Gerald Pflumm mit seinen Schätzen. Rechts die Originalkartons mit den Bausätzen, aus denen er sie fertigt. Foto: Hurm

Für die Aussteller ist die Eisenbahnbörse in Jungingen mit viel Arbeit verbunden. Was motiviert sie, dennoch teilzunehmen?

Dank umfangreicher Werbung für die Eisenbahnbörse in Jungingen konnten Oliver Simmendinger und Eugen Hoffmann, die federführend für den Musikverein die Organisation der Börse vor 5 Jahren von Hans Bosch übernommen haben, wieder das Kunststück zustande bringen, die Festhalle zur zwanzigsten Ausgabe der Veranstaltung mit 70 Verkaufstischen von Händlern zu füllen. Daneben blieb natürlich noch Platz für die Bewirtung, dieses Jahr ebenfalls von Mitgliedern des Musikvereins durchgeführt. Diese zeigten sich erfreut über einen Umsatz, der „noch besser als letztes Jahr“ gewesen sei.

 

Das ist gut, denn schließlich kommen die Einnahmen durch Eintrittsgelder, Bewirtung und Tischgebühren ja von der ersten Börse an der Jugendarbeit von Musikverein und Sportverein, die jährlich wechselnd die Bewirtung durchführen, zugute. Noch vor dem offiziellen Start um 10 Uhr überraschten Bürgermeister Oliver Simmendinger, Eugen Hoffmann und MV-Vorsitzende Alice Lottmann Hans Bosch mit einem Modellbahnwagen, beladen mit einem eigens bedruckten Container sowie einem Geschenkkorb und Friedel Bosch, die „gute Seele“ bei all seinen zahlreichen Ausstellungen, erhielt einen Blumenstrauß. Besonders hob Simmendinger unter dem Applaus der Aussteller die „viele, viele Arbeit besonders für die Jugendförderung von Musik- und Sportverein“ hervor.

Viele beeindruckende Lego-Technic-Modelle

Wie jedes Jahr gab es auch heuer eine hinlänglich bekannte Fülle an Modellbahnartikeln, Autos und vielem mehr zu sehen, doch darauf soll hier nicht näher eingegangen werden. Stattdessen sollen exemplarisch ein paar der Aussteller vorgestellt werden.

Warum beteiligt man sich überhaupt? Schließlich macht es doch viel Arbeit, die Sachen, die man zum Verkauf mitnehmen will, zusammenzusuchen, sicher zu verpacken, früh loszufahren, alles auszuladen, die Tische zu bestücken und nach dem Ende alles wieder einzupacken. Dabei ist keineswegs gesichert, dass es auch Einnahmen durch Verkäufe gibt. Trotz zahlreicher Besucher war diesmal viel Kaufzurückhaltung zu spüren.

Also, was treibt einen an, trotzdem mitzumachen? Da wäre beispielsweise Lisa Böhm aus Owen zu nennen, jetzt 27, die schon „von klein auf mit dem Vater auf Ausstellungen und Börsen mitgegangen ist“. Sie hat eine Reihe von großen Legotechnik-Modellen mitgebracht: Einen Kran, Bulldozer, Muldenkipper, einen Panzer; alle selbst gebaut und mit Fernsteuerung voll funktionsfähig – echt vom Feinsten. Als Kind habe es sie schon gestört, betont sie, dass man solche Modelle nur anschauen durfte und deshalb konnten Kinder ihre Modelle am Samstag an ihrem Stand ausprobieren, stabil genug waren sie allemal.

Viele Besucher schätzen den Austausch

Auch ein Mann der ersten Stunde ist Rainer Saile aus Nordstetten. Früher auf vielen Börsen präsent, bietet er seine Sachen heute nur noch „auf kleinen Börsen wie in Jungingen“ an. In seinem Angebot findet sich neben Videofilmen und ein paar Loks und Wagen vor allem Zubehör wie Kabel, Stecker, Bastelmaterial und dergleichen, was von den Kunden ebenso geschätzt wird wie sein freundliches Wesen und sein kompetenter Rat.

Gerald Pflumm aus Albstadt hat auch ein Alleinstellungsmerkmal, denn er bastelt aus handelsüblichen Bausätzen, wie man sie bei KIBRI, Busch und anderen Firmen für Zubehör bekommt, die fertigen Modelle von LKW´s, Traktoren, Forstmaschinen, um nur einige zu nennen, alle im Maßstab 1:87. Mit Farbe und Pinsel macht er aus ihnen wahre Kunstwerke, „je nachdem stecken 1 bis 5 Stunden Arbeit drin“, sagt er, bis sie aussehen, als kämen sie nach hartem Einsatz direkt von der Baustelle, vom Acker oder aus dem Wald. „Altern“ oder „supern“ nennt man das im Modellbau.

„Irgendwie fehlt mir das Verkaufs-Gen“

Herbert Hurm aus Weildorf hat diesmal alle seine Eisenbahnaquarelle mit Motiven aus der Dampflokzeit ausgestellt. Auch er, der zuhause eine große Modellbahnanlage besitzt, ist fast von Anfang an zudem als „Händler“ mit dabei, meint allerdings schmunzelnd: „Irgendwie fehlt mir das Verkaufs-Gen; zum Leidwesen meiner Frau kaufe ich meist deutlich mehr ein als ich verkaufe und so wächst die Sammlung halt weiter.“ Besonders schätzt er wie viele andere auch das Gespräch, den Austausch untereinander, man kennt sich schon viele Jahre, trifft sich auch auf anderen Börsen, ist beinahe schon Familie.

Fazit: Eine sehr gelungene Veranstaltung, Hans Bosch und die Organisatoren sowie alle Helferinnen und Helfer dürfen stolz auf ihre Leistung sein.