Ein außergewöhnlicher Rettungseinsatz im Urlaub, sportliche Erfolge und soziales Engagement standen beim Neujahrsempfang in Hofstetten im Fokus.
Auf den Neujahrsempfang der Gemeinde Hofstetten freuten sich am Sonntagmorgen in der Gemeindehalle nicht nur viele Hofstetter Bürger, sondern besonders auch die Preisträger, die im Rahmen des Empfangs für ihre herausragenden Leistungen im Jahr 2025 auszuzeichnen waren. Bereichert wurde der festliche Jahresauftakt durch die Singflöhe der Franz-Josef-Krämer-Schule unter Leitung von Laura Friedrich und durch die Bewirtung durch die Feuerwehr.
Bürgermeister Martin Aßmuth blickte auf das Ortsgeschehen des vergangenen Jahres. So hat die Gemeinde zum 31. Dezember mit einem positiven Kontosaldo abgeschlossen, obwohl eine Kreditaufnahme bis zu 857 000 Euro beschlossen war. Da die Wahl zum Bundestag und das Open-Air-Konzert der Guggenmusik am selben Tag stattfanden und von Bedenkenträgern vehement der Ratschlag kam, das Konzert besser abzusagen, bewies die Gemeinde Zusammenhalt, beides konnte stattfinden.
Martin Aßmuth möchte Bürgermeister bleiben
Der Spatenstich für das Neubaugebiet Am Schneitbach-Süd, die Sportanlage in der Georg-Giesler-Straße und die Verabschiedung des Feuerwehrbedarfsplans waren weitere Themen. Auch das Länderspiel der Bürgermeister-Nationalmannschaften hat seinen festen Platz in der Hofstetter Geschichte.
Für das Großprojekt Sanierung Kreisstraße musste nichts bezahlt werden, für den Kindergarten erhielt die Gemeinde die Auszeichnung „Vorbildliches Bauen“. Ein schöner Abschluss im Jahr war das Jubiläum der Trachten- und Volkstanzgruppe mit Festbankett und Heimatabend.
Für 2026 wird ein Tanklöschfahrzeug in Dienst gestellt, die Beleuchtung der Gemeindehalle erneuert, Kreuzstraße und Steigstraße sind zu sanieren, und der Abriss des alten Kindergartens steht an. „Eine Wahlempfehlung zur Landtagswahl am 8. März erhalten sie von mir aus Gründen politischer Neutralität nicht, dafür aber für den 26. April, denn sie wissen, dass ich gerne ihr Bürgermeister bin und auch weiter bleiben möchte“, schloss Martin Aßmuth.
Einige Bürger gelte es besonders hervorzuheben
Vereinssprecher Edgar Mäntele kündigte den ersten Preisträger an. Viele Hofstetter hatten sich wieder ehrenamtlich engagiert oder besondere Leistungen erbracht. Sein Lieblingsbegriff „ehrenamtliche Sozialarbeit“ gewinne nirgendwo so viel an Bedeutung wie an dieser Stelle, das Engagement aller in der Hofstetter Vereinsgemeinschaft sei die DNA des Dorfs.
In jedem Verein gebe es eine Reihe von Personen, die sich überdurchschnittlich engagieren würden. Diese zu ehren, obliege den jeweiligen Vereinen. Doch einige Bürger hätten darüber hinaus dank ihrer versteckten Talente noch viel mehr zu bieten. Ihnen gelte es, bei den heutigen Ehrungen Danke zu sagen.
Ein Hofstetter rettete im Urlaub ein Leben
Eine der besonderen Leistungen vollbrachte Manfred Ruf als Lebensretter im spanischen Badeort Camprils, mit seinem Wohnmobil in der ersten Reihe am Strand. Er beschrieb die Szene: „Ich sah, wie eine Frau im Wasser stehend um Hilfe schrie. Wie in einem Tunnel bin ich losgerannt und habe mit zwei weiteren Personen einen leblosen Körper aus dem Wasser gezogen. Die Brandung war stark, wir mussten mehrfach zupacken. Am Ufer habe ich dann mit der Herz-Druck-Massage begonnen, bis Wasser aus seinem Mund kam.“
Dabei erinnerte er sich an den Rat von Erste-Hilfe-Kursleiterin Jutta Eisenblätter aus Hofstetten, „ja nicht zimperlich sein“. 15 Minuten pumpte er mit vollem Körpereinsatz, bis der Notarzt eintraf. Der Gerettete – übrigens auch aus dem Ortenaukreis – war mit seiner Frau zum Neujahrsempfang nach Hofstetten gekommen, möchte seinen Namen aber nicht veröffentlichen. Wie von Ärzten bestätigt, ist eine Herz-Druck-Massage nicht immer erfolgreich, doch in diesem Fall hat sie dem Mann das Leben gerettet.
Ein Ehrenpreis ging auch an die Organisatoren des Waldkicker-Teams mit Armin Kreyer an der Spitze sowie Dominik Hertlein, Susanne Schad, Mario Allgaier, Birgit Allgaier und Jasmin Schultheiß. Wie berichtet, wurde das nachhaltigste Fußballteam in Deutschland gesucht. Am Ende der Saison wurde das Finale der Waldkicker-Meisterschaft beim Fußball-Bundesligisten TSV 1899 Hoffenheim ausgetragen. „In der Erstauflage in der Saison 2024/25 beteiligten sich bundesweit 41 Teams, davon drei aus Baden-Württemberg“, erklärte Aßmuth. Nach dem Turnierverlauf wurde bekannt, dass der Titel um die erste deutsche Waldkicker-Meisterschaft um einen Punkt verpasst wurde. Aber auch der Vize-Titel sei ein grandioses Ergebnis. Und auch die E-Jugend wurde in der Kategorie Jugend mit einem Ehrenpreis bedacht.