Die Geehrten der Jubiläumsveranstaltung. Von links: Ursula Naujoks (55 Jahre), Laura Weber (20 Jahre), Andreas Landis (45 Jahre), Dieter Keser, Irmgard Krippner (beide Blutspendegruppe), Altbürgermeister Artur Bugger, der Vorsitzende Jürgen Zwigart (45 Jahre) und Elke Lämmlin (35 Jahre). Foto: Rolf Rombach

Das DRK Schwörstadt blickt auf die vergangenen Jahrzehnte zurück.

Aus diesem Anlass lud der Verein um seinen Vorsitzenden Jürgen Zwigart am Samstag zu einer Feierstunde in die DRK-Unterkunft ein. „Stolz können unsere Mitglieder auf die bewältigten Aufgaben zurückblicken. Wir erlebten den Wandel des Roten Kreuzes von einer fast militärisch organisierten Organisation zu einem modernen Verband.“

 

Den Rückblick startete Zwigart allerdings sogar einige Jahre früher. Denn bereits 1958 fand der erste Versuch statt, einen eigenständigen Verein zu gründen. Bis zum 14. Mai 1958 gehörten die 26 Mitglieder aus Schwörstadt dem Öflinger Verein an. Der DRK-Kreisverband schenkte hierzu eine Patiententrage sowie einen Erste-Hilfe-Koffer, der bis heute noch in Ehren gehalten wird. Allerdings vergaß der Verband, die Gründung an die Landesebene weiterzuleiten. Somit musste 1966 erneut „gegründet“ werden. Der damalige Bürgermeister Eugen Witzig übernahm den Vorsitz. Im gleichen Jahr fand erstmals die Teilnahme an der Abschlussübung der Feuerwehr statt, wie es seitdem traditionell fortgeführt wird. Sanitätsdienste bei den Veranstaltungen im Ort, aber auch beim Eggbergrennen, übernahm die Gruppe fortan.

Auch die Bevölkerung profitierte direkt vom Engagement der Gliederung. 1970 fand der erste Erste-Hilfe-Kurs in der damals noch eigenständigen Gemeinde Dossenbach statt, nachdem diese zuvor bereits in Schwörstadt gegeben worden waren. 1972 folgte die Gründung einer Jugendgruppe. 25 Jahre lang gab es einen vorweihnachtlichen Adventsbasar. 1986 kam mit einem Ford Transit durch den Katastrophenschutz das erste Fahrzeug zum DRK.

120 Blutkonserven

Der Verein ergänzte einen Anhänger – beides fand einige Jahre Platz in Garagen bei der Leichenhalle. 1990 stellte der damalige Bürgermeister Artur Bugger eine Doppelgarage neben dem Feuerwehrhaus in Aussicht, welche noch bis Jahresende unter Anleitung von Paul Burkhart, Werner Berger und Klaus Eckert umgesetzt wurde. Bugger war es auch, den das Rote Kreuz bei seiner ersten Blutspende 1989 „angezapft“ hat, wie Jürgen Zwigart erzählte. Bei rund 75 Veranstaltungen seien im Schnitt 120 Blutkonserven gewonnen worden. Die Veranstaltungen erhielten auch durch Helfer viel Zuspruch, die nicht dem Verein angehören, aber helfend aktiv sind.

Helfer-vor-Ort-Gruppe

Die jüngste Erfolgsgeschichte des Vereins ist die 2019 erfolgte Gründung einer Helfer-vor-Ort-Gruppe, angeregt von Ärztin Karin Weigel und ihrem Mann, dem Notfallsanitäter Martin Weigel. Zu den neun Einsatzkräften gehören auch Neumitglieder, die in 350 Alarmierungen 251 Bürgern helfen konnten. Für 20 Dienstjahre erhielt die ehemalige zweite Vorsitzende Laura Weber eine Auszeichnung. Ebenfalls Elke Lämmlin (35 Jahre). Als Erste-Hilfe-Ausbilder, Mitglied der Bereitschaftsleitung und Kassierer engagierte sich Andreas Landis in bislang 45 Vereinsjahren.

Bürger profitieren

Dienstältestes Mitglied ist die ehemalige Bereitschaftsleiterin Ursula Naujoks mit 55 Jahren im DRK. Peter Dück zeichnete Jürgen Zwigart für 45 Jahre aus und betonte, dass Zwigart mit Herz und Seele beim DRK sei. Seit 1987 gehört er dem Vorstand in verschiedenen Funktionen an.

Peter Hofmeister, DRK-Kreisvorsitzender, lobte das Engagement des Vereins, das auch über die Ortsgrenzen hinausgehe. Sei es durch Ämterübernahme auf Kreisebene oder als Bewirtung der Bürgerheim-Cafeteria in Rheinfelden. Bürgermeister Fabio Jenisch hatte als Überraschung Fotos aus der Vergangenheit dabei. Darunter auch ein Bild eines Rotkreuztreffens von 1941, das er im Gemeindearchiv fand. Wie Clemens Rüttnauer als Vertreter der lokalen Vereine lobte er das intensive und oft stille Engagement, von dem die Bürger profitieren.