Die Damen vom Frauentag (von links): Barbara Baumgärtner, Mariane Dettling, Angelika Häfner, Gabriele Stöhr, Iris Müller-Nowak und Marita Walz. Foto: Morlok

Woche des Ehrenamts: Seit 2004 gibt es den Frauentag der KEB / Am 16. Oktober ist es wieder soweit – diesmal in Nordstetten

Horb. Seit nunmehr 17 Jahren gibt es den Frauentag, den die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Kreis Freudenstadt einmal im Jahr veranstaltet.

Die Leiterin der KEB, Iris Müller-Nowack, hat die Idee, dass sich Frauen einmal im Jahr zu einem bestimmten Thema, das immer im gleichen Rahmen, doch immer wieder an einem anderen Orten stattfindet, schon bei ihrer damaligen Bewerbung mitgebracht. Diese Idee zu dem Treffen war und ist ein Impuls, der bei der damaligen KEB-Vorsitzenden Angelika Häfner offene Türen einrannte.

Was am 24. Januar 2004 mit dem Thema "Frauen erleben Frauen" und einem Vortrag über "Weggefährtinnen für heute" als Versuchsballon begann, ist schon lange zum Selbstläufer geworden.

"Unsere Veranstaltungen sind inzwischen oft schon lange im Voraus ausgebucht", freuen sich Barbara Baumgärtner, Marianne Dettling, Angelika Häfner, Gabriele Stöhr, Marita Walz und Iris Müller-Nowack, die diese besondere Art des Ehrenamtes im Rahmen eines Pressegesprächs zur Porträt-Reihe anlässlich der Woche des Bürgerschaftlichen Engagements vorstellten. Zum Orga-Team dieser Jahresveranstaltung gehören auch Dorothea Kaupp, Ingrid Riek-Kiefer und Margret Schäfer.

"Nach dem Treffen ist vor dem Treffen" lautet auch hier der alte Grundsatz, denn meist findet Wochen nach dem erfolgreichen Frauentag schon die Vorbereitung für das Treffen im nächsten Jahr statt. "Wir treffen uns zwanglos, essen und trinken was, lassen die letzte Veranstaltung Revue passieren und suchen dabei auch gleich nach einem Thema für den nächsten Frauentag", erklärte Marita Walz das recht pragmatische Vorgehen, bei dem sich der Kreis des Vergangenen schließt und etwas Neues beginnt.

Fünf bis sechs Besprechungen sind danach notwendig, bis das Grundgerüst für den zukünftigen Frauentag steht und die Damen mit der Feinplanung, die bis zur Ausschmückung des Raumes reicht, beginnen können. "Wir legen viel Wert auf ein schönes Ambiente und schleppen deshalb unseren halben Hausstand her, um den Raum so schön wie möglich zu machen und alles dabei zu haben, was man für einen gelungenen Abend braucht", erklärte eine der Frauen, die alle schon seit Beginn der Veranstaltungsreihe ihren unterschiedlichen Talenten und Begabungen mit einbringen.

"Wir machen den Raum zu unserem Raum und viele unserer Besucherinnen schätzen vor allem dieses Setting und das familiäre Gefühl, das wir dadurch vermitteln", stellte Iris Müller-Nowack in ihrer Nachbetrachtung fest. Viele der Teilnehmerinnen haben auch schon ihren Geburtstag beim Frauentag gefeiert, so eine nette Randbemerkung.

Der Ablauf des Frauentags ist immer gleich: Er geht in der Regel von 17 bis 22 Uhr und beginnt mit einem inhaltlichen Input, der immer von einer Frau, in der Regel eine Gastdozentin, die sich mit dem Tagesthema besonders gut auskennt, gehalten wird. Danach gibt es einen Imbiss, den die Frauen auch für einen regen Austausch zum zuvor Gehörten nutzen können. Später werden Impulse und Inspirationen in anschließenden Workshops nochmals intensiver beleuchtet, bevor man sich zu einem gemeinsamen Abschluss zusammensetzt.

Und die Themenvielfalt, mit der man sich beim Frauentag beschäftigt, ist breit. So traf man sich beispielsweise zum 11. Frauentag unter dem Oberbegriff "Mama Mia" und stellte im Kern der Aussage fest, dass jeder Mensch auch gleichzeitig Kind ist. "Lust zu leben – Genieße die Fülle des Augenblicks" oder "Anhalten, innehalten, zur Mitte finden, aufbrechen" sind weitere Themen, die selbsterklärend im Raum stehen. Am Samstag, 16. Oktober, findet der Frauentag 2021 unter dem Motto "Mit Mut und Zuversicht durch Krisenzeiten zu Neuanfängen" passend zur derzeitigen Corona-Situation, im katholischen Gemeindezentrum von Nordstetten statt.

"Zu uns kann wirklich jede Frau, egal welchen Alters, Religion, Hautfarbe oder Gesinnung kommen – jede ist herzlich eingeladen vorbeizukommen, mitzumachen und mit vielen neuen Impulsen heimzugehen", ergänzte Marita Walz, die das "katholisch" im Vereinsnamen nicht im Sinne von fromm, sondern eher als allumfassend versteht. "Was wir hier tun, das ist ganz im Sinne der KEB – wir machen offene Erwachsenenbildung." Offen, was die Themenvielfalt anbetrifft, offen für Neues, aber auch offen für Bewährtes. Nur nicht offen für Männer. Für sie bleibt die Tür zu den Räumen in Lützenhardt, Nordstetten oder Horb, die Platz für bis zu 60 Teilnehmerinnen bietet und die in unterschiedlichen Intervallen genutzt werden, verschlossen. Klar – es heißt ja nicht umsonst Frauentag. Doch die Herren der Schöpfung können sich entspannt zurücklehnen, es gibt auch einen Männertag, doch das ist wieder eine ganz andere Geschichte.