Hohe Ehrung für eine verdiente Persönlichkeit: Für seine herausragenden Verdienste als Heimatkundler, Kirchenmusiker und Michaelsbruder hat Adolf Klek die Staufermedaille erhalten.
Pfarrerin Birgit Wurster sprach von einem „besonderen Tag“, ihr katholischer Kollege Wolfgang Braun fasste es folgendermaßen in Worte: „Ehre, wem Ehre gebührt.“ Wer die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg erhält, hat in vielerlei Hinsicht Großes geleistet. Für die Gesellschaft und das Gemeinwesen im Allgemeinen. Und für die Menschen der eigenen Heimatstadt im Besonderen.
Kommt man auf die Verdienste von Adolf Klek zu sprechen, sind gleich mehrere Bereiche zu nennen. Denn sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement umfasst nicht nur die Tätigkeit als Heimatkundler. Er hat sich auch als Kirchenmusiker und Michaelsbruder hervorgetan. All das würdigte bei der Verleihung im Rahmen des ökumenischen Seniorennachmittags im evangelischen Gemeindezentrum Hermann-Berg-Straße im Beisein zahlreicher Gäste eine Reihe von Rednern, die Adolf Klek allesamt ihren Dank für das aussprachen, was der 94-Jährige bis heute leistet.
Vergleichbar mit Lukas dem Apostel
Mit welcher biblischen Figur könnte man den Geehrten vergleichen? Diese Frage hat sich Dekan Michael Schneider gestellt. Vielleicht mit König David, der mit ihm die Liebe zur Musik gemein hat? Durchaus. Aber einer, befand Dekan Schneider, passe noch besser: Lukas, der Apostel; „der einzige, der historisch gearbeitet hat.“ „Sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen ist wichtig, um die Gegenwart zu verstehen, spannte er den Bogen zu Adolf Klek.
Dessen historische Kompetenz würdigte auch Oberbürgermeister Dirk Abel. Trotz seines stets anspruchsvollen Berufsalltags als Lehrer, Schulleiter, Ausbilder junger Lehrer und später Schulamtsdirektor habe sich Adolf Klek immer in den Dienst des Gemeinwohls gestellt, hob Landeswirtschaftsministerin Nicole-Hoffmeister Kraut hervor. „Als begeisterter Heimatkundler haben Sie viele Jahrzehnte lang die Geschichte unserer Heimat, die Geschichte Balingens und der Region akribisch erforscht und in zahllosen Vorträgen, in Aufsätzen und Büchern Ihr Wissen und Ihre Leidenschaft mit anderen geteilt“, wandte sie sich an den Geehrten, in dessen Leben von jeher auch die Musik, vor allem die Kirchenmusik, eine prägende Rolle spielt.
Er leitete mehrere Chöre
Bereits früh war er als Organist und Kirchenchorleiter in Rommelsbach aktiv, später leitete er gleich mehrere Chöre, darunter den Kirchenchor in seinem Heimatort Heselwangen. Mit 23 Jahren entschied sich Adolf Klek für den Eintritt in die Evangelische Michaelsbruderschaft, ist heute der dienstälteste Michaelsbruder überhaupt. Im Kloster Kirchberg erlebte er in dieser Zeit viele inspirierende Begegnungen. 56 Jahre sei er dort als Kantor tätig gewesen, ließ die Ministerin wissen, die „den christlichen Glauben, die Kirchenmusik und die Geschichte unserer Heimat“ als „die drei mächtigen Wurzeln“ bezeichnete, aus denen sich das Leben von Adolf Klek speise und für die er sich zeit seines Lebens mit großem persönlichen Einsatz engagiere. „Nicht nur die historische Forschung, sondern auch Kloster Kirchberg ist seit 1999 eine unserer Gemeinsamkeiten“, blickte Ingrid Helber vom Bürgerverein Balingen auf das gemeinsame Engagement, das unter anderem den Aufbau der Kunstsammlung Helmuth Uhrig umfasst.
„Mein Herz ist erfüllt von Dankbarkeit und Freude“
Aus den Händen von Nicole Hoffmeister-Kraut nahm Adolf Klek die Staufermedaille entgegen. Sein Herz sei erfüllt von Dankbarkeit und Freude, betonte der Geehrte angesichts der zahlreichen Würdigungen. Als er im April 1953 als junger Lehrer seinen Beruf angetreten habe, habe dem Anfang – um es mit Hermann Hesse zu sagen – ein Zauber inne gelegen. „Und ein solcher Anfangszauber hat mein Leben immer wieder bestimmt.“ Ein besonderes Anliegen war es Adolf Klek, an diesem Tag seiner 2018 verstorbenen Ehefrau Else zu gedenken, die ihn stets unterstützt habe. Heute darf er sich nicht zuletzt der Unterstützung seiner Kinder und Enkelkinder, welche die Ehrung gemeinsam mit Bezirkskantor Wolfgang Ehni musikalisch umrahmten, gewiss sein. Und mit dem gewohnten Engagement geht er auch seine künftigen Aufgaben an. Was als Nächstes ansteht? „Ich habe die Anfrage einer Kirchengemeinde erhalten, einen Seniorennachmittag zu gestalten“, verriet der Geehrte und fügte mit einem Schmunzeln hinzu: „Ich neige dazu, ja zu sagen.“