Eine Wand voller Bilder und Urkunden zeugt von der musikalischen Leidenschaft des Schwenningers Gernot Laufer. Foto: Anna-Sophie Zepf

Vom jungen Tenor zum mehrfach ausgezeichneten Chorleiter – der Schwenninger Gernot Laufer erzählt von seinen Anfängen, Reisen und dem Ende seiner musikalischen Karriere.

Die Wand im Musikzimmer von Gernot Laufer ist nicht nur dekorativ, sie erzählt von einem Leben voller Musik – als Tenor, Chorleiter und engagierter Ehrenamtlicher. Der gebürtige Schwenninger erzählt über seine Anfänge, Höhepunkte und Auszeichnungen.

 

Schon als Jugendlicher fand Laufer seine Liebe zur Musik. Mit 15 Jahren trat er in den Gesangverein „Frohsinn“ in Schwenningen ein. „Mein Vater hat mich mitgenommen“, verrät der 81-Jährige seine Anfänge als Sänger.

Auch sein Onkel mütterlicherseits sei Organist, und Musik sei somit schon immer ein Teil seines Lebens gewesen, meint der ehemalige Industriekaufmann. Bereits ein Jahr später erhielt er privaten Gesangsunterricht. Später folgte ein Gesangsstudium an der Hochschule für Musik in Trossingen. Hier lernt er auch die Grundlagen für seine spätere musikalische Karriere als Dirigent.

Vom Sänger zum Chorleiter

Nach einigen Jahren als Tenorsolist – unter anderem beim Kolpingchor in Villingen-Schwenningen – gründete er mit Gleichgesinnten die Gesangsgruppe „Die Sorgenbrecher“, ein Ableger des Gesangvereins „Frohsinn“.

„Mein Schwager hat in Gunningen gesungen“, erinnert sich Laufer. Als dort der langjährige Chorleiter verstarb, fragte ihn sein Schwager, ob er nicht die Leitung des Männergesangvereins „Liederkranz“ übernehmen wolle – und so begann Laufers Karriere als Dirigent.

Doch damit nicht genug: Rund 20 Jahre später dirigierte er zusätzlich den gemischten Chor „Gesangsverein 1845 Liptingen“ und den Männerchor „Eintracht“ Dauchingen. „Ich habe drei Chöre gleichzeitig geleitet“, sagt er schmunzelnd.

„Es hat immer Spaß gemacht“

Von Mittwoch bis Freitag habe er für die Chöre dann Proben gehabt. „Und an den Wochenenden dann Auftritte“, fügt sein Sohn, Bernhard Laufer, hinzu.

Auf die Frage, ob es ihm nicht einmal zu viel gewesen sei und er ans Aufhören gedacht habe, verneint der 81-Jährige sofort. „Es hat immer Spaß gemacht“, stellt er klar.

Die Covid-19-Pandemie markierte schließlich das Ende von Laufers Zeit als Chorleiter. „Mit Corona durfte man nicht mehr singen“, erklärt der leidenschaftliche Musiker rückblickend und verweist auf das damalige Versammlungsverbot.

Würdigung seines Engagements

Auch wenn er seine Chorarbeit mit der Pandemie beenden musste, blieb sein Einsatz nicht unbeachtet. Sein langjähriges Engagement wurde vielfach gewürdigt – unter anderem mit der Ehrung für 25 Jahre Chorleitung beim Männerchor „Eintracht“ Dauchingen und einer Auszeichnung für 50 Jahre beim „Liederkranz“ Gunningen.

Zudem wurde Laufer 2011 mit der Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Den Höhepunkt seiner Ehrungen markierte schließlich das Bundesverdienstkreuz, das ihm Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Dezember 2024 überreichte.

Der Schwenninger Gernot Laufer (rechts) erhält das Bundesverdienstkreuz von Winfried Kretschmann. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg/ Uli Regenscheit

Die wahren Höhepunkte seiner musikalischen Laufbahn, so betont Laufer, seien jedoch die gemeinsamen Reisen mit seinen Chören gewesen.

Der 81-Jährige zählt auf: Es habe Ausflüge nach Wien gegeben, ins Bundeshaus nach Berlin, in die Ukraine und nach Südtirol. „In der Schweiz hast du doch auch einen Chorwettbewerb gewonnen“, ergänzt Bernhard Laufer. Aber nicht nur für Wettbewerbe, von denen es einige gab, sei der Dirigent verreist.

Hochzeiten und Trauerfeiern

In Italien habe er beispielsweise auf einer Hochzeit gesungen. Auch als Solist war Laufer regelmäßig im Einsatz – bei Hochzeiten und Trauerfeiern, naheliegend war der Musiker doch lange Geschäftsführer des Bestattungsunternehmens Laufer.

Ein einschneidendes Erlebnis in seiner Karriere als Chorleiter sei allerdings die Reise nach Wales gewesen, erklärt Laufer. Mit dem Gunninger Männerchor habe er in der Llandaff Kathedrale in Cardiff gesungen. „Das war ganz beeindruckend“, stellt er in Erinnerungen schwelgend fest.

Heute singt Gernot Laufer nur noch privat, da er die 80 nun hinter sich gelassen habe. „Mit dem war dann auch Schluss“, erläutert er. Hinter ihm liegt ein erfülltes Musikerleben – mit Auszeichnungen, unvergesslichen Reisen und jahrzehntelangem Engagement für die Chormusik.