Kornelia Dürr vom TC Talheim ist ein echtes Vorbild. Deshalb erhielt sie jetzt eine besondere Auszeichnung. Foto: Peter Morlok

Kornelia Dürr, Ehren-Jugendwartin beim TC Talheim 1987, wurde von einer Jury der Württembergischen Sportjugend zum „Vorbild des Jahres 2025“ gekürt.

Seit 2005 würdigt der Verband Jahr für Jahr zehn Ehrenamtliche, die sich in den Sportvereinen im Südwesten um den Kinder- und Jugendsport verdient gemacht haben.

 

Die 66 Jahre alte Kornelia Dürr erhielt auf Empfehlung des Sportvorstandes ihres Vereins, Sebastian Maier, für ihr herausragendes Engagement für den sportlichen Nachwuchs den höchstdotierten Ehrenamtspreis im organisierten Sport in Baden-Württemberg, die Trophäe Victor, sowie einen Geldpreis in Höhe von 1000 Euro am 19. Mai in der Sparkassenakademie Baden-Württemberg in Stuttgart überreicht.

„Mit dem Geld tue ich mir etwas Gutes“, freute sich die sehr aktive Rentnerin, die ihr Berufsleben „beim Daimler“ verbrachte, als sie erfuhr, dass es neben viel Lob und einem Pokal auch noch Geld für diese Auszeichnung gibt.

Seit 1987 für den TC Talheim im Einsatz Würde man jedoch diesen Geldbetrag in einen Stundenlohn für ihr Engagement für den Verein umrechnen, dann blieben nur einstellige Cent-Beträge übrig, denn seit der Vereinsgründung im Jahr 1987 gehört sie mehr oder weniger zum lebenden Inventar auf dem „Monte Scherbelino“, dem Tennisplatz im Horber Stadtteil Talheim.

Auch ihren Nachfolger unterstützt sie tatkräftig

Sie war von 1999 bis 2025 Jugendwartin, ist seit 2025 Ehrenjugendwartin und unterstützt ihren Nachfolger Manuel Däuble weiterhin als Beisitzerin und Jugendbetreuerin. Doch damit nicht genug. Sie engagiert sich seit über 20 Jahren für die Tennisstadtmeisterschaften und ist ein Garant für den Tennissport der Gesamtstadt Horb. Seit über 25 Jahren nimmt sie an Verbandsversammlungen teil und hat die Ausbildung zur Tennisassistentin absolviert.

„Tennis ist mein Leben“. sagt sie so ganz nebenbei. So, als ob ein solcher Einsatz für den Verein und den Tennissport das Normalste überhaupt wären.

Ballkinder-Rekrutierung und Kooperation Schule-Verein Während des Bestehens des ATP-Challenger-Turniers „Black Forest Open“ in Freudenstadt hat sie dafür gesorgt, dass dort genügend Ballkinder und Linienrichter vorhanden sind, hat diese vereinsintern rekrutiert und den Kids damit eine unvergessliche Tenniserfahrung geschenkt.

Schnuppertag und Jugendtraining

Auch hat sie über 15 Jahre lang die Kooperation Schule-Verein persönlich durchgeführt und so Kinder im Grundschulalter an den Sport geführt. Zudem organisiert sie jedes Jahr den Schnuppertag auf der Talheimer Anlage und kümmert sich um weitere Events.

Mannschaftsbetreuerin, Trainingsorganisatorin und Kuchenbäckerin Sie ist Betreuerin aller Jugendmannschaften in der Verbandsrunde, sorgt bei den Heimspielen für die Aufstellung, Verpflegung und übernimmt die Rolle des Schiedsrichters und wenn es zu Auswärtsspielen geht, übernimmt sie den Fahrtdienst. Sie organisiert das Jugendtraining in Absprache mit den Trainern, verteilt Flyer und verbringt regelmäßig Stunden damit, zu organisieren und das Gespräch zu suchen, um eine bestmögliche Lösung für alle zu erreichen.

So ganz nebenbei übernimmt sie das Kuchenbacken für den Wirtsdienst im Vereinsheim, ist bei jedem Arbeits- und Festeinsatz da, schaut nach der Anlage, räumt auf, säubert den Platz, pflegt die Blumenbeete und vieles mehr. Ein echtes Vorbild eben.

Dürr: „Man muss alles, was man tut, mit Freude machen“ Ihr macht die Vereinsarbeit, die neben hohem Einsatz oft auch Durchsetzungsvermögen erfordert, unheimlich viel Spaß. Vor allem, wenn sie sieht, wie sich der Tennisnachwuchs Jahr für Jahr weiterentwickelt. „Es ist eine Aufgabe, die befriedigt“, zieht sie ihre persönliche Bilanz.

Neben dem Sport – sie fährt noch Rad und geht ins Fitnessstudio – ist Singen ihre zweite große Leidenschaft. Sie ist Mitglied im Talheimer Kirchenchor und singt beim Chor „inTakt“. „Mir wird nie langweilig“, sagte die vierfache Oma, die bereits einen ihrer Enkel auf dem Tennisplatz betreut und verrät zum Abschluss eines Gespräches, dass so ganz nebenbei am Rand der ersten Jugendverbandsrunde, die gegen den Tennisclub Dettingen gespielt wurde, auch das Geheimnis, wie sie all ihre Aktivitäten unter einen Hut bekommt. „Man muss alles, was man tut mit Freude machen.“ Ganz einfach und doch oft nicht ganz leicht. Kornelia Dürr bekommt es hin.