Burladingens Alt-Bürgermeister Peter Höhnle beim ersten Burladinger Spulenfest im vergangenen Jahr. Foto: Rapthel-Kieser

Beim Bürgertreff am Montag, 6. Januar, wird Burladingens Alt-Bürgermeister Peter Höhnle eine besondere Auszeichnung zuteil. Er wird zum Ehrenbürger ernannt. In seine Amtszeit fiel nicht nur die Kommunalreform, sondern auch die Stadterhebung.

Peter Höhnle hat die Geschicke der Fehlametropole ab 1970 fast ein Vierteljahrhundert gelenkt und geleitet und schon mit seiner Bewerbung um das höchste Amt der Stadt Mut bewiesen. Denn viele aus seinem Umfeld – Nicht-Burladinger – wie er einmal in einem Interview betonte – hatten ihm abgeraten.

 

Höhnle ließ sich nicht abschrecken

Wörtlich sei ihm gesagt worden: „Dieses Nest ist unregierbar. Die Industrie hat das Sagen.“ Höhnle, damals Bürgermeister von Wurmlingen ließ sich nicht abschrecken. Er gewann die Wahl und mehrere danach.

Die Burladinger schätzten den neuen Bürgermeister bald wegen seines Engagements, seiner ruhigen Art und seines ausgleichenden Verhandlungsgeschickes.

Das musste er vor allem bei der Kommunalreform beweisen, bei dem Landkreise und ganze Städte neu strukturiert und konstruiert wurden. In Burladingen galt es, neun sehr unterschiedliche Stadtteile unter eine Hut zu bringen.

Rezept für den Zusammenhalt

„Es war eigentlich eine sehr schlimme Zeit. Ich war Tag und Nacht unterwegs, um diese Gemeinde zu formen“, blickt Höhnle zurück. Dabei sei ihm die Eigenständigkeit der Ortschaften, der neun Stadtteile wichtig gewesen. „Damit sie selber noch Dinge bestimmen können“. Das, so sagte Höhnle einmal in einem Gespräch, sei unter dem Strich das Rezept für den Zusammenhalt gewesen, der bis heute andauert.

Aber in seine Amtszeit fallen nicht nur die Gemeindereform und die Schulreform sondern viele weitere Projekte. In Burladingen gab es damals keinen städtischen Kindergarten. Die Grundstücke für den Bau einer solchen Einrichtung mussten gefunden werden.

Weitere große Aufgaben seien die Abwasserbeseitigung, die Schaffung von Bauplätzen das Anlegen vieler befestigter Straßen und Wege gewesen. Dann bekam Höhnle Wind davon, dass die Gemeinde Meßstetten zur Stadt erhoben werden sollte und stellte in Stuttgart klar, dass Burladingen nicht nur mehr Einwohner, sondern auch die bedeutendere Industrie habe. Er schaffte es. Ministerpräsident Hans Filbinger reiste an, die Burladinger feierten rund um den 1. Juli 1978 ihre Stadterhebung.

Wachsender Bedeutung gerecht geworden

Damit sei man der wachsenden Bedeutung des Ortes gerecht geworden, wie Höhnle es betonte. Mit einem höheren Salär für den Bürgermeister verbunden war das aber nicht.

Dem Vereinsleben und der Kultur stand Höhnle nur als Bürgermeister, sondern auch jetzt, als Pensionär, immer offen gegenüber. In seiner Amtszeit fand sich auch der lose Künstlerverband der burladinger maler zu einem eingetragenen Verein zusammen, die Ausstellungen in der Rathausgalerie etablierten sich.

Peter Höhnle mit der Künstlerin Anna Kanz im Jahre 1978. Foto: Eule/Archiv

Dass das „Nest unregierbar“ sei, diese Behauptung wies Höhnle weit von sich. In Burladingen habe er sich immer wohl gefühlt, betonte er einst in einem Gespräch. „Ich habe mich voll aufgenommen gefühlt in der Bürgerschaft. In Burladingen lässt es sich leben,“ stellte der Alt-Bürgermeister klar. Er, der Architekt der Stadterhebung ließ es sich nicht nehmen, beim ersten Burladinger Spulenfest anwesend zu sein und bei den zahlreichen Redebeiträgen und Ausstellungen auf das zurückzublicken, was er als Bürgermeister in den vielen Jahren ermöglicht, angestoßen und mit so viel Engagement und Einsatz begleitet hat.