Karl-Friedrich Theurer in seinem persönlichen Wohnparadies mit Blick in den Garten, wo auch Hühner zuhause sind Foto: Sabine Stadler

Der ehemalige Förster Karl-Friedrich Theurer wurde in den Gemeinderat Pfalzgrafenweiler gewählt. Flächendeckendes Tempo 30: Das ist sein konkretes Ziel. Auch die Harmonie im Gremium ist ihm ein wichtiges Anliegen.

Bei der Kommunalwahl am 9. Juni entfielen auf die erstmals für den Gemeinderat Pfalzgrafenweiler angetretene „Offene Grüne Liste – OGL“ insgesamt 1772 Stimmen. Karl-Friedrich Theurer erhielt hiervon 1051 Stimmen und sicherte sich damit einen der 18 Plätze im Kommunalgremium.

 

Der heute 64-Jährige Forstamtsrat a. D. war bis zu seiner Pensionierung im vergangenen Jahr Förster in Herzogsweiler. Die Idee zur Kandidatur bei der Kommunalwahl kam vom ehemaligen Pfarrer in Pfalzgrafenweiler und Co-Vorsitzendem der Grünen in Freudenstadt, Frank Ritthaler. Er suchte für den Kreistag noch einen „Zählkandidaten“.

In einem weiteren Schritt entwickelte sich so, spontan bei einer Tasse Kaffee, der Wahlflyer und ergänzend dazu die Kandidatur als Offene Grüne Liste für den Gemeinderat Pfalzgrafenweiler zusammen mit Corinna Zeitler.

Die kommenden fünf Jahre einen Platz am Ratstisch

„Ich bin kein Mitglied bei den Grünen“, erwähnt Theurer mit dem Hinweis darauf, dass die Frist zur Kandidatur mittels offiziellem Prozedere über die Partei der Grünen bereits abgelaufen war, als die Liste für die Gemeinderatswahl vorgelegt werden musste.

Inzwischen wurde Karl-Friedrich Theurer im Rahmen der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats Pfalzgrafenweiler auf sein Ehrenamt im Gremium verpflichtet. Er hat damit als erster Grüner für die kommenden fünf Jahre einen Platz am Ratstisch.

Flächendeckendes Tempo 30

Im gemeinsamen Wahlflyer der „Offenen Grünen Liste“ mit der 37-jährigen Lehrerin Corinna Zeitler war aufgelistet, was den beiden Kandidaten wichtig ist, wie beispielsweise die Schaffung von Bürger-Treffpunkten, Unterstützung von Gemeinschaftsprojekten oder Mobilitätsangeboten, aber auch die Förderung regionaler landwirtschaftlicher Produkte und weitere Themen.

Theurer befürwortetTempo 30 im ganzen Ort

Im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten sagt der neu in den Gemeinderat Gewählte zu seinen Vorstellungen bezüglich der vor ihm liegenden Gremienarbeit: „Ich weiß noch nicht, ob ich etwas bewegen kann. Ich habe kein konkretes Ziel, außer flächendeckendes Tempo 30.“

Im Gremium ist ihm Harmonie wichtig, deshalb will er mit Vertretern aller Gruppierungen reden. Ein Thema für den Gemeinderat wäre aus Sicht von Theurer, „Bautätigkeit in einer anderen Richtung“. Hierzu erwähnt er ein in Klosterreichenbach gebautes kompostierbares Fachwerkhaus mit Lehmwänden, bei dem mit Papierschnipseln isoliert wurde und die Außenschicht aus Schilfmatten bestehe.

Theurer ist Mitglied im Verein „Demokratie“. Er findet die Arbeit von Bürgerräten gut, die sich um die Vorbereitungen von Volksabstimmungen kümmern, und er will zum Nachdenken anregen, insbesondere zu Themen rund um die Natur, die ihm besonders an Herzen liegen. Theurer fuhr bereits früh, in den Jahren 2011 bis 2021, ein aus Indien stammendes Elektroauto.

Mitglied des Aufsichtsrats der Bürgergenossenschaft Weiler Wärme

Während seiner Berufstätigkeit als Förster in Herzogsweiler war er außerdem für die Ausbildung der Forstwirte verantwortlich. Seinen Beruf als Förster hat der pensionierte Forstamtsrat geliebt, erzählt er. Bei der Bürgergenossenschaft Weiler Wärme ist Theurer seit längerem Mitglied des Aufsichtsrats.

Karl-Friedrich Theurer ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern. Er lebt mit seiner Familie in Kälberbronn und wohnt laut eigener Aussage „paradiesisch mit tollem Ausblick“.