Ein Ehepaar ist in der Nacht auf Dienstag in der eigenen Wohnung im Lahrer Stadtteil überfallen und massiv attackiert worden. Nach einer Verfolgungsjagd verhaftete die Polizei zwei Tatverdächtige.
An der Auffahrt zur Deponie am östlichen Ortsausgang von Sulz waren am Donnerstag noch Unfallspuren zu sehen – neben der Straße lagen Wrackteile, darunter Glassplitter und ein Stück von einem Scheinwerfer. Dort hatte in der Nacht zu Dienstag die Flucht eines mutmaßlichen Täters geendet.
Beim Versuch, der Polizei davonzufahren, hatte der 30-jährige Mann seinen Wagen gegen den Hügel gesetzt. Danach wollte er zu Fuß flüchten, wurde von den Beamten aber gestellt. Wenig später, gegen 2.40 Uhr, verhaftete die Polizei einen weiteren Verdächtigen, 25 Jahre alt, im Raum Ettenheim. Die beiden gehören offenbar zu einer größeren Bande. Jedenfalls teilte die Polizei mit, dass sie noch nach weiteren Tatbeteiligten fahndet.
Einbrecher überwältigen Ehepaar
Begonnen hatte der Überfall gegen 1 Uhr. Um die Zeit wurde ein Ehepaar wach, da in seinem Haus im östlichen Teil des Stadtteils die Alarmanlage ausgelöst hatte. Daraufhin müssen sich dort furchtbare Szenen abgespielt haben. Denn der Ehemann stand auf, um nachzuschauen – und wurde laut Polizei sofort von mehreren Personen angegriffen, geschlagen und gefesselt. Dabei wurde der Mann auch verletzt. Als seine Frau eingreifen wollte, wurde auch sie von den Einbrechern überwältigt und gefesselt. Danach durchsuchten die Täter mehrere Räume, nahmen Wertgegenstände an sich und ergriffen die Flucht.
Doch zu dem Zeitpunkt waren schon mehrere Streifenwagen zum Tatort unterwegs. Eine Streife entdeckte am östlichen Ortsausgang ein Auto mit ausgeschaltetem Licht, in dem aber jemand saß – offenbar hatte ein mutmaßlicher Täter gehofft, so übersehen zu werden. Als die Streife zur Verfolgung mit dem Dienstfahrzeug wendete, fuhr der 30-Jährige los, setzte seinen Wagen aber kurz danach gegen das Schild, das die Auffahrt zur Deponie markiert. Die Polizei hielt ihre Fahndung aufrecht und fasste wenig später einen zweiten Verdächtigen wenige Kilometer weiter südlich.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurden die Wohnungen der beiden mutmaßlichen Täter am Dienstag durchsucht. Am Mittwochmittag wurden die beiden Männer der zuständigen Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Offenburg vorgeführt. Der Tatvorwurf lautet auf schweren Raub und gefährliche Körperverletzung. Die Richterin erließ Haftbefehle, woraufhin die Verdächtigen in Justizvollzugsanstalten eingeliefert wurden.
Die Polizei ermittelt indes weiter mit Hochdruck, zumal das Diebesgut noch nicht aufgetaucht ist. Die Täter hatten kein Bargeld in der Wohnung entdeckt. Sie nahmen aber von der Polizei nicht näher beschriebene Wertgegenstände mit, die sich später weder im Fluchtfahrzeug noch in den beiden durchsuchten Wohnungen fanden.
Der Ehemann wurde aufgrund der Verletzungen, die ihm die Einbrecher zugefügt hatten, mit einem Rettungswagen ins Klinikum gebracht. Es soll ihm inzwischen wieder besser gehen.
Das sagt der Ortsvorsteher
Ortsvorsteher Rolf Mauch waren am Dienstag zunächst die Unfallspuren bei der Auffahrt zur Deponie aufgefallen, noch ohne zu ahnen, was dahintersteckte. Als er im Nachgang von dem Überfall auf das Sulzer Ehepaar erfuhr, äußerte er sich unserer Redaktion gegenüber bestürzt. Er hoffe, dass sich der Mann möglichst bald von seinen Verletzungen erhole und er sowie seine Frau die schlimme Erfahrung überwinden können.
Vor einigen Jahren hatten Täter in Sulz einen Bankautomaten gesprengt, wurden aber gefasst und vor Gericht gestellt. Im Stadtteil hofft man, dass nun auch diese schwere Straftat aufgeklärt werden kann.