Karl-Martin Hahn, Ehrenkommandant der Schwenninger Feuerwehr, ist verstorben. Foto: Jochen Schwillo

Der ehemalige Kommandant der Schwenninger Feuerwehrabteilung ist im Alter von 75 Jahren verstorben. Karl-Martin Hahn prägte das Einsatzgeschehen über Jahrzehnte.

Die Feuerwehrabteilung Schwenningen trauert um ihren ehemaligen Kommandanten Karl‑Martin Hahn, der im Alter von 75 Jahren verstorben ist. Mehr als sechs Jahrzehnte lang prägte er das Einsatzgeschehen, die Ausbildung und das kameradschaftliche Miteinander der Wehr. Sein Name war weit über die Stadt hinaus eng mit dem Feuerwehrwesen verbunden.

 

Hahn trat bereits mit 15 Jahren in die Feuerwehr ein – eine Tradition, die er von seinem Vater Oswald übernahm, der selbst viele Jahre Kommandant der Schwenninger Wehr war. Früh absolvierte er die ersten Lehrgänge, später folgten Fortbildungen an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal. Als Maschinist, Gruppenführer, Zugführer und Fachausbilder für Drehleitern erwarb er umfassende Qualifikationen, die ihn für Führungsaufgaben empfahlen.

Fünf Jahre lang war Karl-Martin Hahn Stellvertreter von Abteilungskommandant Wolfgang Mückl. Als dieser 1993 sein Amt niederlegte, wählte die Abteilung Hahn zum 14. Kommandanten der Schwenninger Feuerwehr. 15 Jahre lang führte er die Wehr – mit einem Stil, der von Offenheit, Direktheit und Ehrlichkeit geprägt war.

Mehrere Auszeichnungen für Engagement

Parallel zu seiner Tätigkeit an der Spitze der Abteilung war Hahn von 1996 bis 2006 stellvertretender Kreisbrandmeister sowie stellvertretender Gesamtkommandant der Feuerwehr Villingen‑Schwenningen.

2008 trat Hahn freiwillig einen Schritt zurück, blieb der Wehr aber als erfahrener Ansprechpartner verbunden. Mit dem Erreichen des 65. Lebensjahres endete 2015 seine aktive Dienstzeit; er wechselte nach über 45 Jahren Feuerwehrdienst in die Altersabteilung.

Für sein jahrzehntelanges Engagement erhielt Hahn mehrere Auszeichnungen. Bereits 2013 wurde ihm die Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbandes in Gold verliehen. Im März 2015 folgte die offizielle Ernennung zum Ehrenkommandanten der Feuerwehr Villingen‑Schwenningen. Im März 2025 wurde er zudem für 60‑jährige Treue und Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt.

Im Familienbetrieb tätig

Beruflich war der gelernte Feinmechanikermeister im Familienbetrieb engagiert, den sein Großvater Karl Hahn an der Spittelstraße aufbaute. 1986 übernahm er die alleinige Geschäftsführung. Als sich das Marktumfeld veränderte und die Auftragslage spürbar zurückging, entschieden sich im Jahr 2014 die Eigentümer aus Altersgründen zur Auflösung des Betriebs.

Auch nach seiner aktiven Feuerwehrzeit blieb Hahn dem Bevölkerungsschutz eng verbunden. Er engagierte sich viele Jahre im Technischen Hilfswerk (THW) Ortsverband Trossingen und brachte sich dort auf vielfältige Weise ein. Als zweiter Vorsitzender unterstützte er die Beschaffung zusätzlicher Ausrüstung sowie die Finanzierung von Kameradschaftsaktivitäten. Darüber hinaus beteiligte er sich an besonderen Einsätzen und Hilfsaktionen.

Karl-Martin Hahn hinterlässt tiefe Spuren

2015 transportierte er gemeinsam mit einem Kameraden eine gespendete Feldküche, Zelte und Betten über 1200 Kilometer nach Kecskemét und Baya in Ungarn. Zudem gehörte er zu dem Team, das jährlich eine Tanne aus dem Trossinger Stadtwald zur baden‑württembergischen Landesvertretung nach Berlin brachte. Auch bei Hochwasserlagen war der Schwenninger als Fluthelfer im Einsatz.

Karl‑Martin Hahn hinterlässt Spuren – in der Feuerwehr, im THW, in der Stadt und bei all jenen, die mit ihm zusammengearbeitet haben. Sein Engagement, seine Geradlinigkeit und seine Menschlichkeit bleiben in Erinnerung.