Der ehemalige Bürgermeister von Thierville-sur-Meuse ist in Oberndorf zu Gast – deshalb wird Claude Antion mit der Bürgermedaille der Neckarstadt ausgezeichnet.
„Bauen Sie mit fester Entschlossenheit und Zuversicht weiter an unserem gemeinsamen Werk“ – mit diesen eindringlichen Worten an BM Matthias Winter verknüpfte Claude Antion, ehemaliger Bürgermeister der französischen Partnerstadt Thierville-sur-Meuse, die Vergangenheit mit der Zukunft. Er selbst wird dabei nicht mehr in verantwortlicher Position beteiligt sein. Was er in den vergangenen mehr als zwei Jahrzehnten im Sinne einer tragfähigen Jumelage getan hat, das würdigte die Stadt Oberndorf mit der Verleihung der Bürgermedaille.
Tief berührt äußerste sich Claude Antion über diese so besondere Auszeichnung, und mit seinem von Herzen kommenden „Merci“ dankte er auch für die wohltuende Gastfreundschaft und den so schönen Aufenthalt in der Partnerstadt, die er und seine Frau Françoise sehr genossen hätten.
26 Jahre im Stadtrat, davon 21 Jahre als Bürgermeister und damit maßgeblich an der Entwicklung der deutsch-französischen Städtepartnerschaft zwischen Oberndorf und Thierville-sur-Meuse beteiligt – da wollte Bürgermeister Matthias Winter mit der Einladung ein abschließendes Zeichen der Wertschätzung setzen: Angetan zeigten sich die Gäste von der Programmgestaltung mit der Besichtigung zweier Firmen, dem Besuch des „Bach – Berio – Beatles“-Konzerts des Ensembles Spark im Rahmen Schwarzwald-Musikfestivals in der ehemaligen Augustiner-Klosterkirche, eingebettet in ein geselliges Miteinander in verschiedenen städtischen Lokalitäten und natürlich auch im Rathaus. Antion freute sich sehr über die Werksführung bei Heckler& Koch, da er erstmals Einsicht in die Produktionsstätte hatte, die die Waffen für die Ausstattung der Armee und der Polizei seines Landes liefert. Der Kontrast folgte mit dem „Cabriolet der Lüfte“, mit dem Geist von Freiheit und Abenteuer, der in den Hallen von Junkers Aircraft überall zu spüren ist und die Gäste faszinierte.
Von Feindschaft zu Freundschaft: Die Bedeutung dieser Entwicklung lasse sich insbesondere ermessen an einer Partnerstadt wie Thierville-sur-Meuse, da sie historisch und geografisch in enger Verbundenheit zu Verdun stehe. Mit diesem Gedanken leitete Bürgermeister Winter den Festakt ein. Anwesend waren auch Altbürgermeister Hermann Acker, mit dem Claude Antion 20 Jahre vertrauensvoll zusammengearbeitet hatte, Wolfgang Hauser, der den Gemeinderat repräsentierte, der diese Ehrung einstimmig beschlossen hatte, sowie das Ehepaar Detlef und Patricia Hagedorn, die verlässliche Konstante in allen Belangen dieser Städtepartnerschaft.
Winter nahm die aktuelle politische Situation auf, sprach die nur noch bedingte Tragfähigkeit langjähriger Gewissheiten an und stellte dem Freundschaft und Vertrauen als stabilisierende Faktoren und Basis der Verständigung und des Miteinanders gegenüber. Claude Antion habe von französischer Seite Brücken gebaut, die Hand ausgestreckt, Möglichkeiten eröffnet, außergewöhnliche Gastfreundschaft gewährt – vor allen Dingen aber die Partnerschaft mit Inhalt und Leben gefüllt.
Die Verbindungen seien gefestigt, die Freundschaft fest verwurzelt, die Weichen gestellt für den Fortbestand der Partnerschaft, sagte Claude Antion, der die aus seiner Sicht beeindruckendsten Momente und Begegnungen in Erinnerung rief. Dabei würdigte er in dieser Feierstunde ganz besonders die Arbeit von Hermann Acker sowie des Ehepaars Hagedorn. Sie seien ihm zu Freunden geworden. Ohne deren vorbildlichen Einsatz wäre „all das, was in den vergangenen 21 Jahren aufgebaut, organisiert und veranstaltet worden ist, nicht zustande gekommen.“
Hermann Acker habe die Städtepartnerschaft mit Großer Hingabe, Tatkraft und Großzügigkeit mitgetragen. Detlef und Patricia Hagedorn seien Verbindungsanker und Bezugspersonen für alle gemeinsamen Unternehmungen und Begegnungen und hätten entscheidenden Anteil an dem funktionierenden, schönen Miteinander, da sie die deutsch-französische Freundschaft sicht- und spürbar leben.
Wohlwissend, dass sich Freundschaft nicht verordnen lasse, sie nur gedeihe, wenn sie gepflegt und weiterentwickelt werde, zeigte sich Claude Antion zuversichtlich, dass Matthias Winter das Werk erhalte, das nun schon seit 44 Jahren Menschen in Oberndorf und Thierville-sur–Meuse bewege.