Die Nachnutzung des Unterkirnacher Hallenbads Aqualino bleibt weiter in der Schwebe. Foto: Ulrich Schlenker

Das Konzept für das in Unterkirnach angedachte Jugendzentrum kommt bei den Gemeinderäten gut an. Doch ob und wann es umgesetzt wird, hängt vor allem von der Finanzierung ab.

Nach der Förderzusage hat Unterkirnach nun auch ein stimmiges Konzept für die Nachnutzung vom Aqualino. Hat es hierfür aber auch das Geld?

 

Tourismusleiter John Mohr führte den Gemeinderat auf einem virtuellen Spaziergang durch die in Zusammenarbeit mit Firma Lappset erarbeitete Raum- und Angebotskonzeption, die auf Jugendliche und junge Erwachsene ausgerichtet ist. Stark stellte er dabei den Kontrast zwischen dem trostlosen Jetzt und der hoffnungsvollen Zukunft heraus.

Auf Bildern vom öden Leerstand des früheren Bads folgten stimmungsvolle Visionen von farblich ansprechend gestalteten Räumen, in denen sich künftig junge Menschen ab 16 Jahren beim gemeinschaftlichen Sport und Spiel tummeln könnten.

„The Forest“ heißt das Konzept, das mit seinen neun oder zehn Angeboten eine große Anziehungskraft weit über Unterkirnach hinaus haben soll.

„Maximal 52 Personen könnten die Attraktionen gleichzeitig nutzen“, zeigte Mohr sein Herangehen an die von ihm abgeschätzte Besucherzahl von rund 26 000 pro Jahr. Dabei sind eine tägliche Mehrfachbelegung der Stationsangebote und ein nur stundenweiser Verbleib der Gäste berücksichtigt.

Investorenmodell

Der Tourismusexperte ging in seiner Präsentation auch auf die Investitionskosten bei einer kompletten Realisierung des vorgestellten Projekts sowie auf Wirtschaftlichkeitsüberlegungen ein. „Ich bin mir aber über die aktuelle Haushaltslage bewusst“, schränkte Mohr die Hoffnung auf eine kurzfristige Umsetzung ein. Er brachte eine schrittweise Umsetzung sowie ein Investorenmodell in die vom Gemeinderat später noch zu treffenden Entscheidungen ein.

Die vorgestellte Erlebniswelt habe auf ihn einen großen Eindruck gemacht, lobte Michael Klafki. Es sei das beste Konzept in den bisherigen Überlegungen, schloss sich Susanne Ciampa an.

Mehrfach wurde das Thema Geld angesprochen. „Die Gemeinde wird das derzeit nicht schaffen. Das Investorenmodell könnte vielleicht ein Ansatz sein“, sagte Klaus Kuhnt. „Gut gefällt mir der Gedanke zum Herangehen in Etappen“, warf Patrick Seng in die Diskussion.

„Zunächst haben wir das Haushaltskonsolidierungskonzept vor der Brust. Erst im zweiten Schritt können wir über dieses Projekt beraten“, meinte Martin Kuberczyk. Er schlug vor, in der Zwischenzeit das mögliche Vorgehen in Teilschritten zu konkretisieren.

Offene Zukunftsfrage

Karin Dold fragte, ob in diesem Fall die Förderzusage weiter gelte. „Wir können auch dann die Förderung von 54 Prozent der Kosten in Anspruch nehmen. Nur die Höhe des Förderbetrags würde kleiner“, informierte Kämmerer Bastian Pfliegensdörfer. Er ließ keinen Zweifel daran, dass der Eigenanteil der Investitionen durch eine Kreditaufnahme finanziert werden müsste. Die Nachnutzung Aqualino ist ein Geschäftsbereich der Gemeindewerke Unterkirnach.

Der Gemeinderat nahm die Vorstellung des Konzepts „The Forest“ zur Kenntnis. Ob es jemals zu einer ganzen oder teilweisen Realisierung kommt, bleibt eine offene Zukunftsfrage.