Ehrungen und Beförderungen (von links): Kreisverbandsvorsitzende Michael Dietrich, Sebastian Thomanek, Vizekommandant Kevin Dietzig, Hermann Künstle, Theo Armbruster, Kommandant Adrian Stirm, Dominik Thomanek, Jonas Vetterer, Sascha Kleindienst, Lars Baumann, Bürgermeister Wolfgang Hermann. Foto: Ramsteiner

1600 unbezahlte Stunden und 6756 Ausbildungsstunden – Hausachs Feuerwehr zeigte in ihrer Hauptversammlung, was freiwilliges Engagement für sie bedeutet. ne.

Kommandant Adrian Stirm blickte in der Hauptversammlung der Feuerwehr auf ein aktives Jahr für die 71 aktiven Feuerwehrleute (mit leicht steigender Tendenz) zurück. Zu den 55 Übungsdiensten inklusive Proben mit den Nachbarwehren kamen ungezählte Aus- und Weiterbildungen. Die Zahl der Kommandantenbesprechungen der fünf Gemeinden, vor allem jene für die Tunnel im oberen Kinzig- und Gutachtal, habe sehr zugenommen. Es gab auch eine Flut von Terminen außerhalb des Brand- und Katastrophenschutzes. Wichtige Erkenntnisse habe die Großübung im Sommerbergtunnel mit fast 140 Einsatzkräften gebracht.

 

Kevin Dietzig berichtete über die breite Aus- und Weiterbildung von der Grundausbildung bis zur Führungskräfteschulung. 48 Lehrgangsteilnehmer hätten 6756 Stunden absolviert, „das sind 82 Arbeitstage, die zusätzlich geopfert werden“, so der Vize-Kommandant. 2024 hatte die Feuerwehr 133 Einsätze, 2025 sind es bis jetzt 110, davon 66 Alarmierungen zu Brandeinsätzen. „50 Prozent davon sind Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen, das ist oft ärgerlich, aber jeder einzelne ist ernst zu nehmen“, so Dietzig.

Großübung sah 140 aktive Kräfte im Einsatz

Das Ausbildungsteam im Atemschutzkeller und das Ikarus-Team (Interkommunale Atemschutz Revision- und Servicewerkstatt) sei gut besetzt, informierte Wolfgang Müller. 573 Teilnehmer trainierten auf der Hausacher Atemschutzstrecke, die Übungsleiter waren dafür 103 Stunden im Einsatz. Das Ikarus-Team wendete umgerechnet weitere 60 Arbeitstage auf, um die Atemschutzgeräte der teilnehmenden Gemeinden auf Vordermann zu halten.

In diesem Jahr sei kein Brandcontainer vor Ort gewesen, man habe sich fürs nächste Jahr wieder beworben, so Müller. Markus Fischer berichtete über die ABC-Einheit mit 27 Mitgliedern aus Haslach, Wolfach und Hausach. Diese wurde zum Jahresbeginn 2024 eingesetzt und hatte im ersten Jahr bereits fünf Einsätze. Die rund 20 Übungsdienste kämen für die Mitglieder noch „on top“, für 2025 seien ebenso viele geplant.

Ob Menschenrettung, technische Hilfe oder Löschangriff: Dies alles wird in der Jugendfeuerwehr mit aktuell 16 Kinder und Jugendlichen schon geübt. Jugendleiter Stefan Armbruster hat ein neunköpfiges Betreuerteam zur Seite. Die vielen Besuche von Kindergärten und Schulklassen sei eine gute Nachwuchswerbung.

Neues Tanklöschfahrzeug kommt 2027

Die Altersmannschaft besteht laut dessen Leiter Ludwig Breig derzeit aus 17 Kameraden zwischen 63 und 90 Jahren, die sich monatlich zu Ausflügen, Besichtigungen und mehr treffen. „Wenn Sie 1600 Arbeitsstunden bezahlen müssten, wäre die Stadt Hausach klamm in der Kasse“, verwies der Verbandsvorsitzende Michael Dietrich auf den Wert des Ehrenamts. Der Verband fordere, dass eine eventuelle Wehrpflicht für alle Mitglieder im Katastrophenschutz ausgesetzt wird.

Bürgermeister Wolfgang Hermann dankte der gesamten Wehr für ihren professionellen Einsatz für die Allgemeinheit. Sorgen bereiten ihm die Teuerungsrate bei Feuerwehrfahrzeugen und die Vielzahl der Einsätze. Je mehr Brandmeldeanlagen installiert seien, umso höher sei der Aufwand. Adrian Stirm warf noch einen Blick in die Zukunft: Das neue Tanklöschfahrzeug komme vermutlich erst Anfang 2027, und ab 1. Januar werde in der Hausacher Feuerwehr auch digital gefunkt.

Ehrungen und Abschied

Befördert wurden Steffen Lurk, Jordan Zimmermann, Max Armbruster und Robin Schmid zu Feuerwehranwärtern; Paul Tritschler, Lukas Hanke und Silas Armbruster zu Feuerwehrmännern; Lars Baumann, Sascha Kleindienst, Dominik Thomanek zu Oberfeuerwehrmännern; Jonas Vetterer zum Löschmeister. Feuerwehrehrenzeichen des Landes in Gold (40 Jahre): Christian Grathwohl. Feuerwehrehrenzeichen des Landes in Bronze (15 Jahre): Jonas Vetterer, Raphael Klausmann, Philipp Schmid. Ehrung der Feuerwehr für Hermann Künstle für 55 Jahre und Theo Armbruster nachträglich für 40 Jahre. Abschied: Sebastian Thomanek, der viele Jahre „für die Feuerwehr gebrannt hat“ und 15 Jahre als Gerätewart fungierte, wurde mit Dank verabschiedet.