Sich ehrenamtlich zu engagieren, ist eines ihrer großen Hobbys. Auch mit 81 Jahren ist Monika Siedner aus Nagold aktiv in Vereinen. Bei den „Helfenden Händen“ ist sie das Nagolder Gesicht.
„Ich liebe seit je immer den Kontakt mit Menschen, die Hilfe brauchen!“, sagt sie vollen Herzens, und in der Tat ist Monika Siedner in Nagold inzwischen nicht nur „das Gesicht von Helfende Hände“, sondern hat sich seit über 40 Jahren an zahlreichen Stellen immer wieder ehrenamtlich eingebracht.
1943 in Bremerhaven gebürtig, sollte die junge Frau auf Wunsch ihrer Eltern in deren Kurz- und Papierwarengroßhandlung einsteigen, machte eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau, doch wechselte sie später zum Arbeitsamt Bremerhaven. Als sie 1964 den Schreinermeister Wolfgang Siedner heiratete, ahnte sie noch nicht, dass wenige Jahre später Nagold ihre Wahlheimat würde. Denn Wolfgang Siedner bekam von Rolf Benz das Angebot, in dessen Firma zu arbeiten, und ergriff gerne die Chance, zumal der Firmenchef sich auch schnell um eine Wohnung kümmerte.
Monika Siedner bewarb sich parallel beim Arbeitsamt Nagold, deren damaliger Leiter Hermann Wohlfarth ihr gepflegtes Deutsch schätzte – und wurde seine Vorzimmerdame, nachdem das Ehepaar 1972 nach Nagold umgezogen war. 30 Jahre lang war Monika Siedner im damaligen Arbeitsamt auch die Anlauf- und Beratungsstelle für Rehamaßnahmen.
Bei den Helfenden Händen
Um in der neuen Heimat Nagold Kontakte zu knüpfen, wurde das Ehepaar Mitglied bei den Naturfreunden, und im dortigen Vorstand war Monika Siedner dann auch viele Jahre für die Schriftführung verantwortlich. Als sich 2003 auf Veranlassung von Hans-Joachim Fuchtel der Verein „Helfende Hände“ gründete, wurde Monika Siedner Mitglied und übernahm 2006 die Geschäftsstelle des Vereins.
Das bedeutet zahlreiche Aufgaben im Zusammenhang mit dem Sammeln und Verwalten von Sachspenden, die Vorbereitung der Container samt nötigen (Zoll-)Dokumenten, die Kontakte zu den Ansprechpartnern in Mauretanien, Burundi und Uganda, die Überprüfung der Ankunft an den Zielorten. Denn jedes Jahr schickt „Helfende Hände e.V.“ – neben anderen Einsätzen in den afrikanischen Ländern – Container mit medizinischen Geräten in die Zielgebiete.
Zu den Highlights für Monika Siedner, die für den Verein ebenso einige Benefizkonzerte organisierte, gehörte das Ausräumen des alten „Olgäle“ in Stuttgart und die Verschiffung von ehemals dort verwendeten Geräten: Eine frühere OP-Lampe leistet noch heute im Krankenhaus Nouakchott/Mauretanien gute Dienste. Ein weiterer Höhepunkt war für Monika Siedner die Organisation des 20-jährigen Bestehens von „Helfende Hände e.V.“ in der Stadthalle 2023, zu der nebst zahlreichen anderen Ehrengästen auch eine Delegation aus Afrika begrüßt werden konnte.
Sie leist auch gerne, zum Beispiel Hesse
Bis zu dessen Tod 1999 pflegte die heute 81-Jährige mehrere Jahre lang ihren Ehemann Wolfgang, und auch ihren zweiten Mann Walter Bothner begleitete sie durch seine schwere Erkrankung bis zum Tod am Neujahrstag 2020. Kurz darauf legte die Pandemie vieles lahm, und man könnte meinen, dass diese mehrfach schweren Zeiten Monika Siedners Elan gebremst hätten. Doch auch in Erinnerung an eine unvergessliche dreimonatige Schiffs-Weltreise mit ihrem zweiten Mann nahm sie 2021 auf Bitte von Kurt Brei das Ehrenamt der Schriftführung für die ASM an.
Ist es verwunderlich, dass Monika Siedner, nach Hobbys gefragt, zuallererst sagt: „Ehrenamt!“? - ehe ihr einfällt, dass sie gerne liest, zum Beispiel Hesse, Nino Haratischwili und Biografien, oder mit Leidenschaft Fotobücher kreiert. Zudem liebt sie das Thermalbaden mit einer Freundin - und ihren Minijob bei der Stadt Nagold, wo sie sich in der Touristikinformation mit Kolleginnen an Wochenenden oder Feiertagen einbringt. Denn „Ich bin eine Nagolderin – Punkt“, sagt Monika Siedner voller Überzeugung.