Die Tierschutzgruppe Bodelshausen-Hechingen versorgt freilebende Katzen an Futterstellen. Foto: Stalder

Die Tierschutzgruppe Bodelshausen-Hechingen stößt ob der aktuellen Herausforderungen an ihre Grenzen. Besonders unkastrierte Hauskatzen beschäftigen die Ehrenamtlichen.

Dass die Population verwilderter Hauskatzen in Hechingen und Umgebung wächst, wurde spätestens im Februar öffentlich, als der Gemeinderat eine sogenannte Katzenschutzverordnung erlassen hat. Katzenhalter müssen der neuen Richtlinie zufolge ihre Tiere kastrieren und registrieren lassen, um die unkontrollierte Vermehrung zu verhindern.

 

Genau mit dieser Problematik kämpft die Tierschutzgruppe Bodelshausen-Hechingen, die sich um das Einfangen von unkastrierten freilebenden Hauskatzen kümmert und diese vom Tierarzt behandeln lassen. Kristina Stalder, Vorsitzende der hiesigen Tierschutzgruppe, sagt: „Während der Corona-Pandemie haben viele Familien Katzen als Haustiere angeschafft und diese nicht kastrieren lassen.“ Mit der neuen Tierärztegebührenordnung seien Tierarztleistungen im Preis gestiegen – eine Kastration beispielsweise von 70 auf 150 Euro. Dies hätte die Menschen zusätzlich vom Tierarztbesuch abgehalten. Und: Nach der Pandemie hätten einige Haushalte ihr Haustier ohnehin ins Tierheim abschieben wollen.

Population im Hechinger Gewerbegebiet

So habe sich beispielsweise im Hechinger Gewerbegebiet Lotzenäcker eine Population verwilderter Katzen gebildet. Kristina Stalder appelliert: „Wer streunende Katzen sieht, muss diese beim jeweiligen Ordnungsamt melden.“ Bei Katzen helfe zur Eindämmung nur eine Kastration. Diese sei spätestens ab dem vollständigen Zahnwechsel anzugehen.

Auch in der Hechinger Oberstadt rund um den Marktplatz gebe es immer wieder Auffälligkeiten. Aufgerissene gelbe Säcke, überfahrene junge Kätzchen oder kahle Grasflächen, die auf eine „Katzenautobahn“ deuten, seien Indizien, dass sich viele freilebende Katzen in der Nähe aufhalten.

Wildtiere leiden unter der Trockenheit

Übrigens: Sind die eingefangenen Katzen kastriert, ist die Arbeit der Tierschützer nicht getan. Im Anschluss versuchen die Ehrenamtlichen an den Stellen, wo sich größere Katzenbestände aufhalten, eine Futterstelle einzurichten, um die weitere Entwicklung im Auge zu behalten und etwaige Neuzugänge gleich wieder „herauszufischen“, informiert Stalder weiter.

Arbeit machen der Tierschutzgruppe Bodelshausen-Hechingen indes nicht nur Katzen. „Auch die Stadttauben sind ein riesiges Problem“, berichtet Stalder. Dazu kommen Herausforderungen mit Wildtieren wie Igeln oder Eichhörnchen. Durch zunehmend warme Winter halten beispielsweise Eichhörnchen nicht lange genug Winterschlaf. Dazu kommt ein Wassermangel angesichts der aktuellen Trockenheit. „Nett wäre es, wenn Bürger eine Schale Nüsse in den Garten stellen.“

Herz für Umwelt, Tiere und Kinder

Kristina Stalder, die die Zusammenarbeit der Tierschutzgruppe mit den Tierfreunden Mössingen und den Pfotenengeln Zollernalb hervorhebt, schultert die aktive ehrenamtliche Tätigkeit mit wenigen Mitstreiterinnen. Sie hofft daher auf weitere Helfer mit „Herz und Hirn“ für den Tierschutz, wie sie sagt. Sprich Menschen, die Vorschriften beachten und sich nicht zu schade sind, die Hände für den Tierschutz dreckig zu machen.

Früher sei die Hauptaufgabe des Vereins die Beratung bei der Tieranschaffung gewesen. „Ich wünsche mir, dass wir dahin irgendwann wieder zurückkommen.“ Bis es so weit ist, gibt es weiter viel zu tun. Was treibt Kristina Stalder für ihr Tun an? „Kinder, Tiere und Umwelt sind Herzensthemen von mir.“ Sie sei der Überzeugung, dass jeder Mensch die Verantwortung habe, seinen Teil zum großen Ganzen beizutragen. Und für die, die es nicht tun, stehen die aktiven Tierschützer eben zusätzlich ein.