Seit dem Eintritt in den Ruhestand widmet sich der ehemalige Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises, Karl Heim, unter anderem dem Wohlergehen des Schwarzwald-Baar-Klinikums, eines der anspruchsvollsten Großprojekte seiner Amtszeit.
Die Einweihung des Schwarzwald-Baar-Klinikums 2013 erlebte Karl Heim nur als Privatperson, da er sich ein Jahr zuvor, seinerzeit 62-jährig, bewusst gegen die Kandidatur für eine dritte Legislaturperiode als Landrat entschieden hatte.
Das Kreisklinikum, dessen Planung und Realisierung inklusive Kostenexplosion rund zehn wechselvolle Jahre in Anspruch nahm und dessen Wegbegleiter er war, sei stets eine Herzensangelegenheit für ihn gewesen, sagt der heute 72-Jährige. Deshalb überlegte er nicht lange, als man ihn fragte, ob er den Vorsitz des 2007 gegründeten Freundeskreises für das Schwarzwald-Baar-Klinikum übernehmen würde. Zudem kam die Idee, ein solches Gremium ins Leben zu rufen, auch von ihm.
Der Freundeskreis wirkt im Stillen
Seit 15 Jahren wirkt der Freundeskreis im Stillen und tut außer der Reihe Gutes für die Belegschaft, die Patienten sowie seine Mitglieder. Ob Sonnenliegen oder Bewegungsgeräte für den Patientengarten, Gemälde für die Patientenzimmer, Ausflüge, Vorträge und Kabarettveranstaltungen für die ganze Belegschaft, Weihnachtsfeiern in der Kinderklinik und Besichtigungen von einzelnen Klinikbereichen für die Vereinsmitglieder – die Bandbreite der Zuwendungen aus der von Jahresbeiträgen und Spenden gespeisten Vereinskasse ist groß und richtet sich in der Regel nach den geäußerten Wünschen, aber auch nach dem Bedürfnis des Vereins, seine Wertschätzung gegenüber der Ärzteschaft und dem Pflegepersonal auszudrücken.
So stellte man zuletzt Frühstückskörbe für alle Stationen bereit. Heim betont: „Für die Finanzierung von Notwendigem sind wir nicht da, nur für die Erfüllung von Sonderwünschen.“ Darüber hinaus möchte der Verein aufklären, auch darüber, „dass in einem so großen Haus die Abläufe zu koordinieren schwierig ist und es dadurch nicht immer und überall optimal läuft“.
Durch die Coronapandemie und den Personalmangel habe sich die Belastung für die Belegschaft im Schwarzwald-Baar-Klinikum noch erhöht, Wartezeiten werden länger, weiß Heim. Beschwerden werden an den Verein ebenso herangetragen wie Lob. Letzteres überwiege tatsächlich, was in der Öffentlichkeit nur leider nicht so stark wahrgenommen werde, wie Heim bedauert. Daher haben er und sein Vorstandsteam sich für 2023 vorgenommen, den Freundeskreis des Klinikums noch bekannter zu machen und sich aus der stillen Ecke heraus zu begeben. Bislang bewegt sich die Mitgliederzahl bei rund 100. Eine überarbeitete Homepage und ein Flyer sollen dabei helfen, weitere Interessierte zu gewinnen. Heim wirbt für eine Mitgliedschaft, auch wenn der Freundeskreis keinen direkten Einfluss auf das operative Tagesgeschäft hat. Aber: „Man bekommt Einblicke in den Klinikalltag, den andere nicht haben, man lernt Ärzte und Ärztinnen, Pfleger und Pflegerinnen kennen und kommt ins Gespräch mit ihnen“. Bewusst machen müsse man sich, dass es „zwischen den Unikliniken Tübingen und Freiburg kein Krankenhaus mit einer höheren medizinischen Kompetenz als unser Haus der Zentralversorgung gibt“.
Er lebt seit 20 Jahren in Obereschach
Karl Heim genießt seinen Ruhestand. Mit seiner Frau Ingrid lebt er seit 20 Jahren in Obereschach, hat zwei Töchter und drei Enkelkinder. Im Ehrenamt wirkt er auch beim Rotary-Club und sitzt außerdem im Rat einer Stiftung, die sich die Förderung von SOS-Kinderdörfern und der Nachsorgeklinik Tannheim zum Ziel gesetzt hat. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand habe man ihm viele Ehrenämter angetragen, erzählt er. Nach seiner beruflichen Zeit, in der er keine Fünf-Tage-Woche hatte, „was ich nicht beklage“, hielt er seinen zukünftigen Wirkungskreis aber bewusst klein. „Die Gesellschaft lebt von Menschen, die mehr tun, als sie müssen“. Davon ist er überzeugt und er spürt, dass ihm der sinnvolle und ehrenamtliche Einsatz für andere Befriedigung bringt. So wie reisen, lesen, radfahren, wandern und fotografieren.
Zur Person
Berufliche Stationen
Karl Heim wurde 1950 in Bochingen bei Oberndorf geboren, schlug als 17-Jähriger die Verwaltungslaufbahn ein und studierte bis 1977 in Konstanz Verwaltungswissenschaften. Er war Regierungsrat beim Landratsamt Freudenstadt, bevor er 1982 an die Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer berufen wurde. Ab 1984 war er in den Regierungspräsidien Stuttgart und Zollernalbkreis in Balingen tätig und wurde am 15. April 1996 zum Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises gewählt, ein Amt, das er mit einer Wiederwahl 2004 bis 2012 ausfüllte.