalten werden. Er sah allerdings auch einen Vorteil für die Unternehmen. Ehrenamtlich Tätige seien besonders leistungsfähige Arbeitnehmer.
Bereicherung für die Firmen
Als Vertreter der Arbeitgeber zeigte sich Raphael Winkler von der CHT Germany GmbH überzeugt, dass Ehrenamtliche nicht nur die Gemeinschaft stärkten, sondern durch ihre Kompetenzen und Werte auch die Firmen bereicherten.
Die Verbundenheit von Ehrenamt und Wirtschaft stellte Innenminister Strobl besonders heraus: „Bei uns im Land gehört das zusammen. Diesem Zusammenhalt will ich meine Wertschätzung zum Ausdruck bringen.“
Baden-Württemberg sei nicht nur das wirtschaftsstärkste Bundesland, ein Land der Tüftler und Erfinder, sondern auch ein Ehrenamtsland. Strobl: „Ohne Ehrenamt ist kein Staat zu machen. Das ist für den Bevölkerungsschutz entscheidend.“
Zum Bergen, Löschen und Schützen komme aber noch hinzu, dass man sich dabei auf den Kameraden verlassen müsse. Der Zusammenhalt sei heute wertvoller denn je, das Gemeinschaftsgefühl sei staatstragend.
„Es brennt nicht nur nach Feierabend“
Strobls Respekt galt aber auch den Arbeitgebern, die das zulassen. Dabei stehe die Wirtschaft unter Druck. Der Minister räumte ein, dass in einer solchen Situation das Ehrenamt durchaus eine Belastung für die Firmen sein kann. „Es brennt nicht nur nach Feierabend, sondern auch in der Arbeitszeit. Dann muss ein Ausfall eines Mitarbeiters kompensiert werden. Das bedeutet Aufwand und Planung“, erklärte er.
Während seiner Rede konnte es bei den vielen Feuerwehrleuten im Saal nicht ausbleiben, dass es piepste. Strobl nahm die Störung nicht übel: „Das ist die gelebte Wirklichkeit.“
Ein Lob sprach er der „Concert Band“ der Musikschule Rottenburg aus. Die Jungmusiker gestalteten mit schwungvollen Beiträgen die Veranstaltung. Bei der Ehrung überreichte der stellvertretende Ministerpräsident den Firmenvertretern die Urkunden als „ehrenamtsfreundliche Arbeitgeber“. Ein Stehempfang, der auch zum Austausch gedacht war, schloss sich an.
Diese Firmen aus der Region wurden ausgezeichnet
Auswertung des Ministeriums
Hilfsorganisationen und Kommunen hatten Vorschläge für die Ehrung eingereicht. Das Innenministerium hat sie geprüft und ausgewertet. Ausgezeichnet wurden folgende Firmen aus der Region:
Landkreis Tübingen
CHT Germany GmbH; Tübingen; Geiger & Haas GmbH, Rottenburg; Lutz Holzbau GmbH, Pliezhausen; rebio Regionale Bioland Erzeugergemeinschaft GmbH, Rottenburg; Seuster KG Niederlassung Südwest Rottenburg; Stadtwerke Mössingen, ein Eigenbetrieb der Stadt Mössingen, Mössingen; Winfried Riegger GmbH Haustechnik, Rottenburg.
Landkreis Freudenstadt
Bäckerei & Konditorei Plaz, Eutingen, Franz Waltersbacher GmbH, Baiersbronn; Günter Holzbau GmbH, Baiersbronn; Holzbau Faßnacht GmbH, Horb; Holzbau Haist GmbH, Baiersbronn; Karl Müller GmbH & Co. KG Fahrzeugwerk, Baiersbronn-Mitteltal; Saier Gruppe, Alpirsbach.
Landkreis Rottweil
Auto Schmid GmbH, Rottweil, Autohaus Blocher OHG, Dornhan; JöWe Laserbearbeitung GmbH, Schramberg; MRS Electronic GmbH & Co. KG, Rottweil; VBM Medizintechnik GmbH, Sulz. Zollernalbkreis
Schwörer Bausysteme GmbH, Haigerloch; Flexco Europe GmbH; Rosenfeld.