Eine Fahrradtour durch Europa ist in heutiger Zeit eigentlich keine Besonderheit. Eine solche war es aber für das Ehepaar Robert und Michaela Jeske, denn die beiden nutzten für diese Reise ein Tandem-Dreirad.
Das ganze wurde ausgetüftelt und hergestellt in dem Betrieb des Ergenzinger Fahrradbauers Alexander Urban. Von Mai bis November dieses Jahres war das Ehepaar damit unterwegs. Los ging die Reise über 9000 Kilometer in den Niederlanden, von dort ging es entlang der Küste von Frankreich nach Spanien, Mallorca, Portugal und über Österreich zurück nach Deutschland. Unlängst besuchte das Ehepaar dann ihren Fahrradbauer in seinem Betrieb auf der Liebfrauenhöhe.
Da gab es natürlich viel zu erzählen und für das Dreirad Marke „Strada-Tandem“ ein Sonderlob, das sich Alexander Urban und seine beiden Mitarbeiter Reiner Schrag und Andrey Parfenov für dessen Bau einheimsen durften. Natürlich, das räumte Urban ein, sei das Ehepaar noch fit und sportlich, aber es gebe eben auch Menschen, die das infolge einer Behinderung eben nicht mehr seien und denen möchte er helfen, mobil zu sein, sagte er. Das klappe nicht in jedem Fall und komme auch auf den Grad der Behinderung an, so Urban, aber fast 90 Prozent hätten mit diesem Dreirad die Möglichkeit, wieder zu zweit mobil zu sein.
Spezialräder in Kleinserien
Urban hatte seinen Betrieb 2012 gegründet, arbeitete zunächst nebenberuflich, wurde ab 2019/20 dann hauptberuflicher Fahrradbauer und entwarf Spezialräder in Kleinserien mit vielen Fertigungsmöglichkeiten. Darunter auch das Modell „Strada-Tandem-Dreirad“, natürlich unterstützt durch einen Elektroantrieb. Der Fahrer dieses Dreirades kann einen Menschen mitnehmen, der seinen Platz zwischen den beiden Vorderrädern hat und ihn dann beim in die Pedale treten unterstützt, oder eben auch nicht. Der Rahmen des sehr leichten und bergfähigen Modells ist eine Eigenkonstruktion. Die restlichen Teile wie Naben, Bremsen, Schaltungen kommen zu einem großen Anteil aus Deutscher Produktion. Dazu gesellt sich ein starker Bosch-Elektromotor.
Endmontage auf der Liebfrauenhöhe
Der Zusammenbau erfolgt dann auf der Liebfrauenhöhe, wo Urban schon seit geraumer Zeit mit seiner Werkstatt beheimatet ist. Er selbst, ein Fahrradmonteur, und zwei Teilzeitkräfte bewerkstelligen dort die anfallende Endmontage. In Ergenzingen ist auch sein Fachhandel angesiedelt. Mit ausgewählten Stützpunkten ist „Urban Fahrradbau“ außerdem auch noch im europäischen Ausland vertreten. Präsent ist der Fahrradbauer zudem noch mit einem Schaufenster im ehemaligen „Ochsen“ in der Ergenzinger Albrecht-Wirt-Straße.