Das Publikum hat beim Festakt zum 155-Jahr-Jubiläum der Dossenbacher Wehr vom Musikverein und dem Musikkorps eine Zugabe gefordert Foto: Uwe Thomes

Das 150-Jahr-Feier der Feuerwehr-Abteilung Dossenbach hatte im Jahr 2021 Corona verhindert. Deshalb hat die Wehr nun das 155-Jährige mit einem Festakt gefeiert.

Nachdem Corona ihr im Jahr 2021 das bereits vorbereitete 150-Jahr-Jubiläum verhagelt hatte, holt die Freiwillige Feuerwehr-Abteilung Dossenbach in diesem Jahr die Feierlichkeiten gebührend nach. Am Wochenende 13. und 14. Juni steht am Festchopf ein großes Fest an. Einen ersten Höhepunkt gab es am Samstagabend im örtlichen Bürgersaal mit dem offiziellen Festakt zum 155-Jahr-Jubiläum.

 

Die 28 Mann und eine Frau starke Mannschaft der Dos-senbacher Feuerwehr war dort fast komplett vertreten und freute sich über den Besuch benachbarter Feuerwehren sowie Vertreter aus dem Kreisfeuerwehrverband. Auch Delegationen anderer Blaulichteinheiten wie DRK, Polizei und THW zollten den Dossenbachern durch ihre Anwesenheit Respekt.

Von 51 Bürgern gegründet

Begonnen und beschlossen wurde der Festakt durch den örtlichen Musikverein, ver-stärkt durch Mitglieder des Feuerwehr-Musikkorps, unter der Leitung von Gastdirigent Marcel Peghini, der seinen Taktstock am Schluss nochmals zu einigen Zugaben schwingen musste.

Zwischen der Begrüßung durch Manuel Benz, Kommandant der Dossenbacher Feuerwehr, sowie dem „Badner Lied“ zum Veranstaltungsende sah der Abend zwei große Blöcke vor. Im ersten berichtete Benz über die Geschichte der Dossenbacher Feuerwehr, die am 4. Juli 1871 von 51 Dossenbacher Einwohnern gegründet wurde: 20 Jahre nach einem verheerenden Dorfbrand, der damals nur fünf Häuser des Ortes verschonte.

Im Jahr 1908 ist der Ort an die Dinkelberger Wasserversorgung angeschlossen worden, 1942 erhielten die Feuerwehrleute ihren ersten motorbetriebenen Spritzenwagen, seit 1960 beteiligt man sich erfolgreich an Leistungswettkämpfen. Im Jahr 1966 entstand das neue Feuerwehrgerätehaus.

Die Eingemeindung Dossenbachs zu Schwörstadt im Jahr 1971 bedeutete für beide Feuerwehren eine Umstrukturierung. Es entstanden zwei Abteilungen: Schwörstadt und Dossenbach, danach eine in-zwischen gemeinsame Jugendfeuerwehr und auch eine Kindergruppe, denen heute 24 Jugendliche und elf Kinder angehören. Im Jahr 2022 löste Benz Marcus Kiefer als Abteilungskommandant ab.

Anforderungen gestiegen

Das Aufgabengebiet der Feuerwehren ist vielfältiger, die Anforderungen seien höher geworden.

Benz erinnerte an die Einsätze der Dossenbacher in Rheinfelden-Schweiz bei der Jahrhundertflut im Jahr 1999 oder der Bekämpfung der von Sturm „Lothar“ angerichteten Schäden.

Wenn die Aufgaben wachsen, müssten dies auch die Technik und die Ausbildung tun. Die Feuerwehrleute sind deshalb stetig an Aus- und Weiterbildungslehrgängen und freuten sich derzeit auf ein neues Löschfahrzeug, das Ende 2027 zur Verfügung stehen soll. Benz: „Viel hat sich verändert, was geblieben ist, sind die Grundwerte: Einsatzbereitschaft, Kameradschaft und ehrenamtliches Engagement.“

Steffen Hofmann als stellvertretender Kreisbrandmeister, Ortsvorsteher Andreas Klein, Reiner Jacob, Vorsitzender des Lörracher Kreisfeuerwehrverbands, sowie Daniel Ebi als Kommandant der Schwörstädter Wehr entboten den Dossenbachern die Grüße ihrer Abteilungen.

Es folgten weitere Grußworte durch Rolf Gentner, der eine weitere Bedeutung der Feuerwehr hervorhob: „Sie ist ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens vor Ort.“ Auch der Dossenbacher Gesangsverein, die Fasnachtscliquen „Waieblätzer“ und „Bachradde“ gratulierten ebenso wie die Feuerwehren Rheinfelden und Minseln sowie der Musikverein. Alle Redner betonten die Wichtigkeit der Feuerwehr und bedankten sich für die ehrenamtliche Bereitschaft, „Zeit, Kraft und das eigene Leben einzusetzen, um Menschen zu helfen, Gefahren zu bekämpfen“, so Jacob, sowie „Verantwortungsbereitschaft zu zeigen“ (Hofmann).

„Was als organisatorischer Akt begann, ist heute ein kameradschaftlicher Verbund“, sagte Ebi im Hinblick auf den Zusammenschluss der Schwörstädter und der Dossenbacher Feuerwehr.

Im Block „Ehrungen“ wurde Nils Schlageter von Benz zum Feuerwehrmann befördert. Es folgten die Ehrungen von Christian Zanger für 20 Jahre und von Sven Kedzierski für 30 Jahre Mitgliedschaft.

Jacob durfte danach zweimal die Kreisnadel in Gold verleihen: an Jürgen Nass und Manuel Benz, für den die Auszeichnung überraschend kam. Die Landesehrung in Gold ging an den früheren Dossenbacher Kommandanten Gerd Bühler.

Festwochenende im Juni

Nicht fehlen durfte der nochmalige Hinweis auf das Festwochenende im Juni, wenn am Samstag die „Brassanas“ und die „Dorfrocker“ für Stimmung sorgen werden, während es am Sonntag einen Jubiläums-Brandschutztag mit einem musikalischen Frühschoppen und einer großen Blaulicht-Ausstellung geben wird.