Sie sind zwei politische Schwergewichte im besten Sinn. Bürgernähe und ehrenamtliches Engagement zeichnen Jürgen und Roland Erndle aus. Anerkennung kommt auch von Ehrenbürgern.
Diese Auszeichnung wird nur vier bis fünf Mal pro Jahr in Baden-Württemberg verliehen: Die Vollblut-Kommunalpolitiker Roland und Jürgen Erndle haben jüngst die Reinhold-Maier-Nadel erhalten. Seit Jahrzehnten stehen sie für lebendige Demokratie, Verantwortungsbewusstsein und Bodenständigkeit ein und engagieren sich für eine kommunale Selbstverwaltung von unten nach oben.
In seiner Laudatio im Restaurant Schützen beschrieb Niko Reith, Landtagsabgeordneter und Verwaltungsratsmitglied, den fokussierten und stets aus Überzeugung geleisteten Einsatz zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger als Erkennungsmerkmal der Geehrten. Der Drang, im Vordergrund zu stehen, sei ihnen fremd. Reith beschrieb ihre Fähigkeit, den direkten Draht zur Bevölkerung zu suchen und die Interessen der Bürger hautnah zu erfahren, als weitere Gabe. Beiden attestierte er zudem ein enormes ehrenamtliches Engagement in den Jugendabteilungen und Vorständen des SV Aasen beziehungsweise im SSC Donaueschingen.
Reith lobte Roland Erndle als eine Person, die fest und mit klarem Blick im Leben steht. Dank seiner Glaubwürdigkeit, seines Engagements und seiner Verlässlichkeit sei Roland Erndle aus der jüngsten Kommunalwahl als Stimmenkönig hervorgegangen. Reith erwähnte zudem Erndles Engagement als Jugendschöffe, welches ihn seit fünf Jahren beschäftigt.
Seit 2004 und damit fünf Jahre länger in der Kommunalpolitik aktiv ist Jürgen Erndle. Niko Reith beschrieb ihn als einen Kommunalpolitiker, der die leisen Töne bevorzugt, um sich hellwach und zielorientiert für die Belange der Bevölkerung einzusetzen. „Sein langjähriges Engagement wurde nie zur Routine. Stets hört er zu, und als Geschäftsführer im wirtschaftlichen Bereich versteht er es, mit Zahlen umzugehen“, lobte Verwaltungsratsmitglied Reith. „Ihr überzeugt durch Eure Taten und seid in Eurem Wirken ein Vorbild“, ergänzte er. Reith dankte zudem den Familien der Geehrten, insbesondere den Ehefrauen Birgit und Tina, ohne deren Verzicht auf viele gemeinsame Unternehmungen die kommunalpolitischen Wege der beiden anders verlaufen wären.
Diese Menschen haben sie geprägt
Die Geehrten dankten ihren Eltern Walter und Regina, die ihnen das Verständnis für kommunalpolitisches Wirken in die Wiege gelegt hatten. Zudem freuten sie sich über die Anwesenheit der Ehrenbürger Bernhard Everke und Hansjürgen Bühler, die ihr kommunalpolitisches Wirken in den Anfangsjahren ebenfalls geprägt hätten.
Oberbürgermeister Erik Pauly lobte die Erndle-Brüder für ihre Bereitschaft, kommunalpolitische Entscheidungen vor Ort zu treffen: „Diese tangieren das gesamte Leben und sind oft herausfordernd.“ Die kontinuierlichen Wiederwahlen in die kommunalpolitischen Gremien stufte er als einen Beleg ihrer Wahrheitstreue und Überzeugung ein.
„Die Demokratie lebt vom Mitmachen. Sie sind das beste Beispiel hierfür“, lobte Landrat Sven Hinterseh die beiden Geehrten. Er wünsche sich noch mehr derartige Persönlichkeiten, die auch atypische Meinungen mit Überzeugung vertreten und die kommunalpolitische Entwicklung prägen. Und IHK-Vizepräsident Michael Steiger ging auf den technischen und finanziellen Unternehmergeist ein, mit welchem Roland und Jürgen Erndle in ihrem eigenen Betrieb agieren.
Die Stiftung
Die Reinhold-Maier-Stiftung
wurde im Jahr 1977 in Erinnerung an den ersten Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gegründet. Sie ist nach eigenen Angaben die älteste der liberalen Landesstiftungen in der Bundesrepublik Deutschland. Mit der Reinhold-Maier-Nadel zeichnet die Stiftung Personen aus, die sich als engagierte Liberale in der Kommunalpolitik besondere Verdienste um die von Reinhold Maier geschätzte „Graswurzelpolitik“ erworben haben. Im Jahr 2023 wurde Werner Waimer aus Blumberg ausgezeichnet.