Werner Hamm ist gestorben. Foto: Klausmann

Trauer: Werner Hamm gestorben / Ehemaliger Schulleiter hat sich in Schonach vielfältig engagiert

Der ehemalige Schonacher Schulleiter Werner Hamm ist kurz vor seinem 95. Geburtstag gestorben. Um ihn trauert das ganze Dorf, denn die meisten Bewohner lernten ihn in der Schule oder bei seinen ehrenamtlichen Aktivitäten kennen und schätzen.

Schonach. Vor allem aber trauert um den Verstorbenen die Familie. Seine Ehefrau Camilla, zwei Töchter und zwei Söhne, neun Enkel und sieben Urenkel vermissen ihn, aber auch alle anderen Angehörigen. Doch der Tod war eine Erlösung für ihn, wie seine Witwe sagt. Vor zwei Jahren hatte er einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Er wurde zu Hause gepflegt, bis er nun friedlich einschlafen konnte.

Traumberuf Lehrer

Geboren wurde Werner Hamm am 25. Oktober 1926 in Oberkirch bei Offenburg. In Freiburg verbrachte er seine Kindheit und Jugendzeit, bis er 1943 mit 16 Jahren als Luftwaffen-Flakhelfer und später dann als Soldat verpflichtet wurde. Kurz vor Kriegsende wurde er schwer verletzt und diese Verletzung bereitete ihm sein ganzes Leben lang Schmerzen, die er geduldig ertrug.

Als Werner Hamm nach der Kriegsgefangenschaft im Jahre 1946 endlich nach Hause durfte, holte er sein Abitur nach und begann mit dem Studium an der Universität in Freiburg. Damals fing er auch an, vom Beruf des Lehrers zu träumen, darum besuchte er später die Pädagogische Hochschule, die er 1954 mit dem Lehrer-Examen abschloss.

Früh befördert

Seine erste Stelle bekam er vom Schulamt in der Volksschule von Schonach angeboten, dabei wollte er lieber in der Großstadt bleiben. Nach kurzer Zeit aber blühte er in dem Schwarzwalddorf richtig auf und sein Beruf machte ihm viel Freude. Auch privat lief alles super, denn er verliebte sich in die Schonacherin Camilla Wisser. Bereits 1956 heiratete der junge Lehrer seine Traumfrau, mit der er im Laufe der Jahre vier Kinder bekam.

Schon 1963 wurde Werner Hamm zum Stellvertreter des Schulleiters ernannt und ein Jahr später zum Rektor befördert. Er leitete die Grund- und Hauptschule, die heute Werkrealschule ist und Dom-Clemente-Schule heißt, von 1964 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1986.

Musik ein Anliegen

Als Schulleiter fiel Werner Hamm durch seinen Eifer auf, mit dem er die Schüler auch außerschulisch förderte. Es gab damals schon am "Schmutzige Donnschdig" den Kinderumzug im Dorf, doch er machte daraus den Schülerumzug, an dem sich alle Klassen beteiligten und jede Klasse einheitlich verkleidet war. Der Rektor hatte zwar nicht Musik studiert, aber er spielte gerne Instrumente und so förderte er auch dieses Fach und rief den Schulchor ins Leben.

Sport für die jungen Leute war Hamm ebenfalls ein großes Anliegen, darum holte er den Wettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" nach Schonach. Auch sämtliche Skiveranstaltungen wurden von ihm unterstützt. Hamm stellte auch nicht nur die Schulküche zur Verfügung, sondern kochte dort persönlich für die angereisten Organisatoren.

Chronik erforscht

Schon vor seinem Ruhestand fing der Geschichtsexperte an, die Chronik des Skidorfs Schonach zu erforschen und niederzuschreiben. Bevor das umfangreiche Buch der Ortschronik 1981 veröffentlicht werden konnte, wurde der Autor für seine jahrelange Arbeit mit dem Wappenteller der Gemeinde geehrt.

Ehrenamtlich engagiert

Hamm engagierte sich auch in der katholischen Kirche. Als 1969 in der Erzdiözese Freiburg die Erfindung des Zweiten Vatikanischen Konzils umgesetzt werden sollte und zum ersten Mal zur Pfarrgemeinderatswahl aufgerufen wurde, kandidierte auch der Schulleiter für die Pfarrei St. Urban. Er wurde nicht nur in den Schonacher Kirchenrat gewählt, sondern auch zum Vorsitzenden bestimmt. Zudem wurde er vom damaligen Pfarrer Franz Josef Ehrath zum ersten Laien-Kommunionspender im Ort berufen. Damals konnten auch Gottesdienste für Jugendliche mit Jazz-Musik gefeiert werden. Hier engagierte sich Hamm ebenfalls. Er gestaltete die Jugendgottesdienste und bereitete sie mit Schülern vor.